Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel „Miami Beach“: Hier sonnen sich Pirmasenser seit drei Jahrzehnten

Jurek Skobniuk hat vor 30 Jahren das Sonnenstudio "Miami Beach" gegründet.
Jurek Skobniuk hat vor 30 Jahren das Sonnenstudio »Miami Beach« gegründet.

Jurek Skobniuk ist Inhaber des Sonnenstudios „Miami Beach“, das in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert. Während es in Pirmasens immer weniger Anbieter gibt, erklärt Skobniuk der RHEINPFALZ, warum sein Geschäft seit so langer Zeit floriert.

Im Sonnenstudio „Miami Beach“ in der Lemberger Straße sonnt sich die komplette Gesellschaft, erklärt Inhaber Jurek Skobniuk. Der jüngste Kunde sei 18 Jahre, die älteste Kundin 85 Jahre. „Ich habe Kunden, die mich seit 30 Jahren begleiten und deren Kinder mittlerweile zu mir kommen“, verrät der 67-jährige Jurek Skobniuk. Sonnenhungrige kommen nicht nur aus Pirmasens, sondern auch aus dem Landkreis, um sich bei „Miami Beach“ unters Solarium zu legen. Teilweise kämen die Kunden sogar aus Frankreich. Das rühre noch aus alten Zeiten, in denen viele Franzosen in der Produktion der Schuhfabrik Peter Kaiser arbeiteten, die nur wenige hundert Meter entfernt vom Sonnenstudio liegt.

Das „Miami Beach“ ist eins von wenigen Sonnenstudios, die es noch in Pirmasens gibt. Skobniuk geht davon aus, dass er bald der einzige Anbieter in der Stadt sein wird. „Das Mieten oder Finanzieren der Sonnenbänke ist nicht billig“, sagt der 67-Jährige. Zwischen 500 und 800 Euro müsse man für ein Solarium im Monat rechnen, wenn es nicht die eigenen sind. Vielen Inhabern von Sonnenstudios fehle ebenfalls das Gespür fürs Geschäftemachen. „Ich stehe seit 30 Jahren selbst hinter der Theke, während viele andere Studios nur mit Personal gearbeitet haben“, berichtet Skobniuk.

Aus dem Sanitätsdienst zur Sonnenbank

Was sich im Laufe der Jahre verändert habe, seien vor allem die steigenden Energiekosten. „Strom ist bei uns ganz klar der höchste Kostenfaktor“, erzählt der Sonnenstudio-Inhaber. An seine Kunden weitergeben will der 67-Jährige das allerdings nicht. „Die können das irgendwann auch nicht mehr bezahlen und kommen nicht mehr“, sagt Skobniuk. Er will die weiteren Preiserhöhungen erst auf sich zukommen lassen, bevor er alles Weitere entscheide.

Skobniuk hat seinen beruflichen Weg mit einer Ausbildung bei der Firma Hornung als Einzelhandelskaufmann begonnen. Bei der Bundeswehr kam er dann zum Sanitätsdienst und arbeitete schließlich 17 Jahre lang als Rettungssanitäter beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Währenddessen gründete er den Verein für Gesundheitswesen, weswegen es mit seinem damaligen Vorgesetzten zum Knall kam und sich die Wege trennten. „Auf einer Messe in Saarbrücken habe ich dann die Sonnenbänke gesehen“, erinnert sich Skobniuk. Da kam er auf die Idee, ein eigenes Sonnenstudio zu eröffnen. Mit der vom ASB gezahlten Abfindung konnte der heute 67-Jährige seine Pläne realisieren und sich davon seine ersten Sonnenbänke kaufen.

Tochter übernimmt das Geschäft

Im kommenden Jahr soll Tochter Jasmin Skobniuk das Geschäft übernehmen. „Dann steht eine komplette Sanierung auf dem Plan“, informiert der 67-Jährige. Das Mobiliar und die Sonnenbänke sollen ausgetauscht werden, weil die jetzige Einrichtung „nicht mehr zeitgemäß“ sei. Skobniuk wird die neue Chefin dennoch weiterhin mit Rat und Tat unterstützen. Zudem sollen die Öffnungszeiten am Wochenende ausgebaut werden. Worauf Skobniuk besonderen Wert legt, ist die Sauberkeit seines Sonnenstudios, sowie das regelmäßige Austauschen der Röhren. Diese Investitionen seien teuer, würden aber das Bräunungsergebnis verbessern und die Gesundheit der Kunden schützen.

Zum 30-jährigen Bestehen gab es ein großes Fest im Hof des Sonnenstudios, bei dem viele Kunden zum Feiern vorbeigekommen sind. Blickt Skobniuk auf die drei Jahrzehnte zurück, ist er vor allem dankbar dafür, sein eigener Chef zu sein. „Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig und habe immer mit neuen Leuten zu tun – und das macht Spaß“, verrät Skobniuk.

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