FUSSBALL
FK Pirmasens: Dennis Chessas Winterreise in die Vergangenheit
Den Kunstrasen-Nebenplatz des Donaustadions, auf den witterungsbedingt ausgewichen wird, kennt Dennis Chessa bestens. „Ich habe meine ganze Jugend auf dem Platz gespielt“, erzählt der Wahl-Pirmasenser, der beim SSV das Fußballspielen erlernte. Neun Jahre, von der F- bis zur B-Jugend, war der heutige Zehner des FKP ein „Spatz“. Dabei wuchs er in Günzburg auf, ging dort auch zur Schule, doch von der 20.000-Einwohner-Stadt nach Ulm ist es nicht weit, und der SSV genoss damals schon den Ruf einer exzellenten Jugendarbeit.
Bundesliga-Aufstieg mit Ulm
Sein erstes B-Juniorenjahr, zugleich sein letztes beim SSV, verlief sehr erfolgreich. Er avancierte zum U16-Nationalspieler und stieg mit den von seinem Vater gecoachten Ulmern in die B-Junioren-Bundesliga auf. Dann wechselte er zu Bayern München, wo der heutige Bayern-Star David Alaba sein Mitspieler war. Dennis Chessa wurde Profi, erst bei Bayern München II, dann beim Zweitligisten VfR Aalen, beim österreichischen Erstligisten SV Ried und zuletzt beim Drittligisten KFC Uerdingen, ehe er Anfang September 2019 in Pirmasens, der Heimatstadt seiner Ehefrau, zusagte, im Abstiegskampf zu helfen.
Torgefährliche alte Kollegen
Einer seiner Teamkollegen in der damaligen Ulmer B-Jugend, Johannes Reichert, spielt heute noch für den SSV. Reichert ist gar, obwohl Innenverteidiger, mit sechs Saisontreffern bester Torschütze des aktuellen Regionalliga-Fünften. „Wir werden am Samstag bestimmt ein bisschen miteinander quatschen“, sagt Chessa, der seinerseits mit vier Treffern erfolgreichster FKP-Torschütze ist.
Der 28-Jährige beurteilt den Gegner so: „Ulm hat eine willige, körperbetont und aggressiv spielende Mannschaft mit guten Einzelspielern.“ Das werde natürlich eine sehr schwierige Aufgabe, aber der FKP habe diese Runde schon mehrfach gezeigt, dass er „gegen gute Mannschaften dagegenhalten“ könne.
Spannendes Titelrennen
Der SSV hat aktuell nach seinem Sieg gegen den bisherigen Tabellenführer, den SC Freiburg II, vier Punkte Rückstand auf die neue Nummer eins der Liga, den FSV Frankfurt. „Diese Saison kann jeder jeden schlagen. Viele Mannschaften haben eine Aufstiegschance, da ist alles dicht beisammen“, schätzt Chessa die Lage ein. Sein FKP ist nach dem Ausfall der Partie gegen Bayern Alzenau auf Rang 16, den letzten sicheren Nichtabstiegsplatz, zurückgefallen.
Training mit Handballtoren
Die Vorbereitung auf das erste Regionalligaspiel im neuen Jahr verlief für die Pirmasenser außergewöhnlich. Denn diese Woche war, weil in der Region witterungsbedingt kein Kunstrasenplatz bespielbar war, Fußball in der Wasgauhalle mit Handballtoren angesagt. „Es war bestimmt schon zehn, elf Jahre her, dass ich das letzte Mal in der Halle gespielt habe“, merkt Chessa an, will aber nicht klagen: „Es ist nun mal so, wie es ist. Wir müssen das Beste daraus machen.“
Und generell sei es doch ein Privileg, in diesen außergewöhnlichen Zeiten „überhaupt Fußball spielen zu dürfen“. Die FKP-C-Junioren, zu deren Trainerteam er gehört, müssten ganz pausieren – „und die Jungs lieben ja den Fußball“.
Bürger fällt aus
Am Freitagabend standen bei den Pirmasensern nach den Worten von Trainer Patrick Fischer „ein leichtes Anschwitzen in der Wasgauhalle“, die üblichen Corona-Schnelltests und „eine ausgiebige Videoanalyse“ auf dem Programm. Außenangreifer Felix Bürger habe „Probleme am Fuß“, nachdem er beim Hallentraining am Donnerstagabend umgeknickt sei. Für ihn rückt Luca Eichhorn ins 18er-Aufgebot. „Luca hat in letzter Zeit im Training viel Gas gegeben“, lobt Fischer. Salif Cissé, der gegen Alzenau nicht zur Startelf gehört hätte, wird die Mannschaft wohl anstelle des verletzten David Becker als Kapitän aufs Feld führen. Der fleißig auf dem Laufband trainierende Becker, der vor einem Monat einen Muskelfaserriss am Bauch erlitt, sitzt aber im Mannschaftsbus, der am Samstag um 8.30 Uhr losfährt.