Fußball
Hermersberg gegen Kandel: 3:1 bis zur 90. Minute, beim Abpfiff 3:3
In jener 70. Minute leistete sich der eingewechselte Kandeler Yannick Kindler ein böses Foul an Hermersbergs Christoph Metzger. Mit Gelb war Kindler noch gut bedient. Im Zuge dessen verließ Mayer seine Coachingzone, auch um aufgebrachte Spieler zu beruhigen. „Wenn ich etwas gesagt hätte, wäre das nachvollziehbar gewesen. Aber das war nicht der Fall. So macht es als Trainer keinen Spaß mehr. Wenn du solche drei geschickt bekommst, die solche Entscheidungen fällen. Jetzt können wir wieder eine Stellungnahme anfertigen“, ärgerte sich Mayer über das Schiedsrichtergespann.
Mit Schiedsrichter gehadert
Auch sein Gegenüber, Kandels Trainer Reinhard Schenker, haderte während der Partie mehrfach mit Schiedsrichterentscheidungen. Tatsächlich lag Referee David Scherer aus Mainz auf beiden Seiten mehrmals daneben. Vor dem zweiten Treffer der Südpfälzer ahndete Scherer ein klares Foul am Hermersberger Patrick Freyer nicht. Bei der Entscheidung, ein Tor von Kandels Marc Staiger (19.) wegen Abseits nicht zu geben, lag der Unparteiische aber ebenso richtig wie bei seinem Entschluss, einen Treffer von Jonas Simon wegen Handspiels nicht zu geben (72.).
Ein Geniestreich
Die Begegnung begann für den SVH ungünstig. In der fünften Minute köpfte Staiger nach einer Ecke von Renaldo Balasa Kandel in Führung. In der Folge entwickelte sich ein Kampfspiel mit wenigen spielerischen Höhepunkten. Ein Geniestreich Freyers leitete das 1:1 ein. Aus der Drehung schlug der Ex-Regionalligastürmer den Ball über 50 Meter genau in den Lauf von Cedric Gries, der den Ball an FC-Keeper Paul Metzger vorbei ins Tor lenkte. Dieser war bereits nach 19 Minuten für Patrick Aust zwischen die Kandeler Pfosten gegangen, weil sich Aust bei einem Zusammenprall mit Hermersbergs Christoph Metzger verletzt hatte.
Zwei Freyer-Tore
In der zweiten Hälfte dominierte Hermersberg und ging durch zwei Freyer-Tore mit 3:1 in Front. Zunächst traf der auch als Kampfsportler und DJ bekannte Co-Spielertrainer nach Nico Freilers kurzer Ecke mit einem schönen Schuss ins lange Eck (55.). Neun Minuten später war der Offensivspieler mit einem sehenswerten Freistoß – nach Foul von Kandels Yanik Wagner an Gries – aus 25 Metern erfolgreich. Keeper Metzger rutschte beim Weg ins bedrohte Toreck weg.
Schenkers Joker treffen
„Das war kein so gutes Spiel heute. Es gab sehr viele Freistöße und Einwürfe. Viel ging über zweite Bälle. Da war Hermersberg lange Zeit besser und aggressiver als wir. Aber am Ende hat meine Mannschaft Moral bewiesen und nicht ganz unverdient einen Punkt geholt“, bilanzierte FC-Trainer Schenker. Die eingewechselten Dennis Hanß (90.) und Laurent Laturner (90.+3) retteten in der Schlussoffensive mit ihren Treffern Kandel das Unentschieden. Hermersbergs Coach Mayer bemängelte die trotz vieler Unterbrechungen kurze Nachspielzeit im ersten Durchgang und die aus seiner Sicht zu lange Extrazeit in der zweiten Hälfte. Er räumte aber auch ein: „Bei den Gegentoren waren wir nicht eng bei den Gegenspielern.“
SO SPIELTEN SIE
SV Hermersberg: Deppert - Metzger, Dausmann, Simon, Kolb - Freiler (82. Müller), Masch - Gries (87. Lelle), Bißbort, Freyer - Weber (78. Jochum)
Tore: 0:1 Staiger (5.), 1:1 Gries (35.), 2:1, 3:1 Freyer (55., 64.), 3:2 Hanß (90.), 3:3 Laturner (90.+3) - Gelbe Karten: Dahler (Teambetreuer), Freiler - Brück, Kindler, Laturner, Sahin, Staiger - Rote Karte: SVH-Trainer Mayer - Beste Spieler: Dausmann, Freyer, Masch - Schmidt, Staiger, Wagner - Zuschauer: 300 - Schiedsrichter: Scherer (Mainz).