Fussball
Ein Medizinstudent in der Zweibrücker Innenverteidigung
Es war durchaus eine skurrile Situation nach dem Pokalspiel am Mittwochabend zwischen dem TSC Zweibrücken und der SG VB Zweibrücken/Ixheim (1:2), als Schiedsrichter Sascha Geisler die Partie nach 90 Minuten abpfiff: Auf der eine Seite sah man jubelnde und tanzende Spieler der Spielgemeinschaft, und auf der Gegenseite beim TSC Zweibrücken hängende Köpfe und lange Gesichter.
Auch TSC-Neuzugang Jonathan Kauf, der aus der U19-Mannschaft des 1. FC Saarbrücken nach Zweibrücken gewechselt ist, konnte den Spielausgang nicht so richtig verstehen. „Wir haben weit über eine Stunde das Spiel bestimmt, haben es dabei leider versäumt mehr als ein Tor zu schießen“, bilanzierte der 19-Jährige. „Dann verlieren wir die Partie in der Endphase des Spiels durch zwei Standardsituationen“, schüttelt Kauf hinterher ungläubig den Kopf.
TSC zweimal unachtsam
Beim 1:1 (79.) durch den neuen Trainer der Spielgemeinschaft, Alexander Joniks, war die TSC-Abwehr samt Kauf nach einem Eckball unachtsam. Und beim 2:1-Siegtreffer (88.) von Peter Raje per 28-Meter-Freistoß war Torhüter Maximilian Cölsch nicht ganz schuldlos, obwohl der Schuss mit viel Tempo ins rechte Torwarteck einschlug. Die Führung für den TSC hatte Ex-VB-Spieler Sebastian Meil (45.) erzielt.
TSC-Coach Jan Weinmann war nach dem Schlusspfiff ebenfalls enttäuscht: „Wir haben das Spiel mit zunehmender Dauer aus der Hand gegeben und am Ende nach zwei Standardsituationen den Platz als Verlierer verlassen.“ Für Joniks, den Spielertrainer der SG, ist dagegen der Matchplan aufgegangen: „Wir wollten den Spielfluss des Gegners unterbrechen, das ist uns mit zunehmender Spieldauer immer besser gelungen.“
Kauf mit guter Rolle im Stadtderby
Der junge Kauf, der an diesem Abend zusammen mit Spielführer Tobias Schön in der TSC-Innenverteidigung spielte, machte im Pokal-Stadtderby der beiden Landesligisten ein gute Partie, wirkte mit seinen jungen Jahren schon sehr abgeklärt. Der Wechsel von Saarbrücken nach Zweibrücken hat auch mit Kaufs beruflicher Zukunft zu tun. Kauf, der im Frühjahr am Helmholtz-Gymnasium in Zweibrücken sein Abitur (Schnitt 1,2) mit den Leistungsfächern Sport, Physik und Englisch abgelegt hat, möchte ab dem Wintersemester mit dem Medizinstudium anfangen. „Ich habe mich in Homburg, Mainz und Freiburg beworben, wobei ich natürlich auf Homburg hoffe – wegen der Nähe zu meinem Heimatort. Da ich bei dem allgemeinen Test, den wir absolvieren mussten, auch ganz gut abgeschnitten habe, denke ich, dass es vielleicht mit Homburg klappt. „Der Start des Wintersemesters verschiebt sich wegen Corona laut Kauf aber auf den 1. November. „In den nächsten Wochen werde ich sicher Bescheid bekommen, wo ich studieren kann.“
Auch als Tennisspieler aktiv
Mit der Rückkehr zum TSC Zweibrücken ist Jonathan Kauf zu den Anfängen seiner noch jungen Fußballerkarriere zurückgekehrt, wo er sich nach Zwischenstationen beim 1. FC Kaiserslautern (U13) und 1. FC Saarbrücken (U16 bis U19) einen Stammplatz im aktiven Bereich erkämpfen will. „Meine Positionen im Team sind entweder in der Innenverteidigung oder im defensiven Mittelfeld auf der Position sechs“, sieht der zukünftige Medizinstudent sein Wirkungsbereich.
„Fussball habe ich wegen des künftigen Studiums etwas hintenan gestellt. Daher auch der Wechsel von Saarbrücken nach Zweibrücken, wo ich nur fünf Minuten bis zum Trainingsplatz habe.“ Insgesamt sei die Vorbereitungszeit des TSC auch schon ganz gut angelaufen. „Leider gab es heute Abend mit der Pokalniederlage einen kleinen Dämpfer“, bedauert Kauf. Neben seiner großen Vorliebe für den Fußball spielt er auch noch beim TC Weiß-Blau Zweibrücken in der ersten Mannschaft erfolgreich Tennis.
Weitere Pokalspiele: Souveräne SG Knopp/Wiesbach muss am Ende doch ganz schön zittern
Verbandspokal, erste Runde
SG Knopp/Wiesbach - TSG Trippstadt 3:2. „Das war sehr ärgerlich, trotz des Weiterkommens“, meinte Mentor Shabani, spielender Co-Trainer des Bezirksligisten SG Knopp/Wiesbach, nach dem 3:2 (2:1)-Erfolg am Mittwochabend über die TSG Trippstadt. Was Shabani, der Trainer Benny Früh (macht gerade seinen Trainerschein in Hennef) vertrat, so aufregte: die Rote Karte gegen SG-Spieler Boris Becker, praktisch schon mit dem Schlusspfiff. Becker war von Benedikt Schmitt gefoult und danach heftig provoziert worden. Es kam zu einer Rangelei, in deren Folge Schmitt Gelb-Rot und Becker Rot sah.
„Das ist schade, er wird bestimmt für ein Pokalspiel gesperrt. Und wir sind zwar mit einem 23-Mann-Kader in die Saison gestartet, aber viele sind angeschlagen. Ich hoffe, dass bis Sonntag in Otterbach wieder einige fit werden“, meinte Shabani.
Die SG Knopp/Wiesbach hätte nach Shabanis Empfinden schon in der ersten Hälfte den Deckel draufmachen müssen. Nach den Treffern von Alexander Graf (10.) und Sven Vogelgesang (17.) „hätten wir eigentlich noch ein, zwei Tore schießen müssen, weil wir den Ball sehr gut laufen ließen“. Aber dann entstand auf einer Knopper Torchance ein Kontertor der Trippstadter. „Da haben wir desaströs verteidigt“, gibt Shabani unumwunden zu.
Die zweite Halbzeit war dann zerfahrener, Trippstadt kam durch Maurice Mages zum 2:2 (61.). „Trotzdem haben wir uns auch weiter Chancen erarbeitet und versucht, gut Fußball zu spielen.“ Den Siegtreffer von Sven Vogelgesang legte Shabani selbst auf. In der 77. Minute trat er einen Freistoß von der rechten Seite des Strafraums, sah Vogelgesang auf den zweiten Pfosten zulaufen und bediente ihn mustergültig zum Sieg-Kopfball. Ein bisschen wie eine Kopie des 3:0 der Bayern gegen Lyon von Kimmich und Lewandowski. „Wir haben verdient gewonnen“, urteilte Shabani abschließend. Am Sonntag steht bereits die zweite Runde bei Ligakonkurrent SV Otterbach an.
FV Münchweiler - SV Palatia Contwig 2:0. Die FV Münchweiler hat durch ein 2:0 (2:0) am Mittwochabend gegen den SV Palatia Contwig die zweite Runde im Fußball-Verbandspokal erreicht. Der neue FVM-Spielertrainer, der vom SC Hauenstein gekommene Kevin Dauenhauer, belohnte in dem Duell zweier A-Klasse-Teams mit seinen beiden Toren in der zehnten und 22. Minute die Gastgeber für den besseren Start und das Plus an Engagement. Münchweilers Spielleiter Wolfgang Göller sprach von einem „ordentlichen, sehr fairen und intensiv geführten Match“ mit Vorteilen für seine Mannschaft in der ersten Halbzeit. Gleichwohl krempelten die spielstarken Contwiger nach dem Seitenwechsel vor 130 Zuschauern die Ärmel hoch, übernahmen die Initiative und setzten die einheimische Abwehr zeitweise mächtig unter Druck. Erst in den letzten Minuten resignierte Contwig, und Münchweiler durfte jubeln.
Kreispokal Pirmasens/ Zweibrücken, erste Runde
TuS Maßweiler II - FC Kleinsteinhausen 1:5. Die Partie zwischen den beiden C-Klassen-Klubs war eine klare Sache: Sven Walter (32. und 36.) und Franzo Giunta (35.) legten schon vor der Pause für den FCK vor. Giunta erhöhte dann drei Minuten nach dem Wiederanpfiff schnell auf 4:0. Den einzigen Treffer für Maßweilers Zweite erzielte Dennis Gessner (62.), bevor FCK-Kicker Drilon Brati (84.) den Sack endgültig zumachte.
So geht’s weiter
Verbandspokal, zweite Runde: SV Hermersberg - SG VB Zweibrücken/SV Ixheim, FC Otterbach - SG Knopp/Wiesbach (beide So, 23. August, 15 Uhr)
Kreispokal, zweite Runde: SC Stambach - FK Petersberg, SV Martinshöhe II - SV Lemberg, TuS Wattweiler - Spvgg Waldfischbach-Burgalben, TuS Maßweiler - SV Martinshöhe, FC Kleinsteinhausen - SG Pirmasens 05, TSC Zweibrücken II - RW Höhmühlbach, SV Großsteinhausen II - Spvgg Waldfischbach-Burgalben II, SG VB Zweibrücken/SV Ixheim II - SV Palatia Contwig, SV Palatia Contwig II - FC Münchweiler II, SC Winterbach - Hilster SV, TuS Rimschweiler - FC Fehrbach II, FC Merzalben - SG Wallhalben/Mittelbrunn, FC Fischbach II - TV Althornbach, SC Weselberg II - SV Bottenbach, SG Thaleischweiler-Fröschen - SVN Zweibrücken, FV Münchweiler - SV Großsteinhausen (alle Sonntag, 30. August, 15 Uhr).