Homburg RHEINPFALZ Plus Artikel Wie Benjamin Böhme Homburg zum Klimaschutz-Vorbild machen will

Homburger, die nicht mit dem Fahrrad fahren wollen, können laut Böhme mit einer Fahrt im Bus zum Klimaschutz beitragen.
Homburger, die nicht mit dem Fahrrad fahren wollen, können laut Böhme mit einer Fahrt im Bus zum Klimaschutz beitragen.

Benjamin Böhme ist seit einem Jahr Klimaschutzbeauftragter der Stadt Homburg. Am 22. März veranstaltet er einen Klimaschutz-Workshop. RHEINPFALZ-Mitarbeiterin Konstanze Führlbeck hat sich mit ihm über seine Arbeit unterhalten.

Herr Böhme, wie ist die Idee zu dem Workshop entstanden? Und was wollen Sie da machen?
Um unser Klimaschutzkonzept hier in Homburg zu erstellen, ist Öffentlichkeitsbeteiligung angedacht. Zunächst wird der Bürgermeister zum Thema Klimaschutz hinleiten. Außerdem kommen Mitarbeiter vom IFAs, das ist das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement vom Umweltcampus Birkenfeld. Sie stehen mir als externer Dienstleister zur Verfügung und haben mich bei der Erstellung der Energie- und Treibhausgasbilanz beim Klimaschutzkonzepts unterstützt. Sie stellen die Ergebnisse dieser Energie- und Treibhausgasbilanz vor. Dann kommt auch Ina Kunz von der Arge Solar in Saarbrücken und stellt das Projekt KlikkS - Klimaschutz in kleinen Kommunen und Stadtteilen vor. Es sieht die Beteiligung von ehrenamtlichen Klimaschutzpaten vor.

Was macht ein Klimaschutzpate?
Da können zum Beispiel die Teilnehmer des Workshops sich bereiterklären, eigene Klimaschutzkonzepte in Homburg umzusetzen. Ina Kunz unterstützt sie dabei. Dieses Projekt bewerben wir aktuell noch.

Was sind weitere Workshop-Themen?
Im zweiten Teil wollen wir verschiedene Bereiche im Sitzungssaal mit speziellen Themen vorbereiten, die dann betrachtet werden können, zum Beispiel durch Stellwände oder Magnetwände, das steht noch nicht genau fest.

Welche Themen sind das?
Mögliche Themen sind erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität, natürlicher Klimaschutz – und natürlich Information und Beratung zu diesen Themen. Die Bürger können herumgehen und Vorschläge machen, was man noch als Maßnahmen in die Entwicklung des Klimaschutzes einfließen lassen könnte. Wir hoffen auf Kritik und Lob. Der Workshop will die Bürger beteiligen. Anhand der Themen können sie mit den Experten ins Gespräch kommen. Daraus entsteht der weitere Ablauf des Workshops. Je nach Beteiligung wird er also länger oder kürzer. Ich lasse dann die Inhalte des zweiten Teils Revue passieren und weise auf Beteiligungsmöglichkeiten im Rahmen von KlikkS hin. Bei unserem Workshop geht es uns um Information und Bürgerbeteiligung.

Warum das Ganze genau jetzt?
Das hat jetzt in den Zeitablauf einfach reingepasst. Unser Klimaschutzkonzept sieht Bürgerbeteiligung vor und die wird zum Beispiel durch einen solchen Workshop erreicht. Als die IFAs Ende Januar mit ihrer Bilanz fertig geworden ist, hab' ich mir diesen Workshop überlegt.

Verfolgen Sie als Klimaschutzbeauftragter neue Arbeitsstrategien?
Über Workshops möchte ich die Bürger an unserem Klimaschutzkonzept beteiligen, ich möchte Klimaschutzpaten gewinnen und ich habe bis zum 30. April auf der Webseite der Stadt Homburg eine Klimaschutzumfrage, die etwa sechs bis acht Minuten dauert, zum Klimaschutz in Homburg geschaltet. So will ich die Bürger mit ins Boot nehmen und ein generelles Stimmungsbild bekommen. Wie haben die Menschen Klimaschutz erlebt und was wünschen sie sich? Ich selbst arbeite zwei Tage in der Woche im Homeoffice, wenn das möglich ist. Auch das spart Emissionen ein.

Was sind Ihre persönlichen Schwerpunkte beim Klimaschutz?
Ich bin leidenschaftlicher Fahrradfahrer und es sollte viele gut ausgebaute Wege dafür geben. Außerdem engagiere ich mich für erneuerbare Energien wie Windkraft und Photovoltaik.

Es können aber nicht alle aufs Fahrrad umsteigen.
Die Stadtbusse sind niedrige Fahrzeuge. Da kann man eine Platte ausklappen und der Fahrer kann helfen, wenn jemand mit dem Rollator oder dem Rollstuhl einsteigen will.

Was hat sich in Homburg beim Klimaschutz getan?
Das Thema ist stärker geworden. Vorher lief es mit, jetzt ist es in aller Munde. Allerdings ist es im Alltag für die Bürger nicht immer so einfach, Klimaschutz umzusetzen. Wärmepumpen sind aktuell schwer zu beschaffen, die Handwerker dafür sind rar und teuer.

Welche Auswirkungen hatten Ukraine-Krieg und Energiekrise?
Der Ukraine-Krieg hat das Augenmerk der Menschen ein Stück vom Klimaschutz wegbewegt. Klimaschutz bleibt aber weiter präsent, vor dem Ukraine-Krieg war er allerdings für viele Bürger das bestimmende Thema.

Was sind Ihre weiteren Pläne?
Ich möchte das bisher Angestoßene vorantreiben und das Klimaschutzkonzept weiterschreiben und beenden. Und man kann schon einzelne Maßnahmen andenken, zum Beispiel ein Radverkehrskonzept.

Wird mit anderen Kommunen zusammengearbeitet?
Es gibt Treffen der Klimaschutzmanager in Saarbrücken, da treffen wir uns häufiger mit den Kollegen in den Landkreisen. Und es gibt ein jährliches Treffen der Klimaschutzmanager von Rheinland-Pfalz, Saarland und Baden-Württemberg. Ein bundesweites Treffen fand letztes Jahr in Erfurt statt.

Klimaworkshop

Der Klimaworkshop findet am 22. März, 17 Uhr, im Rathaus statt. Anmeldung bis Freitag, 17. März, per Mail an benjamin.boehme@homburg.de.

Benjamin Böhme ist Klimaschutzmanager der Stadt Homburg und hat den Workshop initiiert.
Benjamin Böhme ist Klimaschutzmanager der Stadt Homburg und hat den Workshop initiiert.
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