Speyer / Römerberg
Erdöl: „Rüttler“ kommen wieder
Es gibt schon Daten zur Beschaffenheit des Untergrunds in Rheinland-Pfalz. Sie stammen dem Konsortium der beiden Firmen zufolge von sogenannten 3D-seismischen Messungen aus den Jahren 2011/12. Sie sollen nun ergänzt werden. Diesmal seien es 2D-seismische Messungen, bei denen entlang einer möglichst geraden Linie gemessen wird, informiert Sandra Arndt, Sprecherin von Neptune Energy. Es handle sich um Programme zur Erkundung des tiefen Untergrunds auf mögliche Lagerstätten von Erdöl und Erdgas, die von den zuständigen Landesämtern in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg genehmigt seien.
Ab Mitte Februar werden die beiden Firmen laut Arndt im Speyer und Römerberg umfassenden Lizenzgebiet sowie in Neulußheim auf baden-württembergischer Seite tätig werden. „Die anstehende Messung wird zeitlich eng begrenzt sein und über einen Zeitraum von maximal drei Wochen dauern“, so Arndt. Auf vier Messlinien sollen demnach „Anregungsfahrzeuge“ fahren und Signale in den Boden senden. „Die Vermessung jeder Linie wird je nach Länge rund ein bis zwei Tage dauern.“ Dazu kommen Vor- und Nachbereitung.
Vier Kilometer in der Pfalz
Es gehe um vier Kilometer auf pfälzischer und um 27 auf badischer Seite. Bei Speyer gehe es um eine Achse südlich des Flugplatzes über die Insel Horn an den Rhein, in Römerberg um eine Achse an Heiligenstein und Mechtersheim vorbei an den Fluss. In Baden seien die Gemarkungen von Hockenheim, Altlußheim, Neulußheim und Reilingen betroffen. Die laut Arndt „mittelgroßen Vibroseis-Fahrzeuge, die deutlich leichter als die früherer Messungen in der Region sind“, sollen außerhalb von Wohngebieten im Bereich landwirtschaftlicher Flächen und von Wäldern unterwegs sein. Für die Bevölkerung in dichter besiedeltem Gebiet sei mit keinen Beeinträchtigungen zu rechnen.
In dieser Woche laufen dem Erdöl-Konsortium zufolge schon Vorerkundungen, bei denen Zugangs- sowie Wegerechte eingeholt würden. Arndt: „Dabei werden Grundstückseigentümer, Pächter und Behörden angesprochen. Ziel ist es, die Auslage der kabellosen Geophone, welche die Signale aus dem Untergrund aufnehmen, zu ermöglichen.“ Unter anderem werde mit der Stadt Speyer verhandelt. Alle 25 Meter sollten Empfangsstationen aufgebaut werden, kleine Kunststoffboxen, zu denen jeweils neun oder zwölf Geophone gehörten. Bei dem Vibroseisverfahren wird laut Arndt über ein Schwinggewicht im Fahrzeug Energie erzeugt und durch eine Bodenplatte in den Untergrund übertragen. Für zusätzliche Messungen sei auch ein Unimog unterwegs, der an bestimmten Stellen ein zirka 250 Kilogramm schweres Gewicht auf eine Metallplatte am Boden fallen lässt.
Neue Bohrung geplant
Das Erdöl-Konsortium informiert über seine Projekte in der Region unter www.erdoel-in-speyer.de. In Speyer darf es bis zu 500 Tonnen Öl täglich fördern, hat beim Land aber schon länger eine Ausweitung der Förderung beantragt. Dazu gebe es keine neuen Informationen, berichtet Arndt auf Anfrage. Sieben Bohrungen sowie zwei Hilfsbohrungen auf zwei Betriebsplätzen an der Siemensstraße und Franz-Kirrmeier-Straße haben die Firmen schon vorgenommen, weitere sollen hinzukommen, die nächste laut Plan ab März in der Siemensstraße. Auch bei Schwegenheim gab es eine Probebohrung, in Otterstadt ist eine weitere geplant.
„Die neuen Messungen bedeuten noch nicht, dass wir mehr oder weniger Öl fördern wollen“, sagt Arndt. Es gehe darum, weitere Daten über die Lagerstätte zu erhalten, vor allem von badischer Seite.