Speyer
Kritik aus der Karmeliterstraße an städtischen Verkehrsplänen
Zwischen den Einmündungen von Kapuzinergasse und Unterer Langgasse soll der allgemeine Kfz-Verkehr unterbrochen werden. Über diesen Vorschlag der Stadt soll der Stadtrat am 10. März entscheiden. Davon wäre auch die Zufahrt über den Postplatz zur Karmeliterstraße betroffen, was dortige Gewerbetreibende beunruhigt. „Nicht nur der Einzelhandel in den Straßen, sondern auch die Hotels, als auch die Kanzlei mit Sitz in der Karmeliterstraße leben von den Kunden, die mit dem Auto kommen“, urteilen gemeinsam die Theile Computer-Systeme GmbH, das Gästehaus Maximilian und die Kanzlei Dengler.
Die drei Betriebe haben an Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) geschrieben. Sie bitten um ein Gespräch mit der Stadtchefin, wie es diese für Anlieger angeboten habe. Sie seien nicht generell gegen Veränderungen, aber es gehe ihnen darum, „gemeinsam eine Zukunftslösung“ zu besprechen, so Theile-Chef Oliver Müller und Maximilian-Betreiber Tim Gast. Sie bedauern es, dass sie von den städtischen Plänen aus der Zeitung erfahren mussten.
„Eingreifender Schritt“
Es seien etliche Fragen offen, „die vor diesem eingreifenden Schritt gelöst werden sollten“, so die Geschäftsleute. „Und nicht erst, wenn es zu spät ist.“ Dazu gehöre die Frage, wie Kunden und Gäste die Betriebe und die Kanzleien künftig erreichen könnten. Eine Einfahrt allein von der Ludwigstraße bringe das Problem mit sich, dass es am Ende der Karmeliterstraße zu eng werden könnte, um für eine Ausfahrt zu wenden. Dabei sei stets zu bedenken, dass auch Lastwagen durchkommen müssten: Ware werde auf Paletten angeliefert, es würden große Teile versandt, zu Theile müssten Kunden ihre Computer bringen können, und das Gästehaus Maximilian sei unter anderem auf die Zufahrt für die Lastwagen angewiesen, die die Wäsche holen und bringen.
Die Unterzeichner machen auch Vorschläge, wie Reformen aussehen könnten: Der Postplatz müsse „als Erstes busfrei“ werden, die Gilgenstraße könnte im Bereich des Postplatzes verkehrsberuhigt nach dem Domplatz-Vorbild werden. Damit knüpfen die Karmeliterstraßen-Vertreter an Ideen an, die Peter Bödeker als Vorsitzender der Leistungsgemeinschaft „Das Herz Speyers“ vorgestellt hat. Aus der Gilgenstraße gab es hingegen schon Plädoyers für eine Einbahnstraße stadteinwärts.