Schweyen
Motocrosser in Schweyen lassen sich von Corona nicht stoppen
Schaut man sich die Nummernschilder an den Personenwagen und Reisemobilen an, die sich in diesen Tagen um die Anlage hinter der französischen Grenze scharen, stellt man fest, dass viele der Crosser, die hier ihrem Sport nachgehen, aus Deutschland kommen. „Unsere Bahnen sind täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet“, sagt Felix Maurer, der Vorsitzende des Motocross-Vereins MX Schweyen. „Nur vorige Woche am Donnerstag und Freitag hatten wir zu. Da war das Wetter zu schlecht. Wir brauchten Zeit, um die ganze Strecke vom Schlamm zu befreien.“ Der Club habe drei Radlader im Einsatz, um den Rennparcours an den Wochenenden mehrmals zu schieben und zu bewässern. „Und die Woche über je nach Bedarf.“ Zurzeit seien es täglich 70 bis 80 Motorradfahrer, die hier ihr Können auf der Piste erproben. Der 2,5 Kilometer lange Rundkurs wartet mit 16 Kurven aller Schwierigkeitsgrade und mit 22 Sprüngen auf. „Außerdem haben wir eine 670 Meter lange Juniorstrecke für Anfänger, Jugendliche und Kinder.“
Um 17 Uhr ist Schluss
Manch einer, der die strengen deutschen Corona-Beschränkungen verinnerlicht hat, mag sich ob dieses munteren Treibens verwundert die Augen reiben. Geht das überhaupt? All die vielen Personen, die dort Motorrad fahren? Ganz zu schweigen von den dort kampierenden Wohnwagen-Karawanen?
„Ja, das geht“, betont der Vorsitzende. „Wer mehr als einen Tage an unserer Anlage verbringen möchte, der muss einen negativen PCR-Test vorweisen“, stellt Felix Maurer klar. Wer sich zu Fuß auf dem Gelände bewegt, müsse die Maskenpflicht einhalten. Die Besucher seien aufgerufen, sich an den bereitgestellten Desinfektionsmittelspendern zu bedienen. „Beim Motorradfahren auf der Bahn tragen die Leute natürlich ihren Helm und darunter ihre Sturmhaube“, gibt der Clubchef zu bedenken. „Und die Toiletten werden von uns mehrmals am Tag desinfiziert.“
Tagesgäste, so erläutert Felix Maurer im Gespräch mit der RHEINPFALZ, müssen gegen Abend spätestens um 18 Uhr wieder zuhause sein – beziehungsweise auf der deutschen Seite der Grenze: Dann beginnt nämlich die nächtliche Ausgangssperre, die zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Lothringen gilt. „Weil um 18 Uhr die Ausgangssperre beginnt, machen wir hier derzeit ja täglich um 17 Uhr Schluss. Und nach 15 Uhr werden auch keine Neueinschreibungen fürs Training am gleichen Tag mehr angenommen.“
Keine Testpflicht für Kurzgäste aus der Region
Kurzbesucher aus der grenznahen pfälzischen und saarländischen Region, die sich an diese Regeln halten, brauchen für ihren Tagesaufenthalt keinen Test nachzuweisen.
Tagestickets fürs Motocross-Training auf der ostfranzösischen Anlage kosten 25 Euro für Erwachsene, 20 Euro für Jugendliche und zwölf Euro für Kinder bis zehn Jahre.
„Die Leute mit Wohnwagen und Reisemobilen sind aufgefordert, Abstand zu halten“, erklärt der Vorsitzende des MX Schweyen. Im Fahrerlager betrage die maximale Aufenthaltsdauer acht Tage.
Maurer: „Wer sich bei uns nicht an die Regeln hält, der muss damit rechnen, dass er weggeschickt wird.“