Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Ray Wilson und Band überzeugen im Bürgerhaus Schuhfabrik

Ray Wilson (vorne) und seine Truppe präsentierten dem Publikum einen Querschnitt der Genesis-Diskografie.
Ray Wilson (vorne) und seine Truppe präsentierten dem Publikum einen Querschnitt der Genesis-Diskografie.

Vor 370 Zuschauen im damit sehr gut gefüllten Waldfischbacher Bürgerhaus Schuhfabrik lieferten der Schotte Ray Wilson und seine Band ein zweigeteiltes Konzert ab, das das Publikum sichtlich zufriedenstellte. Eine Sache ließ allerdings doch zu wünschen übrig.

Laut Martin Mayer vom Bürgerhaus Schuhfabrik wurden für das Konzert Karten in ganz Deutschland verkauft. Ein Indiz dafür, dass der schottische Musiker noch heute von seinem kurzen Engagement (1996 bis 1999) bei der Mega-Band Genesis zehrt. Hieraus ging lediglich das Studioalbum „Calling All Stations“ (1997) hervor. Natürlich heißt das aktuelle Programm „Genesis Classic“, aber generell und zukünftig würde etwas mehr Vertrauen in die eigenen Lieder keinesfalls schaden. Auch im Hinblick auf die feine aktuelle CD „The Weight Of Man“ aus dem vergangenen Jahr. Nichtsdestotrotz lieferte der Schotte mit der rauen charismatischen Stimme in Waldfischbach einen exzellent interpretierten Querschnitt der Genesis-Diskografie ab.

Auch Songs von Phil Collins, Mike & the Mechanics und Peter Gabriel waren mit dabei. Schon beim nahezu perfekt gespielten Einstieg „No Son Of Mine“ wusste auch der Zuhörer, der Ray Wilson zum allerersten Mal live sah, warum dieser einst zu Genesis geholt wurde. Hat er doch eine recht ähnliche Stimmfärbung und Phrasierung wie Phil Collins. Doch auch Wilsons begleitende Band hat es in sich, wie sie im Bürgerhaus Schuhfabrik demonstrierte, insbesondere Multiinstrumentalist Marcin Kajper überzeugte auf ganzer Linie.

Dreierblock aus eigenen Liedern

Mit „Take It Slow“, „Yellow Lemon Sun“, inklusive einer fast schon melancholisch anmutenden Ansage, sowie „In Your Eyes“ folgte ein Dreierblock eigener Lieder. Beim letztgenannten Song glänzte einmal mehr der eigentliche Bassist Kajper, allerdings mit Querflöteneinsätzen, während Gitarrist Steve Wilson prägnante Leads beisteuerte. Ray Wilson hatte die annähernd 400 Gäste vom Start weg in seinen Bann gezogen, eine gewisse Aura ist dem Schotten wahrlich nicht abzusprechen. Nach diversen weiteren Genesis-Hits wie „Carpet Crawlers“, „Home By The Sea“ und „Change“ wurde dem Publikum mit „Not About Us“ endlich ein Song aus der erwähnten Genesis-Ära mit Wilson serviert. Hier legte sich der Meister besonders ins Zeug, wurde vom sehr songdienlich agierenden Pianisten Kool Lyczek unterstützt und schließlich mit tosendem Applaus belohnt.

Mit „Symptomatic“ folgte schließlich eine Komposition des aktuellen Solo-Werks. Die famose Violinistin Alicja Chrząszcz kam an den Bühnenrand – zwischen die beiden Wilsons – und glänzte mit ihrem Violinenspiel und einem tollen Solo. „Follow You Follow Me“ markierte schließlich das Ende von Konzertteil eins und die Musiker ernteten einmal mehr viel Applaus.

„David Bowie ist mein Lieblingsmusiker“

Auch während des zweiten Abschnitts war keinerlei Qualitätsverlust zu erkennen. Beim einleitenden „Calling All Stations“ überzeugte Leadgitarrist Steve Wilson mit prägnanten Einsätzen und während „Makes Me Think Of Home“ drehte Ray am Volume-Regler seiner beeindruckenden Stimmbänder. Er ging phasenweise voll aus sich raus, bevor mit „I, Like You“ der zweite Song des aktuellen Albums kredenzt wurde. Direkt danach wurde doch etwas überraschend das legendäre „Heroes“ angekündigt: „David Bowie ist mein absoluter Lieblingsmusiker aller Zeiten“, sagte der Ex-Genesis-Sänger. Es folgte eine höchst emotionale und aufs Heftigste beklatschte Version des Klassikers. „In The Air Tonight“ begann Ray Wilson lediglich mit seinem Gesang und der Akustikgitarre, bevor die Band einstieg und der ansonsten punktgenau agierende Schlagzeuger Mario Koszel seinen großen Einsatz hatte.

Doch hier hätte man sich – wie generell – wesentlich mehr von der Lightshow erwartet. „You Could Have Been Someone“ war schließlich der dritte und letzte Track des neuen Longplayers und neben weiteren Hits wurde den begeisterten Fans mit „Inside And Out“ aus der einzigen Genesis-EP „Spot The Pigeon“ (1977) zudem ein absolutes Bonbon serviert.

Ein offensichtlich vollends zufriedenes Publikum erlebte einen charismatischen Ray Wilson plus Top-Band und Eins-A-Sound. Lediglich die Lightshow war sehr schwach.

Info

Für den Auftritt von Sven Hieronymus am Samstag, 20 Uhr, und „Der König der Kinderdisco“ mit Volker Rosin am Sonntag, 10. April, 14 Uhr und 16 Uhr, gibt es noch Karten: www.buergerhaus-schuhfabrik.de.

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