Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Aalens Coach Uwe Wolf: Der Wolf, der ein Löwe war

War Trainer und Bundesligaspieler bei den Münchner Löwen: der aus der Pfalz stammende Uwe Wolf, jetzt Coach bei dem am Samstag i
War Trainer und Bundesligaspieler bei den Münchner Löwen: der aus der Pfalz stammende Uwe Wolf, jetzt Coach bei dem am Samstag in Pirmasens gastierenden VfR Aalen.

Ex-Zweitbundesligist VfR Aalen spielt am Samstag beim FKP. Die Gäste von der Schwäbischen Alb kommen mit zwei Pfälzern auf die Husterhöhe, einer davon ist gar ein echter Pirmasenser. Und für den Gastgeber laufen zwei Ex-Aalener auf.

16 Einsätze in der Zweiten Bundesliga stehen in der fußballerischen Vita von Dennis Chessa. Der Wahl-Pirmasenser aus Bayern machte sie alle für den VfR Aalen, mit dem er in der Saison 2014/15 durch einen 2:0-Zweitrundensieg gegen den damaligen Erstligisten Hannover 96 auch das Achtelfinale im DFB-Pokal erreichte – neben dem Zweitliga-Aufstieg der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. „Das war super gegen Hannover in dem vollen Stadion, ein klasse Gefühl“, gerät Chessa heute noch ins Schwärmen. Beim 0:2 im Achtelfinale gegen die TSG Hoffenheim zählte er dann nicht zum Aufgebot von Trainer Stefan Ruthenbeck, und das hatte einen besonderen Grund. „Ich habe einen falschen Treffpunkt mitbekommen und war deshalb ein paar Minuten zu spät. Der Trainer hat mich daher gestrichen“, erzählt Chessa und fügt hinzu: „Das ist mir zum ersten und letzten Mal passiert.“

Das Regionalliga-Hinspiel in dieser Saison endete 1:1 – und das fand Chessa „sehr, sehr ärgerlich“. Denn der FKP dominierte die erste Halbzeit in der schmucken Ostalb-Arena, führte hochverdient durch einen Treffer von Dennis Krob mit 1:0, hatte noch Pech bei Benno Mohrs Schuss an die Unterlatte, war dann nach einer Roten Karte für den kanadischen Nationalspieler Daniel Stanese eine Dreiviertelstunde in Überzahl und gab trotzdem das Spiel aus der Hand. Chessa: „Da hätten wir drei Punkte holen müssen.“

In dieser Partie hieß Aalens Trainer noch Roland Seitz. Dieser musste im März gehen, weil die VfR-Berufsfußballer in Liga vier in Abstiegsgefahr schwebten. Uwe Wolf kam. Ein Pfälzer, Jahrgang 1967, der in seiner gesamten Zeit als Jugendfußballer beim FC 08 Haßloch war, es dann zum Erstliga-Verteidiger beim 1. FC Nürnberg und bei 1860 München brachte. Er stand dann auch in Österreich, Portugal und Mexiko unter Vertrag. Mit dem Necaxa Fútbol Club wurde er gar mexikanischer Meister. Aus dieser Zeit stammt sein Spitzname „El Lobo“, der Wolf. Als Trainer machte er sich vor allem bei den Münchner Löwen und bei Wacker Burghausen einen Namen.

Nun, nach dem 2:1 am Dienstag gegen Astoria Walldorf liegt Aalen mit komplett ausgeglichener Bilanz – je zwölf Siege, Remis und Niederlagen – auf Rang elf. Auch wenn es sechs Absteiger gegeben hätte, wäre dem VfR, der unter Wolf mit Dreier- statt Viererabwehrkette und mit zwei zentralen Stürmern (einer der beiden war zuletzt der Pirmasenser Kai Merk) agiert, wohl nichts mehr passiert. Acht Punkte beträgt der Vorsprung auf den Sechstletzten, der seit Dienstag FK Pirmasens heißt. Seit der Entscheidung der Regionalliga-Gesellschafter, wegen des frühen Saisonabbruchs im Amateurfußball keine Aufsteiger aus den Oberligen aufzunehmen und damit die Anzahl der Absteiger aus der Regionalliga von sechs auf zwei zu reduzieren, hat der nun praktisch gesicherte FKP zweimal zu Hause 0:2 verloren. „Gegen Walldorf haben wir ein schlechtes Spiel gemacht. Gegen Ulm war es für die Zuschauer kein Leckerbissen, aber es war ein sehr intensives Spiel, in dem wir gegen starke Ulmer hinten nur wenig zugelassen haben“, sagt FKP-Trainer Patrick Fischer. Nun aber müsse sein Team „mal wieder etwas Greifbares in den Händen halten“, also punkten, um in der Tabelle nicht weiter abzurutschen.

Dennis Chessa jedenfalls verspricht, dass er und seine Teamkollegen (darunter ein weiterer Ex-Aalener, Tom Schmitt) in den verbleibenden sechs Saisonspielen „Vollgas geben“ werden. „Wir wollen uns die bisher gute Runde nicht kaputtmachen. Das wäre bescheuert und den Fans und dem Verein gegenüber nicht gerecht“, betont der 28-Jährige. Klar sei: „Beim Toreschießen müssen wir uns alle noch verbessern.“ Ob er seinen am 30. Juni auslaufenden Vertrag verlängert, lässt Chessa weiter offen.

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