Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Drittligist SV 64 Zweibrücken kassiert bittere Niederlage bei Schlusslicht Coburg II

War in Coburg noch der torgefährlichste Zweibrücker Spieler: Nils Wöschler (links, hier im Heimspiel gegen Günzburg) traf fünfma
War in Coburg noch der torgefährlichste Zweibrücker Spieler: Nils Wöschler (links, hier im Heimspiel gegen Günzburg) traf fünfmal.

Wenn der bayrische Löwe auf der Autobahn grüßt und die Grenze zum Bundesland Bayern passiert wurde, ist das kein gutes Omen für die Drittliga-Handballer des SV 64 Zweibrücken. Auch das zweite Auswärtsspiel in der Klassenverbleibsrunde im Freistaat setzten die SV-Löwen in den Sand. Mit 23:27 (12:14) unterlagen sie am Sonntagnachmittag dem HSC Coburg II.

Eine bittere, „aber absolut verdiente Niederlage“, sagte SV-Trainer Stefan Bullacher. Die Zweibrücker verspielten ihre glänzende Ausgangslage, haben es nun nicht mehr in der eigenen Hand, den Klassenverbleib zu sichern. Vorerst sind sie punktgleich Dritter hinter der mHSG Friesenheim-Hochdorf, gegen die sie den direkten Vergleich verloren haben.

Der SV 64 kam in Coburg nie richtig ins Spiel. Daran hatte unter anderem HSC-Torwart Fabian Apfel – im Hinspiel schon bester Coburger – großen Anteil: 18 Paraden verbuchte er. Allzu schwer machten es ihm die Zweibrücker Angreifer aber auch nicht. „Wir haben insgesamt 20 Bälle weggeworfen“, bilanzierte Bullacher.

Schwerfälliger Start der Zweibrücker Löwen in Bayern

Zu Beginn der Partie, in der das bayrische Schiedsrichtergespann dem Coburger Plan, Tempo aus dem Spiel zu nehmen, Rechnung trug, indem es oft erst spät Zeitspiel anzeigte, war den Zweibrückern anzumerken, dass ihnen die knapp 400 Kilometer Anfahrt in den Knochen steckte. Schwerfällig wirkte manche Aktion. Im Angriff hatte Bullacher den taktischen Joker gezogen: Tim Götz saß auf der Bank, Nils Wöschler dirigierte das Angriffsspiel. Drei Treffer von Philipp Kockler zum Auftakt machten Hoffnung. Sie trog. Der Angriff blieb eine stumpfe Waffe. Alexander Dörr, der in der neunten Minute den glücklos gestarteten Marko Ivankovic im SV-Tor ablöste, führte sich gut ein, parierte unter anderem zwei Strafwürfe.

Ein einziges Mal konnte Zweibrücken in den 60 Minuten in Führung gehen. Nils Wöschler traf zum 6:5. Per Schlagwurf glich der fünffache Torschütze Julius Siegler aber aus, und nach einer Parade schickte Apfel den zehnfachen Coburger Torschützen Felix Dettenthaler auf Reisen. Der traf zum 7:6.

Zu viele Chancen bleiben ungenutzt

Bezeichnend für das Spiel war aus Zweibrücker Sicht die Phase zwischen der 21. und 26. Minute: Mit 8:11 lagen die Gäste zurück. Jetzt kämpfte die Abwehr. Knieps vom Kreis: 9:11. Coburg in Unterzahl mit leerem Tor. Ballgewinn SV 64, Tom Grieser warf weit übers Tor. Coburg weiter mit leerem Tor. Ballgewinn SV, Götz traf zum 10:11. Parade Dörr und im Gegenzug das 11:11 durch Aris Wöschler. Die Chance in Führung zu gehen. Aber Aris Wöschler scheiterte an Apfel, Kocklers Nachwurf flog am Tor vorbei. Erneut scheiterte Aris Wöschler. Noch mal hielt die SV-Abwehr stand, aber Philipp Hammann zog gleichfalls gegen Apfel den Kürzeren. Coburg sagte nach so vielen vergebenen SV-Chancen danke, und Janis Valkovskis netzte zum 12:11 ein.

Die Zweibrücker waren zur Pause also mit 12:14 in Rückstand, und es sollte noch schlimmer kommen. Tom Grieser musste nach Foul an Valkovskis direkt nach Wiederanpfiff mit Roter Karte vom Platz. Tom Ihl mit zwei frühen Zeitstrafen vorbelastet, folgte ihm mit Rot in der 51. Minute. In dieser Phase war Niklas Bayer angeschlagen draußen. Das nutzte Coburg, um von 21:20 auf 26:20 wegzuziehen und die Partie zu entscheiden.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Ivankovic, Dörr (9. - 50.) - Bayer (2), Nils Wöschler (5), Kockler (3) - Ihl, Meister - Knieps (6/2) – Grieser (1), Götz (3), Hammann (2), Aris Wöschler (1)

Spielfilm: 8:8 (18.), 11:8 (21.), 11:11 (25.). 14:12 (Halbzeit), 17:15 (37.), 17:17 (41.), 21:20 (49.), 26:20 (53.), 27:23 (Ende) - Zeitstrafen: 2:4 - Rote Karten: Tom Grieser (31., grobes Foul), Tom Ihl (51., dritte Zeitstrafe) - Siebenmeter: 3/1 - 2/3 - Zuschauer: 50 - Schiedsrichter: Haas/Wilken (Bayerischer HV).

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