UmfrageFür viele Besucher ist das Zweibrücker Handball-Stadtderby ein absoluter Pflichttermin
Kian Schwarzer
Das Derby zwischen dem SV 64 Zweibrücken und der VTZ Saarpfalz ist vor der Partie auch auf der Tribüne spannungsgeladen. Mancher Zuschauer kann sich gar nicht entscheiden, für wen das Herz schlägt.
Als Kian Schwarzer, Bundesliga-Spieler des TBV Lemgo Lippe, die Halle betritt, ist eifriges Begrüßen von Freunden angesagt, denen er direkt am Eingang in die Arme läuft. „Ich bin froh, dass ich die alte Heimat, Freunde und meinen alten Verein mal wieder besuchen konnte. Das hat jetzt ganz gut geklappt mit der Länderspielpause“, freut sich Schwarzer, Sohn von Ex-Nationalspieler Christian Schwarzer. Ein bisschen juckt es den 23-jährigen Ex-SV-Akteur schon: „So ein Stadtderby würde ich auch mal wieder mitspielen. Aber in der Bundesliga gibt es zum Glück auch ein paar Derbys“, sagt Schwarzer, der naturgemäß dem SV 64 die Daumen drückt, jedoch auf eigene Gesetzte des Stadtderbys verweist. Auch Mama Tanja Schwarzer war unter den Zuschauern, aus alter Verbundenheit, wie sie berichtet. „Lieber wünsche ich dem SV den Aufstieg als den Derbysieg. Aber es wird keine Niederlage geben“, sagt sie lächelnd.
Caroline Guth-Sattler (42), die als Osteopathin in Einöd arbeitet, ist ihren zwei Söhnen zuliebe beim Stadtderby. „Ich bin durch die Kinder zum Handball gekommen. Mittlerweile sind wir bei ganz vielen Heimspielen vor Ort“, verdeutlicht sie. Ihre Kinder seien in SV-Jugendmannschaften aktiv, deshalb wolle sie ihnen die Möglichkeit bieten, die Spiele der Herren zu schauen. Sie selbst sei inzwischen auch mit dem Handballvirus infiziert und schaue sich gerne die Partien der „Löwen“ an – immer regelmäßiger, wie sie sagt.
Caroline Guth-Sattler
Christian Piller, früher als Rückraumspieler auch bei Bundesligist TV Niederwürzbach aktiv, ist mit einem Kumpel beim Stadtderby. „Er hat mich gefragt, ob ich mitkomme. Ich habe seit drei oder vier Jahren kein Spiel mehr geschaut“, sagt der 54-jährige, der in Niederwürzbach wohnt. Das letzte Spiel, dass er zuvor live gesehen habe, sei der Bundesliga-Kracher der Rhein-Neckar Löwen gegen Kiel gewesen. „Ich habe mit Handball nicht mehr viel am Hut“, gibt Piller zu. Sein Herz schlage, auch weil sein Bekannter zum SV 64 Zweibrücken halte, daher eher für diesen Verein.
Christian Piller
Gerhard Munk, früher Inhaber des Friseursalons Munk in Zweibrücken, ist nach eigenen Worten Handballfan. „Ich bin immer da, wenn die VTZ oder der SV 64 spielt. Ich liebe Handball“, sagt Munk. Er habe viele Verbindungen zum Handballsport. „Ich hatte früher fast alle Spieler als Kunden in meinem Friseursalon“, erzählt Munk von vielen privaten Gesprächen beim Haareschneiden. Er wünscht sich im Stadtderby weder den Sieg des einen noch des anderen Teams, auch wenn das Herz etwas mehr für die 64er schlage. „Ich wünsche mir für eine Stadt wie Zweibrücken ein Team. Das wäre einfach perfekt“, sagt der Friseur, der sich vor fünf Jahren in den Ruhestand verabschiedete und sonst gerne der VTZ die Daumen drückt, wenn sie gerade nicht gegen den SV 64 spielt.
Gerhard Munk
Simon Nikolaus, auch als Büttenredner in der Fasnacht oder Kerweredner der Ernstweiler Straußjugend aktiv, hat seine handballerische Vergangenheit bei der VTZ. „Ich habe früher in der VTZ-Jugend gespielt. Aber der SV 64 ist sportlich schon attraktiver“, sagt Nikolaus, der ein richtiger Stadtderby-Fan ist. „Ich schaue nicht so oft Handball. Das Stadtderby ist aber schon ein Pflichttermin“, sagt der Zweibrücker, der dem SV 64 den Aufstieg gönnen würde.
Simon Nikolaus
Alexander Matle (38), einer von vielen Fußballern in der Halle, ist schon optisch anzusehen, wohin die Reise geht. Der Keeper der VB Zweibrücken hat nämlich einen Trainingsanzug des SV 64 Zweibrücken an. Wie kommt’s? „Meine Frau hat früher beim SV 64 gespielt. Da bin ich dann mit zu den Spielen gekommen“, erzählt Matle über Ehefrau Katja Matle (früher Schemmel). Auch seine Kinder seien inzwischen in der Jugend der 64er aktiv, womit er eine direkte Verbindung zum Verein habe. Für ihn sei das Derby ein absoluter Pflichttermin. „Hier trifft man auch Leute, die man sonst das ganze Jahr nicht sieht“, stellt Matle fest, der mittlerweile als Fan sogar lieber mal Handball als Fußball schaut.