Speyer
Sorge um verfälschte Inzidenz nach Corona-Fällen in der AfA
Schon Anfang der Woche hatte Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) in dieser Angelegenheit an das Landesgesundheitsministerium geschrieben. Eine Antwort gebe es noch nicht, so ihre Sprecherin Lisa Eschenbach. Eine Mitteilung des Gesundheitsamts vom Donnerstag verleihe der Sache jetzt eine neue Dringlichkeit: Demnach seien 32 Corona-Fälle aus der AfA noch nicht in der Inzidenz vom Donnerstag berücksichtigt. Es handle sich ganz überwiegend um Neuankömmlinge, die ohnehin in Quarantäne seien.
Bisher wirken sich die Infizierten aus der AfA auf die Speyerer Inzidenz aus, werden aber nicht als Einwohner berücksichtigt. Speyerer ist somit bei der Inzidenz-Ermittlung gegenüber anderen Kommunen benachteiligt. In der AfA leben circa 700 Geflüchtete. „Es muss eine Lösung gefunden werden“, so Eschenbach. Das sei auch wichtig, „damit die Stimmung nicht in eine Richtung kippt, die keiner möchte“.
Vergleich mit US-Standorten
Hintergrund: Wenn die 32 Fälle in die Speyerer Inzidenz einfließen, erhöhen sie den Wert (Donnerstag: 142,4) um mehr als 60, sodass er wohl wieder über der 200er-Marke liegen würde. Und nach drei Tagen müssten dann die Regeln etwa im Sportbetrieb und für den Einzelhandel verschärft werden. Das sei aus Stadt-Sicht verzichtbar, wenn ein begrenztes und kontrolliertes Infektionscluster wie in der AfA ursächlich sei. Das Land habe auch für Gebiete mit vielen US-Soldaten schon Sonderregelungen zugelassen.
Am Donnerstag wurde laut Stadt eine weitere von Infektionen betroffene Einrichtung nachgemeldet: ein Therapiezentrum für Suchtkranke, in dem jetzt eine Reihentestung für 40 Personen veranlasst werde.