Homburg
Kein eigenes Impfzentrum für die Stadt Homburg
Die Ortsvorsteher der Homburger Stadtteile Einöd, Wörschweiler, Kirrberg und Jägersburg sehen den Weg ins gemeinsame Neunkircher Impfzentrum für die drei Landkreise Saarpfalz, St. Wendel und Neunkirchen als zu beschwerlich an. Barbara Spaniol (Linke), Mitglied des Homburger Stadtrats und des saarländischen Landtags, hatte die Forderung nach einem Homburger Impfzentrum schon vor Wochen erhoben. Sie hält es für „kaum nachvollziehbar, warum die Universitätsstadt Homburg als drittgrößte Stadt im Land mit Sitz des Landesuniversitätsklinikums kein eigenes Impfzentrum anbieten soll“. Die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Neunkirchen-Sinnerthal dauere über eine Stunde, was „für über 80-Jährige mit eingeschränkter Mobilität schwer machbar“ sei. Spaniol: „Dass jetzt Fahrdienste über DRK, Malteser, Johanniter und andere ebenso wie von Hilfsorganisation wie Mobisaar angeboten werden, ist sicher eine Erleichterung. Damit nicht jede einzelne Organisation mit Warteschleifen von den Menschen abtelefoniert werden muss, wäre eine Hotline der Stadt zielführend, die die Abfrage nach Transportmöglichkeiten für Ältere übernimmt. Dazu sollten die betroffenen Bürger angeschrieben werden.“ Und mobile Impfteams sollten Menschen auch zuhause aufsuchen.
Ende Januar bat der Homburger Bürgermeister Michael Forster den Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo in einem Brief, das Anliegen zu prüfen.
„Lokalpolitisch motiviertes Wunschdenken“
Der erklärt nun, dass „lokalpolitisch motiviertes Wunschdenken nachvollziehbar, aber leider nicht immer umsetzbar“ sei. Gallo erinnert daran, dass die saarländische Regierung Ende November 2020 die Kreise gebeten habe, „drei regional verteilte Impfzentren“ quer über das Bundesland einzurichten, um deren Betrieb ab 15. Dezember 2020 zu gewährleisten. Gallo: „Der Vorschlag zielte auf ein ,Impfzentrum Ost’ ab.“ Binnen weniger Tage hätten die drei Kreise Saarpfalz, Neunkirchen und St. Wendel den gemeinsamen Betrieb des Zentrums im früheren Praktiker-Baumarkt Sinnerthal organisiert. Übrigens habe der Saarpfalz-Kreis innerhalb dieser Kooperation die Ausstattung mit medizinischem Personal übernommen.
„In der Mitte der drei Kreise“
„Im Saarpfalz-Kreis wäre es schwierig gewesen, in dieser Frist eine vergleichbare Immobilie zu finden“, sagt Gallo. Zudem habe der Saarpfalz-Kreis mit dem Vorhalten der Corona-Notfallklinik in der Turnhalle der Erbacher Sandrennbahn-Schule bereits eine große Aufgabe übernommen. Diese Einrichtung, offiziell Versorgungszentrum genannt, werde weiter für den Fall gebraucht, dass die Kapazitäten in den Krankenhäusern nicht mehr ausreichen sollten. Der Standort in Neunkirchen liege „nahezu in der Mitte der drei Landkreise“. Dort seien täglich bis zu 1000 Impfungen möglich. Über die B 41, die A 8 und den Busverkehr sei eine gute Anbindung gegeben.
Warten auf mehr Impfstoff
Zudem, so Gallo, habe man inzwischen mit mehreren Unternehmen und Verbänden „ein umfangreiches Transportkonzept“ für mobilitätsbeschränkte Impflinge erarbeitet. „Ein solches Angebot müssten wir selbstverständlich auch vorhalten, wenn sich ein Impfzentrum im Homburger Stadtgebiet befände“, so der Landrat.
Zudem würde ein zusätzliches Impfzentrum in Homburg „aufgrund der begrenzten Anzahl der Impfdosen den Impfprozess für die einzelnen Bürger nicht beschleunigen“. Der Landrat hofft, dass in absehbarer Zeit viel mehr Impfstoff erhältlich ist, sodass die Vakzine dann auch von niedergelassenen Ärzten verabreicht werden können. Bis es soweit sei, müsse man „Geduld aufbringen, so hart das auch klingen mag“.