FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel FK Pirmasens: Glanzlos ins Achtelfinale

In der FKP-Startelf standen einige sonstige Ersatzspieler wie Leon Ampadu Wiafe (in Weiß), der hier dem Hermersberger Marius Dau
In der FKP-Startelf standen einige sonstige Ersatzspieler wie Leon Ampadu Wiafe (in Weiß), der hier dem Hermersberger Marius Dausmann nicht den Ball abnehmen kann. Links: Christoph Metzger.

Nein, ein Spaziergang war das nicht. Völlig glanzlos hat Fußball-Regionalligist FK Pirmasens am Mittwochabend mit einem 3:0 (1:0)-Sieg beim SV Hermersberg das Verbandspokal-Achtelfinale erreicht. Die wacker kämpfenden Landesliga-Akteure waren vor rund 500 Zuschauern allerdings auch nicht gerade nah einer Sensation dran.

Exakt 77 Sekunden waren absolviert, als zumindest einer der Matchpläne schon mal reif für die Tonne war. Das Vorhaben des Landesligisten, möglichst lange die Null zu halten, war frühzeitig dahin – wegen einer verunglückten Flanke! Mike Scharwath war am linken Flügel mit dem Ball Richtung Grundlinie gelaufen und hatte noch deutlich vor der Strafraumlinie wohl eine Flanke absetzen wollen. Der Ball segelte in hohem Bogen Richtung Tor – und landete im Netz. Man mag Hermersbergs Schlussmann Reiner Schwartz zugutehalten, dass er wohl von einer der sechs schummrigen Doppelfunzeln geblendet worden ist. Klar, dass sich ein Torwart bei einer solchen „Grieb“ wie der Depp fühlen muss.

Frühe Führung

Damit führte der Favorit schon nach nicht mal anderthalb Minuten. Schwartz' Gegenüber, FKP-Keeper Jan Schulz, hatte nach vier Minuten den ersten Ballkontakt. Eine Viertelstunde sollte es dauern, ehe der Vertreter des im Pokal als Nummer zwei auserkorenen Benjamin Reitz erstmals aus dem Spiel heraus den Ball in die Hände bekam. Da fing Schulz eine Ecke locker ab. All dies klingt danach, als sollte der FKP die Partie locker nach Hause schaukeln – obwohl einige Stammkräfte geschont wurden und die sonstigen Ersatzspieler Mike Scharwath, Leon Ampadu Wiafe, Jabez Makanda und besagter Schulz sowie der Co-Trainer der zweiten Mannschaft, Christopher Ludy, von Beginn an spielen durften. Aber denkste.

Mit besagter Viertelstunde Spieldauer hatte die Elf von Hermersbergs Trainer Jens Mayer jeden womöglich bis dato mitspielenden Respekt abgelegt. Von Pirmasenser Herrlichkeit war nichts zu sehen. Kaum mehr gelungene Kombinationen. Stattdessen sah sich das Team von Trainer Patrick Fischer urplötzlich in die Defensive gedrängt. Die Mannschaft um den spielenden Co-Trainer und Ex-FKP-Stürmer Patrick Freyer wagte mehr und mehr nach vorn, wenngleich dabei nicht gerade Vielversprechendes heraussprang. Eine echte Torchance entsprang dem redlichen Bemühen jedenfalls nicht.

Zimmer ist Kapitän

Davon aber war bei Pirmasens eh keine Rede mehr. Bis vier Minuten vor der Pause gelang der Elf um den als Kapitän aufgelaufenen Moritz Zimmer – Mannschaftsführer David Becker fehlte, sein erster Stellvertreter Salif Cissé saß draußen – nichts mehr. Zimmer war es aber, dem dann in Minute 42 fast der zweite Treffer für „die Klub“ geglückt wäre. Zwar war der Kopfball des Abwehrchefs in die Kategorie „völlig harmlos“ einzuordnen. Doch musste der 38-jährige Schwartz, früher Regionalligakeeper beim FCK II und beim FKP, erneut um Sicht kämpfen. Mit Ach und Krach lenkte er den Ball über die Latte.

Eine sehenswerte Aktion zeigten die Gäste vier Minuten nach Wiederanpfiff. Nach schnellem Zug über rechts schloss Scharwarth ab. Schwartz parierte klasse, Christopher Ludy rauschte heran und setzte den abprallenden Ball im Flug ins Netz – allerdings war dem Treffer eine Abseitsstellung vorausgegangen. Kurz danach auf der Gegenseite: Nach einem von Schulz weggefausteten Eckball kam Jan Lelle zum Schuss, der allerdings zur Ecke gelenkt wurde. Wieder nur eine Minute später kam Timm Dudek aus gut 14 Metern zum Abschluss, allerdings brachte er nicht genügend Schmackes dahinter. Schulz fing die Kugel mühelos.

Ludy macht 2:0

Als Ludy dann aber das 2:0 gelang – der Co-Trainer der Verbandsliga-Elf hatte aus der Distanz am Spielerknäuel vorbei getroffen – hatten die Gäste die Partie heimgeschaukelt. Die Gastgeber bäumten sich noch mal auf, doch weiterhin fehlte es an Durchschlagskraft.

Makandas erstes Tor

Jabez Makanda durfte sich gestern immerhin noch etwas mehr als die Kameraden freuen: Dem Ex-Frankfurt-Profi gelang das 3:0. Ansonsten aber zeigte der Neuzugang bei seiner ersten Partie von Anpfiff weg wenig Erbauliches. Auch Leon Ampadu Wiafe hat in der Vorbereitung schon deutlich stärker auf sich aufmerksam gemacht.

Wenig erfreulich war das Pokalderby für den Ex-Pirmasenser Patrick Freyer verlaufen: Hermersbergs Co-Trainer musste nach guter Stunde den Platz verlassen. Freyer war nach einer Zerrung angeschlagen in die Partie gegangen und hatte nur wenig Akzente setzen können.

Mayer ist stolz

„Es war die erwartet schwere Aufgabe, aber wir haben letztendlich verdient gewonnen. Für uns waren die Umstellung auf den Kunstrasen und die Lichtverhältnisse nicht ganz einfach“, zog FKP-Trainer Patrick Fischer sein Fazit. Hermersbergs Coach Jens Mayer sagte: „Das war schon ein bisschen enttäuschend. Wir haben uns viel vorgenommen, sind dann unglücklich in Rückstand geraten, haben uns aber ins Spiel zurückgekämpft. Ich denke, dass wir sogar phasenweise die bessere Spielanlage hatten. Ich bin stolz auf meine Mannschaft.“

SO SPIELTEN SIE

SV Hermersberg: Schwartz – Bold (80. Vogt), Dausmann, Deho, Metzger - Freiler (85. Plitt), Masch – Lelle (72. Jochum), Dudek, Freyer (59. Mendel) - Weber

FK Pirmasens: Schulz - Grünnagel (79. Klein), Frisorger, Zimmer, Hammann - Eichhorn (79. Ardestani), Ampadu Wiafe (81. Cissé), Bohl, Scharwath (61. Dimitrijevic) - Makanda, Ludy

Tore: 0:1 Scharwath (2.), 0:2 Ludy (59.), 0:3 Makanda (77.) - Gelbe Karten: Masch - Schulz, Zimmer - Beste Spieler: Dausmann, Freiler - Scharwath, Grünnagel - Zuschauer: 495 - Schiedsrichter: Schurer (Godramstein).

Da war der Ball auf einmal drin. Eine verunglückte Flanke landete im Tor von Hermersbergs verdutztem Keeper Reiner Schwartz. FKP
Da war der Ball auf einmal drin. Eine verunglückte Flanke landete im Tor von Hermersbergs verdutztem Keeper Reiner Schwartz. FKP-Stürmer Jabez Makanda (in Weiß), später Schütze des 3:0, schaut zu.
Der im Sommer vom 1. FC Nürnberg II gekommene Mike Scharwath (in Weiß), hier mit mit dem Hermersberger Patrik Bold, machte sein
Der im Sommer vom 1. FC Nürnberg II gekommene Mike Scharwath (in Weiß), hier mit mit dem Hermersberger Patrik Bold, machte sein erstes Pflichtspieltor für den FKP.
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