Reha-Sport
Wieder Gruppenkurse in Pirmasenser Fitness-Studios
Die am 1. Dezember in Kraft getretene 13. Corona-Bekämpfungsverordnung von Rheinland-Pfalz stuft Reha-Sport als medizinische Dienstleistung ein. Deshalb sind vom Arzt verschriebene Rehabilitationsmaßnahmen auch in geschlossenen Räumen und in Gruppen gestattet, sofern die notwendigen Hygienemaßnahmen beachtet werden.
Bereits am Montagmorgen legte der Pirmasenser Campus-Club los. Das Wochenprogramm sieht zehn 45-minütige Kurse vor. Jeder Teilnehmer muss sich vorher anmelden und dann bereits in Sportkleidung ins Gebäude an der Kantstraße kommen, da die Umkleideräume geschlossen sind. Jeder muss seine eigene Gymnastikmatte mitbringen.
Zehn Quadratmeter für jeden
Christoffer Lorett, Inhaber der Pirmasenser Ergo-Fitnessworld, freut sich, „nach den harten Entscheidungen und schlechten Mitteilungen der letzten Tage und Wochen“ ab Mittwoch wenigstens wieder Reha-Sport anbieten zu können. Damit jeder mindestens zehn Quadratmeter Übungsraum zur Verfügung hat, dürfen an einem Kurs maximal zwölf Personen teilnehmen. Lorett präzisiert seine Hygienemaßnahmen: „Die Nutzung der Umkleide ist ausschließlich für das Wechseln der Schuhe vorgesehen. Sie muss einzeln betreten werden. Das Tragen eines Mundschutzes ist bis zum festen Platz im Kursraum verpflichtend. Erst dort kann er bei Bedarf abgenommen werden.“ Außerdem werde an der Rheinstraße das regelmäßige Lüften beherzigt, weshalb er die Kursteilnehmer bittet, „an etwas wärmere Kleidung zu denken“. Er plant pro Woche mit elf einstündigen Kursen (vorwiegend Wirbelsäulengymnastik). Lorett: „Für uns alle ist es ein erster winziger Schritt in Richtung Normalität.“
Geschlossen bleiben dagegen die vier Niederlassungen des Springer-Fitness- und Gesundheitsclubs in Pirmasens, Rodalben, Zweibrücken und Ramstein. „Reha-Sport wird bei uns erst wieder angeboten, wenn der Studiobetrieb, der meiner Meinung nach völlig unbegründet eingestellt wurde, wieder gestattet ist“, teilt Inhaber Lars Springer mit. Er habe „bereits gegen diese Ungerechtigkeit geklagt“, sei aber in erster Instanz abgewiesen worden.
„Aufgrund der aktuellen geringen Nachfrage ist der Reha-Sport-Betrieb in unserer Anlage ausgesetzt“, antwortete die Fitness Factory in der Pirmasenser Schachenstraße auf die RHEINPFALZ-Anfrage.
Verein will nicht aussortieren
Auch die größten Sportvereine der Stadt und des Landkreises, der TV Pirmasens und die TS Rodalben, haben eigentlich Reha-Sport in ihrem Programm, zögern aber noch, diesen wieder anzubieten. Der TV Pirmasens will nach den Worten seiner Vorsitzenden Manuela Sauer „bis Ende des Jahres nichts mehr machen“. Sie beschreibt das Dilemma so: „Wir könnten ja nur diejenigen teilnehmen lassen, die eine ärztliche Verordnung haben, müssten also die anderen, die ,nur’ Mitglied sind, dann aussortieren. Und das wollen wir nicht.“ Wie der TVP im Januar weiter verfährt, soll in einer Vorstandssitzung am Dienstag besprochen werden.
Wichtige Einnahmequelle
Für Inge Hollerith, die Turn-Abteilungsleiterin der TS Rodalben, sind „der orthopädische Reha-Sport und der Herzsport in Gruppen nach Rücksprache mit unserem Arzt in der derzeitigen Corona-Lage noch zu riskant“. Bei der TSR stellt sich ebenfalls die Problematik, dass zu den Reha-Sport-Gruppen auch Menschen ohne ärztliche Verordnung gehören, die dann außen vor bleiben müssten. Sie hofft allerdings, dass es im Januar weitergeht, auch weil der Reha-Sport für den Verein eine wichtige Einnahmequelle sei.