Meine Jogging-Runde RHEINPFALZ Plus Artikel Verlaufen ist auf Reiner Kaufmanns Lieblingsstrecke praktisch unmöglich

Drahtiger Ringer-Vereinschef: Reiner Kaufmann (63) joggt am Gelände der Ponyfreunde vorbei.
Drahtiger Ringer-Vereinschef: Reiner Kaufmann (63) joggt am Gelände der Ponyfreunde vorbei.

Leichtathletik: Dass Ringer auch gute Läuferqualitäten besitzen, das stellt der heutige Streckenpate unter Beweis. RHEINPFALZ-Mitarbeiter Michael Elig begleitet Reiner Kaufmann, den ersten Vorsitzenden des Athletenclubs Thaleischweiler, auf einem zehn Kilometer langen Rundkurs.

„Ich jogge diese Strecke jeden Sonntag in etwa 1:15 Stunde“, sagt Reiner Kaufmann am Start- und Zielpunkt unserer Joggingrunde, dem Cap-Markt im Wiesenweg 29 in Thaleischweiler-Fröschen. Die ersten 180 Meter folgen wir dem Wiesenweg und schwenken dann links auf einen Schotterweg in Richtung Pfälzer Pony-, Reit- und Fahrverein. Nach 800 Metern haben wir das Vereinsheim erreicht. Einige Pferde weiden und sehen uns eher gelangweilt an, als wir sie passieren.

Sonntagslauf, Mountainbike und Krafttraining

„Vom 16. bis zum 28. Lebensjahr habe ich aktiv gerungen. Seither bin ich beim AC Thaleischweiler in der Vereinsführung und seit fünf Jahren als Vorsitzender tätig“, erzählt der heute 63-Jährige, der als Straßenwärter bei der Straßenmeisterei Waldfischbach-Burgalben arbeitet. Neben dem Sonntagsläufchen fährt der drahtige Athlet auch viel Mountainbike und macht regelmäßig Krafttraining. „Altersentsprechend“, merkt er an, während wir nach 890 Metern, nachdem wir das Gelände der Ponyfreunde hinter uns gelassen haben, wieder in Richtung Ortschaft Thaleischweiler laufen. Nach 1,21 Kilometern erreichen wir die ersten Häuser in der Fröschener Straße und biegen scharf links ab auf einen Waldweg.

Mächtige Brücke und schlummerndes Freibad

Die erste, etwa 400 Meter lange Steigung erwartet uns. Reiner Kaufmann läuft sein Tempo weiter, während ich versuche, den Abstand zu ihm nicht allzu groß werden zu lassen. Eine Straßenunterführung passieren wir nach 1,9 Laufkilometern und laufen an der folgenden Gabelung nach links, um nach 2,68 Kilometern die nächste Unterführung, die mächtige A62-Schwarzbachtalbrücke, zu unterqueren. Auf dem Höhenweg genießen wir den schönen Blick auf das Freibad Biebermühle, das sich links unter uns noch im Winterschlaf befindet und bald zu einem schmucken Naturerlebnisbad umgebaut werden soll.

Wir laufen heute ausschließlich auf gut ausgebauten Waldwegen und trotz kühler Witterung – das Handy zeigt mir an diesem Sonntagmorgen drei Grad an. Überraschend viele Spaziergänger sind unterwegs. Nach 4,65 Kilometern schwenken wir an einer Wegespinne links und laufen bergab. „Hier geht’s zu den Fischweihern“, erzählt mir mein Laufpate, wieder das Tempo forcierend. Erneut habe ich das Nachsehen. Wenigstens bleiben wir immer in Sichtkontakt. Die Weiher erreichen wir nach 5,02 Kilometern.

Zwei Reiterinnen und zwei Züge

Während wir an der Stirnseite vorbei joggen, begegnen uns zwei Reiterinnen. An der Weggabelung joggen wir nach links, der Beschilderung „Bahnbrücke Pirmasens Nord 2 Kilometer“ folgend. Nach sechs Kilometern sehen wir den Bahnhof, der bis Sommer 2024 umfangreich modernisiert wird.

Als wir nach 6,45 Kilometern kurz vor besagter Bahnbrücke ankommen, biegen wir scharf links ab auf den Talweg. Zeitgleich fahren zwei Züge los, einer in Richtung Kaiserslautern, der andere in Richtung Pirmasens oder Landau. Wir sind zu schnell vorbei, um zu erkennen, wohin die Reise tatsächlich geht. Ich weiß nicht warum, aber mir geht das Lied „Es fährt ein Zug, nach Nirgendwo“ durch den Kopf.

Zehn Kilometer in 57 Minuten

Ich summe den alten Schlager von Christian Anders vor mich hin, während Reiner Kaufmann wieder vorne wegläuft in Richtung Thaleischweiler. Die leichteren Steigungen meistert er im gleichen Tempo wie auf ebenem Terrain, beim Bergablaufen kann ich wieder etwas aufholen. Nach 7,85 Laufkilometern passieren wir zum zweiten Mal die Schwarzbachtalbrücke, nach achteinhalb Kilometern erreichen wir das Schützenhaus, und nach 8,98 Kilometern sind wir wieder am Vereinsheim der Ponyfreunde. Auf den letzten Metern nehmen wir noch mal Fahrt auf und sind nach ziemlich genau zehn Kilometern und einer Nettolaufzeit von 57 Minuten am Ziel.

Fürs Geburtstagsessen etwas flotter gejoggt

„Hat Spaß gemacht“, lobt mich mein Laufpate und fügt verschmitzt lächelnd noch hinzu: „Ich war heute etwas flotter unterwegs, weil meine Frau Geburtstag hat und ich pünktlich zum Mittagessen daheim sein möchte.“

Fazit: Es ist ein für jeden Läufertyp geeigneter Rundkurs auf Asphalt und ausgebauten Waldwegen, der es nahezu unmöglich macht, sich zu verlaufen. Und ein weiterer Vorteil der Strecke: Sie bietet auch Optionen, zwischen kürzeren und längeren Schleifen zu variieren.

x