Speyer Pflegedienst Adessa plant ohne Normand-Reithalle

Denkmalgeschütztes Gebäude steht vor Verkauf und Umbau im Inneren: Reithalle Normand.
Denkmalgeschütztes Gebäude steht vor Verkauf und Umbau im Inneren: Reithalle Normand.

Der Rückzug der Firma PadA aus dem Verkaufsprozess für die Normand-Reithalle sorgt für ein Umdenken bei ihrem bisherigen Partner für das Projekt, der Speyerer Kinder- und Erwachsenenintensivpflege Adessa GmbH. „Wir sind weiter dringend auf der Suche nach Räumen“, sagt Adessa-Pflegedienstleiterin Alice Stopka.

Die PadA Immobilien-Projektentwicklung GmbH von Stefan Johann hatte vorige Woche laut Stadt ihr 730.000-Euro-Angebot für den Kauf der Reithalle zurückgezogen (wir berichteten). Am Donnerstag dieser Woche hätte es im Stadtrat den Zuschlag für einen der zwei nach einer Konzeptausschreibung verbliebenen Bietern geben sollen. Ohne PadA/Adessa, die die Einrichtung einer Intensivpflege-WG mit Pflegeschule geplant hatten, läuft es auf das Konzept „Speyer together“ hinaus, bei dem eine Investorengruppe um Unternehmer Michael Weber eine Begegnungsstätte und Büros plant.

„Unser Interesse ist nach wie vor dasselbe“, so Adessa-Pflegedienstleiterin Alice Stopka auf Anfrage. PadA-Geschäftsführer Stefan Johann hat seit Freitag eine RHEINPFALZ-Anfrage zu den Gründen nicht beantwortet. Bei Adessa sind Stopka und Geschäftsführer Köksal Ördek nach einem internen Austausch allerdings optimistisch, weiterhin mit ihm zusammenarbeiten zu können. Vielleicht biete das die Möglichkeit, sogar schneller an andere Räume für das Pflegeprojekt zu kommen.

Bedarf ist da

„Der Bedarf ist in keinster Weise geringer geworden“, betont Stopka. Der Pflegedienst sei schnell gewachsen und sehe noch weiteres Potenzial. Adessa habe aktuell 116 Mitarbeiter, die derzeit 30 Klienten überwiegend rund um die Uhr intensivmedizinisch zu Hause betreuten, berichtet sie. Der Bedarf steige stetig, quasi wöchentlich gebe es Anfragen von Krankenkassen und Kliniken, ob Kapazitäten frei seien. Die hätte das Konzept in der Reithalle geboten, so Stopka: „Das sind genau die großen Räume, die wir unter anderem für eine Beatmeten-WG bräuchten.“ Ohne Bauträger könne Adessa jedoch nicht tätig werden.

Das Unternehmen ist 2016 gegründet worden und aus Ludwigshafen nach Speyer umgezogen. Es wollte sich mit dem Reithallen-Projekt wesentlich weiterentwickeln. Bisher ist es mit seinen Büros in der Bahnhofstraße 36 eher beengt untergebracht. Die Intensivpatienten – acht im Erwachsenenalter, 22 jünger – würden bisher in ihrem häuslichen Umfeld betreut. Eine neue stationäre Einheit würde Erleichterungen für deren Familien bringen, so Stopka. Sie denkt an eine 18-jährige Patientin, deren Eltern wegen der Pflege zu Hause in all den Jahren keinen Urlaub hätten machen können.

Entscheidung am Donnerstag

Die Adessa GmbH will nun zunächst Gespräche suchen, bevor sie Aussagen zum weiteren Vorgehen macht. Der Stadtrat entscheidet am Donnerstag (17 Uhr, digitale Sitzung über den Gremienkanal der Stadt auf Youtube) über die Vergabe der denkmalgeschützten Immobilie an „Speyer together“. Ob Adessa in dieser Sitzung zum Zug gekommen wäre, ist fraglich, denn der Bauausschuss hatte vorab mit 4:1 Stimmen das andere Konzept empfohlen.