Speyer
Das sind die Pläne der neuen Wirtschaftsförderin
Ehrensache, dass die neue Chefin der Wirtschaftsförderung Speyers Wirtschaft in jeder Hinsicht unterstützt. Dazu gehört klassischerweise der Besuch am Brezelhäuschen. „Ich muss erst mal Pfälzisch lernen“, habe sie dabei aber gemerkt. Katja Gerwig, 34 Jahre alt, ist in Stuttgart aufgewachsen, hat in Gießen studiert – nach einem Sprach-, Kultur- und Wirtschaftsstudium noch Management – und dann in Hessen ihre erste Stelle angetreten. Bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Hanau hat sie sich in zehn Jahren hochgearbeitet zur stellvertretenden Abteilungsleiterin. Nun ist sie zur Stadtverwaltung gewechselt.
Die „Wifö“ war nach dem Abschied von Vorgängerin Silvia Gonsior über Monate unbesetzt. Die Aufwertung der Stabsstelle um die Gebiete Veranstaltungen und Stadtmarketing hatte auch noch nicht in Gänze greifen können, weil gleich nach der Umstrukturierung die Pandemie vieles unmöglich gemacht hat. „Corona hat uns gezeigt, dass wir uns neu aufstellen müssen“, sagt Gerwig. Sie könne quasi „von null“ anfangen und ihrer Abteilung ein eigenes Profil verleihen. Klar sei schon jetzt, dass der Bereich Veranstaltung „neu gedacht“ werden solle und dass für sie zum Stadtmarketing über den Tourismus hinaus viele Wirtschaftsbereiche gehörten.
Sorgen, Nöte, Wünsche kennenlernen
Bei den Veranstaltungen blieben Frühjahrs- und Herbstmesse, Altstadtfest und Weihnachtsmarkt gesetzt. Hier sei die Stadt der Veranstalter, der aber weiterhin auch mit Partnern wie dem Verkehrsverein beim Brezelfest oder dem Kaisertafel-Verein zusammenarbeiten wolle. Gerwig sagt noch nichts dazu, welches Veranstaltungsschema sie um die großen Feste herum sie anstrebt. Mit der von der Leistungsgemeinschaft „Das Herz Speyers“ ins Gespräch gebrachten Stadtmarketing GmbH könnte sie leben, betont sie. Jetzt liefen Gespräche dazu an.
Vier Mitarbeiter hat Gerwig in ihrem Bereich. Sie persönlich will Bestandsunternehmen betreuen und Existenzgründer fördern. „Ich will die Sorgen, Nöte und Wünsche der Unternehmen kennenlernen“, kündigt sie an. Existenzgründer sorgten für „frischen Wind“, für sie solle die Verwaltung eine Anlaufstelle sein, möglicherweise auch mit speziellen Sprechstunden, das sei noch offen.
Bewusst für Speyer entschieden
„Ich habe mich sehr bewusst für Speyer und die Wirtschaftsförderung entschieden“, sagt Gerwig. Sie sei wohl „der häufigste Gast auf der Homepage der Stadt“ gewesen, bis dort endlich das passende Stellenangebot erschien. Unter 23 Bewerbern kam sie zum Zug. Mit Mann und Kind wohnt Gerwig mittlerweile auch in der Stadt, die sie wegen ihrer mittleren Größe („Ich bin nicht so der Großstadtmensch“) und wegen der hier lebenden Verwandtschaft wie magisch angezogen hat.
Hier will sie nicht nur persönlich Fuß fassen, sondern auch eine starke Wirtschaftsförderung leiten. Reisen mit Mexiko als Glanzlicht und lateinamerikanischen Tanz nennt sie als Hobbys. „Ich bin am Sondieren“, berichtet Gerwig und meint damit Privates wie Berufliches. Die pfälzische Sprache ist für die trotz ihrer schwäbischen Herkunft bisherige Nicht-Dialektsprecherin deshalb nur eines von mehreren Projekten.