Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Carsten Dörr, ein Leben für den Fußball

Und auch mal Cheftrainer in Geinsheim: Carsten Dörr (Dritter von links).
Und auch mal Cheftrainer in Geinsheim: Carsten Dörr (Dritter von links).

Carsten Dörrs Heimatverein ist der FV Berghausen. Lange wirkt er beim FV Dudenhofen. Nun kümmert sich „Katze“, so sein Spitzname, um die Torwarttalente des SV Waldhof und um einen Kumpel beim SV Geinsheim. Er nennt seine Favoriten der Keeper.

Carsten Dörr lebt für den Fußball. Der Familienvater ist in verschiedenen Vereinen und Verbänden tätig, kümmert sich um die Weiterentwicklung der Torhüter. Hierbei blickt er auf einen großen Erfahrungsschatz zurück. Wenn Dörr aufzählt, wo er momentan überall wirkt, dauert das ein bisschen: Dörr trainiert die Torwart-Talente der Unter-13- und 14-Jährigen beim SV Waldhof Mannheim.

In der Herren Landesliga kümmert er sich beim SV Geinsheim um die Schlussleute. Für den Deutschen Fußball-Bund arbeitet er sowohl als DFB-Mobil-Teamer als auch als DFB-Stützpunkttrainer in Maikammer. Er ist in Besitz der Trainer-B-Lizenz und absolvierte den Torwarttrainer Leistungslehrgang.

Reizvolle Aufgaben

Zu viel sei ihm all das nicht, versichert er glaubwürdig. Eher reizen ihn die vielen verschiedenen und abwechslungsreichen Aufgaben. „Ich habe am Stützpunkt die Basics im Grundlagenbereich zu vermitteln, beim SV Waldhof den Aufbaubereich und den Leistungsbereich bei den Aktiven. Das macht die Sache sehr spannend, und ich muss mich immer wieder den verschiedenen Aufgaben stellen und anpassen.“

In Geinsheim arbeitet er unter anderem mit Torwart Marcel Johann zusammen, den er schon zu seiner Zeit als Coach beim FV Dudenhofen betreute. „Wir kennen uns über einen längeren Zeitraum und pflegen privat ein freundschaftliches Verhältnis. Aber auf dem Platz und im Training genießt er keine Privilegien, ganz im Gegenteil. Er arbeitet hart an sich, ist top motiviert und über Jahre bringt er herausragende Leistungen“, findet Dörr lobende Worte über den Routinier.

Schöne Erinnerungen

Auch an die Zeit beim FVD erinnert er sich sehr gerne zurück, voll ins Trainerteam integriert, wie er selbst sagt. „Leider musste ich nach acht Jahren berufsbedingt aufhören, schaue aber natürlich immer noch mit einem Auge drauf“, erklärt der BASF-Mitarbeiter. Er absolvierte eine Weiterbildung zum Industriemeister.

Dörr übte aber auch schon die Position des Cheftrainers aus. Bei seinem Heimatverein, A-Klassist FV Berghausen, wirkte er anderthalb Jahre hauptverantwortlich. Er stellte gewaltige Unterschiede zu seiner vorherigen Rolle fest: „Als Torwarttrainer hast du eine enge Beziehung zu deinen Keepern, kleine Gruppe, alles persönlicher. Es herrscht ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis. Plötzlich bist du verantwortlich für das gesamte Team, die Trainingsplanung, die Gegneranalyse und die Mannschaftsführung. Es war eine tolle Erfahrung und hat mich auch in diesem Bereich weitergebracht. Es hat riesig Spaß gemacht mit einem super Staff zu arbeiten sowie einer guten Mannschaft in einem klasse Verein. Leider war coronabedingt kein normaler Trainings- und Spielbetrieb möglich.“

Talent zuwenig

Mit seiner jahrelangen Erfahrung gibt es für ihn unterschiedliche Talentkriterien bei jungen Torhütern. Bei der Sichtung für den DFB-Stützpunkt schaue er zunächst auf das Spielverhalten: Wie gibt er sich? Hat er Selbstvertrauen, und übernimmt er Verantwortung? Kommuniziert er? Wie geht er zum Ball? Im Training übt er dann die Techniken ein.

Er betont: „Talent alleine reicht nicht. Junge Keeper müssen einen Entwicklungsprozess durchlaufen, begleitet mit einem kompetenten Torwarttrainer, der sie prägt. Gute Grundausbildung, eine Portion Ehrgeiz, Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen und das wichtigste, Spaß und Freude an der Sache.“

Top Drei

Im Profibereich legt sich Dörr auf die drei besten Torhüter der Welt fest: Thibaut Courtois (Real Madrid), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona) und Ederson (Manchester City). Seine Begründung: „Courtois besitzt trotz seiner Größe gute Wendigkeit und Geschicklichkeit, schnelle Beine, große Spannweite, Reaktionsschnelligkeit und gute Strafraumbeherrschung. Ter Stegen ist spielerisch stark, der Pässe hinter der Abwehr abfängt, eine schnelle Spieleröffnung mitbringt und beim Aufbauspiel als Anspieler offene Räume zielsicher anvisiert. Er passt somit perfekt zu Barcelonas Stil. Ederson bringt auch alles mit, auch stark am Fuß, ein mutiger Torwart.“

Eines steht fest: Carsten Dörr gibt noch einigen jungen Torhütern auf ihrem Weg in den Herrenfußball ein gutes Grundgerüst mit und entwickelt sie weiter, immer zu beobachten: Auch er selbst hat mächtig Spaß an seinen Aufgaben und steht mit Freude auf dem Rasen.

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