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Dienstag, 16. April 2019 Drucken

Pirmasens

Mieter haben regionalen Bezug

Das Projekt „Schuhstadt“ läuft gut an. Für 93 Prozent der Verkaufsflächen seien Interessenten vorhanden. Zumindest sagen das die drei Projektentwickler. Schon 2021 sollen Kunden auf dem ehemaligen Kaufhallen-Gelände einkaufen können.

von Andreas Ganter

So soll sich der Eingangsbereich der Schuhstadt vom Exerzierplatz her präsentieren.

So soll sich der Eingangsbereich der Schuhstadt vom Exerzierplatz her präsentieren. ( Bild: arnold + partner/frei)

Für kritische Töne war offenbar keine Zeit, selbst die Nachfragen blieben gestern so überschaubar, als es im Stadtrat um die Schuhstadt ging, dass es fast schon so schien, als sei alles in trockenen Tüchern. Die einzelnen Ratsmitglieder überschlugen sich fraktionsübergreifend in ihren Komplimenten für das „Leuchtturmprojekt“ (Erich Weiss) und die „großartige, tolle Sache“ (Bernd Adler).

Einziger Wermutstropfen: Die Projektentwickler Rolf Schäfer, Christoph Arnold und Patrick Buch haben nichts Handfestes vorzuweisen – zeigten sich aber im Stadtrat überzeugt, dass das Projekt zum Erfolg wird. Eine Verkaufsfläche von 6000 Quadratmeter soll rund um das ehemalige Kaufhallengebäude entstehen. Für 93 Prozent dieser Flächen hätten sie bereits Reservierungen, sagte Schäfer. In diesen Tagen haben er und seine Partner eine GmbH gegründet. Das sei eine Voraussetzung, um mit den Interessenten rechtsverbindliche Mietverträge abzuschließen. Wer die Interessenten sind, wurde gestern nicht erläutert. Projektentwickler Buch sagte, das Eigenkapital sei vorhanden und die Investoren seien dabei. Dies seien Voraussetzung für die Finanzierung der Schuhstadt über eine „ortsansässige Bank“.

Entgegen ursprünglichen Überlegungen wird die Stadtbücherei nach derzeitigem Planungsstand wohl doch nicht in die Schuhstadt integriert werden. Schäfer begründete das auch mit der hohen Nachfrage nach Verkaufsflächen. Die Planer wollen auf dem Areal unter anderem drei Einzelhandelsgeschäfte ansiedeln, in denen Kunden unterschiedliche Schuhmarken kaufen können. Außerdem seien acht Läden vorgesehen, in denen jeweils nur Schuhe einer bestimmten Marke angeboten werden. Fast alle potenziellen Mieter hätten einen regionalen Bezug zu Pirmasens, sagte Schäfer. Um das Projekt zu verwirklichen, muss die Stadt noch Gebäude abreißen und die Grundstücke so weit herrichten, dass die Arbeiten beginnen können. Architekt Christoph Arnold rechnet mit einer Bauzeit von einem Jahr. Danach soll die Höfelsgasse eine Fußgängerzone sein. Das dortige Restaurant „Drebbelbrinche“ und „Sam’s Weingalerie“ sollen in die Schuhstadt integriert werden. Laut Schäfer sind die Gastronomen im Umfeld begeistert davon, dass die Schuhstadt für zusätzliche Frequenz sorge.

Der Pirmasenser sagte, dass im Umkreis von 60 Kilometern rund um die Stadt zwei Millionen Menschen lebten. Deren „Schuheinkaufsvolumen“ betrage „mehr als 300 Millionen Euro“ – einen Teil davon sollen die Menschen künftig in der Schuhstadt ausgeben. Schäfer sagte, gemeinsam mit Hauenstein könne Pirmasens dann „Europas größte Schuhauswahl“ anbieten.

Arnold, der für die Architektur des Vorhabens verantwortlich ist, informierte gestern, dass im Gegensatz zu ersten Plänen aus dem Oktober nun auch das Erdgeschoss des Hermann-Jakob-Hauses in Richtung des Robert-Schelp-Platzes Teil der Schuhstadt werden solle.

Geradezu schwärmerisch berichtete er von den Plänen, die Höfelsgasse in eine Fußgängerzone mit sonnigem Marktplatz zu verwandeln. Dort sollen historische Straßenlaternen, und ein Brunnen ihren Platz finden. Teil des Konzeptes sind auch gastronomische Flächen.

So sollen Pavillons aufgestellt werden, die an die früheren „Klickerwasserhäuschen“ auf dem Exerzierplatz erinnern. Die Gastronomie orientiere sich an dem saarländischen Motto „Hauptsach gudd gess“, sagte Schäfer. Neben Kaffee und Kuchen soll es in der Schuhstadt auch Bratwürste, Brezeln sowie „gesundes Fast Food“ geben.

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