Fussball
Bernd Utzinger kehrt als Trainer zur „alten Liebe“ FC Kleinsteinhausen zurück
Dass Bernd Utzinger eines Tages als Trainer an der Bande beim FC Kleinsteinhausen stehen würde, war fast vorhersehbar. Neben der sei jeher freundschaftlichen Verbindung zu Kleinsteinhausens Noch-Vorstand Joachim Freier riss auch Utzingers Kontakt zu anderen Kleinsteinhauser Fußballern nie ab. Auch nicht in seiner hausbau-bedingten Auszeit vom Traineramt. Als klar war, dass der FC einen neuen Coach sucht, wurde der Ixheimer gefragt, ob er sich nicht vorstellen könne, den Job zu übernehmen. Utzinger, der unter anderem schon Ixheim und Contwig erfolgreich coachte, immer mit viel Herzblut im Jugendbereich als Trainer tätig war, überlegte – und sagte Ja zum Ende der Trainerpause und zum FCK.
Wermutstropfen zum Start
Der Saisonauftakt am vergangenen Wochenende verlief erfolgreich. Mit 3:0 gewann Kleinsteinhausen das Nachbarschaftsduell gegen den SV Großsteinhausen II. „Aber wie es im Fußball so ist, hatte der Sieg auch einen faden Beigeschmack“, erzählt Utzinger. Denn Stürmer Frank Seider, der das 2:0 erzielt hatte, brach sich die Hand, fällt vorläufig aus.
Alltag im Trainergeschäft, das für Utzinger, wie für alle seine Trainerkollegen bedingt durch die Corona-Pandemie lange Zeit nicht alltäglich war. Als er sich entschloss, das Amt zu übernehmen, „war Corona noch nicht das Thema wie jetzt. Und der FC Kleinsteinhausen hatte noch die Chance, in die B-Klasse aufzusteigen“, erinnert sich der 57-Jährige. Es kam Corona, es kam der Saisonabbruch, und der FCK verpasste als Dritter knapp den Aufstieg.
Als erste Aufgabe mussten Freier und Utzinger eine Mannschaft zusammenstellen. Denn durch Vereinswechsel oder den Wechsel in den AH-Bereich verlor der FC Kleinsteinhausen viel fußballerische Erfahrung. Eine zweite Mannschaft oder ein Jugendteam, aus denen heraus die Lücke hätte geschlossen werden können, gab es nicht. „Ich bin mir sicher, ohne Bernd hätten wir das nicht geschafft. Es wäre schwierig geworden, eine Mannschaft zusammenzustellen“, lobt Freier, der bei der anstehenden Jahreshauptversammlung im September sein Amt als Vorsitzender abgeben wird, das Engagement des Coachs. Utzinger nutzte seine Kontakte, vereinte Spieler, denen er bereits in Jugendjahren das Fußballspielen nähergebracht hatte, wieder in Kleinsteinhausen. Und auch wenn Freier das Vorstandsamt abgibt: Er wird nah bei der Mannschaft bleiben. Und dann ist da noch Kleinsteinhausens Co-Trainer und Spielleiter Stefan Motsch. „Der ist ja für viele Spieler fast so was wie ein zweiter Papa“, unterstreicht Utzinger.
Ein gutes Mannschaftsgefühl zu finden sei wichtig, weiß Utzinger, der Teamgeist könne eine Mannschaft weit tragen. Auch fußballerisch möchte er Akzente setzen. Sportlichen Ehrgeiz hat er nach seiner Pause zuhauf. Das fängt schon im Training an. Training soll so viel Spaß machen, so abwechslungsreich sein, dass jeder einfach gerne kommt und sich dann zu 100 Prozent engagiert. Allein durch Schichtarbeit oder Studieren in einer etwas weiter entfernten Stadt, dazu andere Interessen bei den Spielern, „ist das schon eine Herausforderung“, weiß Utzinger.
Zwei ballverliebte Vierbeiner
Wenn es um die Frage geht, wie viel Spaß es machen kann, einem Ball hinterherzujagen, hat Utzinger aber noch zwei gute Beispielasse im Ärmel – genauer gesagt an der Leine. Die Labradore Floyd und Sira. Die vierbeinigen Geschwister, die im Leben der Utzingers eine wichtige Rolle spielen, „sind definitiv ballverliebt“, bestätigt er lachend. Deshalb sei es auch nicht zwingend angeraten, sie mit auf den Fußballplatz zu nehmen. Das Duell um den Ball könnte mancher Zweibeiner gegen die beiden verlieren. Wenn es allerdings gelinge, bei den Spielern so eine Begeisterung für den Ball mit Struktur im Spiel zu verbinden, „haben wir einiges erreicht“, sagt Utzinger.
Die Klasse, das Team
Spielklasse: C-Klasse Ps/Zwe West, Gruppe A
Vorjahresplatzierung: Platz 3, 43 Punkte, 67:22 Tore, Quotient: 2,38; bei Abbruch der Saison nach 18 Spielen
Trainer: Bernd Utzinger (57 Jahre) arbeitet als Beamter bei der Postbank. Er ist verheiratet, hat einen Sohn und lebt in Ixheim.
Veränderungen
Zugänge: Waldemar Kulibaba, Andreas Backes, Kerim Göz (alle SC Winterbach), Sven Marz, Franco-Lorenzo Giunta, Michael Kösterke (alle SG VB Zweibrücken/SV Ixheim), Drilon Brati (TSC Zweibrücken), Daniel Alves-Ebersoldt (SC Stambach)
Abgänge: Michael Reiser, Stefan Sprau, Sven Schöb, Alex Pfeifer (alle AH Kleinsteinhausen), Nikolas Bauch (SV Großsteinhausen), Marco Karaleic, Martin Brzoza, Mirco Ratzke, Adnan Beqa, Marco Lang (alle Ziel unbekannt)
Kader
Tor: Frank Freier, Sebastian Reitmann
Abwehr: Marc Dulisch, Daniel Peters, Sven Walter, Mirko Ratzke, Christian Ziegler, Sven Marz, Kerim Göz
Mittelfeld: Bülent Toprak, Ermias Kidane, Jens Busse, Jaden Abosh, Kian Abosh, Philipp Bruck, Drilon Brati, Michael Kösterke, Franco-Lorenzo Giunta
Angriff: Dominic Wagner, Frank Seider, Marco Karaleic, Max König, Max Gerlinger, Waldemar Kulibaba, Andreas Backes, Daniel Alves-Ebersoldt
Verein
Vorstand: Ein neuer Vorstand wird noch im September gewählt - Spielleiter: Stefan Motsch - Mitglieder: 350.