Schwegenheim
Corona-Ausbruch in Schwegenheim: Kita-Eltern teils optimistisch, teils verunsichert
Zwei Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) stehen am Eingang vor der Kita und weisen den Eltern den Weg. Auf dem Boden sind Linien eingezeichnet, damit die Wartenden ausreichend Abstand halten. Zwischen 7 und 12 Uhr können die Eltern ihre Kinder zur Testuntersuchung bringen. Wie Kita-Leiter Oliver Klar gegenüber der RHEINPFALZ sagt, seien gleich um 7 Uhr einige Eltern gekommen. Ab 8 Uhr nahm der Zulauf ab. Klar vermutet, dass einige Eltern die Zeit nutzten, um ausgiebiger als sonst zu frühstücken. Die Kita bleibt diese Woche geschlossen.
Für die Schwegenheimerin Alena Hust ist das organisatorisch kein Problem. Die 27-jährige Mutter von vier Jungs – drei besuchen die Kita – ist wegen ihres jüngsten Sohns noch zu Hause. Wie sie die Kinder – nach der wochenlangen Schließung aller Kitas – nun auch noch diese Woche zu Hause beschäftigt, weiß sie noch nicht: „Basteln haben sie schon satt“, sagt Hust und lacht. Der Corona-Ausbruch in Schwegenheim mache ihr eigentlich keine Angst, sagt die junge Mutter. Sie habe eher Angst vor den Folgen. Ihr ältester Sohn sollte nach den Sommerferien eingeschult werden, ob das klappt und wie sein erster Schultag ablaufen wird, sei noch unklar.
Lob für Mitarbeiter aus Gesundheitswesen
Eine andere Mutter hat gerade ihren fünfjährigen Sohn ins Auto gesetzt. Sie lobt die Mitarbeiter des Gesundheitsamts, des DRK und der mobilen Abstrichteams, die die Testuntersuchungen mit Nasenrachenabstrich vornehmen. Alle seien sehr freundlich. Ihr Sohn sei sehr aufgeregt gewesen. „Er mag normalerweise keine Abstriche.“ Die Mitarbeiter hätten aber alles sehr gut erklärt, lobt die Schwegenheimerin. Sie hat noch zwei weitere Söhne, die die Grundschule besuchen. Dass diese nicht getestet werden, verunsichere sie, gibt die Frau zu. Am Montagnachmittag wurde bekannt, dass vor den Sommerferien kein Unterricht mehr an der Grundschule stattfinden wird.
Mustafa Kurt, der zwei Töchter in der Kita hat, lobt die Organisation der Kreisverwaltung und der Ortsgemeinde. Er habe über die RHEINPFALZ im Internet über den Corona-Ausbruch in Schwegenheim erfahren. Die Eltern der Kita-Kinder seien aber auch telefonisch informiert worden. Am Sonntagabend fand eine Informationsveranstaltung im Bürgerhaus statt, bei der über die Testuntersuchungen informiert wurde. Kurt hat keine Bedenken wegen des Ausbruchs. „Selbst wenn, dann müssen die Leute in Quarantäne. Wenn sie sich daran halten, dann ist das kein Problem“, sagt er. Für ihn und seine Frau ist die einwöchige Schließung der Kita keine große organisatorische Herausforderung. Er und seine Frau seien beide Lehrer. Die Schulleiter seien sehr umsichtig und kämen den beiden entgegen. Kollegen könnten die Fehlzeiten auffangen, freut sich Kurt über den Zusammenhalt in seiner und der Schulgemeinschaft seiner Frau.
„Kein super Gefühl“
Eine andere Frau, die ebenfalls als Lehrerin arbeitet und ihre beiden Kinder zur Testuntersuchung gebracht hat, hat dagegen weniger Zeit für ein Gespräch mit der RHEINPFALZ. Sie wisse noch nicht, wie die Kinder diese Woche betreut werden können, gibt die 33-Jährige zu. Wahrscheinlich müsse ihr Mann zu Hause bleiben. Mit Blick auf den Corona-Ausbruch in Schwegenheim habe sie „kein super Gefühl“. Man würde schon gerne wissen, ob man das Virus hat oder nicht, sagt die Frau. Mit den Testergebnissen rechnet das Gesundheitsamt gegen Ende der Woche.
Auch Kerry Heinrich sorgt sich. Sie habe zuletzt eine schwere Lungenentzündung gehabt, erzählt sie. Außerdem mache sie sich Gedanken um die Großeltern. Die 41-Jährige hat zwei Töchter, die die Kita besuchen. Sie lobt ihre beiden Mädchen, wie toll sie bei der Testuntersuchung mitgemacht hätten. Die Organisation bezeichnet sie als „super“. Die Schwegenheimerin will mit ihrer Familie nun zu Hause bleiben, bis die Testergebnisse ihrer Kinder vorliegen. „Ich habe zum Glück Kurzarbeit“, sagt Heinrich zum Umstand, dass sie diese Woche sowieso nicht hätte zur Arbeit gehen müssen.
Wie Landrat Fritz Brechtel (CDU) am Montagnachmittag auf einer Pressekonferenz resümierte, seien am Montag rund 170 Kita-Kinder sowie einige Eltern freiwillig auf das Virus getestet worden. Diese arbeiteten entweder im Gesundheits- oder Pflegebereich oder zeigten selbst Symptome.