Wasserball RHEINPFALZ Plus Artikel Zweitligist SC Neustadt mit Konditionsmängeln im Spiel gegen Frankfurt

U18-Keeper Kristof Meszaros hielt einen Fünfmeterwurf der Frankfurter.
U18-Keeper Kristof Meszaros hielt einen Fünfmeterwurf der Frankfurter.

Zweitligist SC Neustadt hat zwar sein Spiel gegen den Frankfurter SC gewonnen. Zufrieden kann er aber nicht sein. Weil es während der Partie frisch ist, bleiben die Ersatzspieler im Wasser. Ein SCN-Betreuer kommt trotz Kälte ins Schwitzen.

Kaum ist die schützende Hülle des Moby Dick weg und das Stadionbad ist im Freibad-Modus, kommen die Tücken des Freiluft-Wasserballs zum Vorschein: Zunächst brachte am Samstagabend ein Regenschauer Zuschauer und Schiedsrichter dazu, sich Schutz zu suchen, während die Wasserballer des Frankfurter SC und des SC Neustadt auf den Anpfiff der Partie der Zweiten Liga Süd im Becken warteten und froren. Dann brachte ein Wackelkontakt an den vier digitalen Sekundenanzeigen am Beckenrand Lars Ananias ins Schwitzen. Mit rund zehn Minuten Verspätung startete die Partie schließlich. Am Ende stand zwar ein standesgemäßer 24:10 (3:3, 6:2, 6:1, 9:4)-Erfolg des SCN. Doch das Spiel wurde den Ansprüchen eines Aufstiegsaspiranten für die höchste deutsche Spielklasse nicht gerecht.

Konditionsmängel seien es, so SCN-Trainer Thorsten Preuß, die zu den ungezählten Latten- und Pfostentreffern geführt hätten. Es fehle einfach die Präzision im Abschluss. Zudem habe sein Team erst nach der Halbzeit so richtig ins Spiel gefunden.

Erstaunte Zuschauer

In der Tat rieben sich die Zuschauer, darunter eine Frauenclique aus Bayern, die bei der Neustadter Wasserball-Familie Hummel ein Pfalzwochenende verbracht hat, im ersten Viertel erstaunt die Augen. Die Gäste aus Frankfurt, für die eigentlich ein „Heimspiel“ im Terminkalender gelistet war, hielten tapfer dagegen. Die Hessen haben noch größere Probleme als der SCN, Trainingsgelegenheiten und Becken für Rundenspiele zu bekommen. Während die Neustadter lediglich in der Umbauphase des Stadionbades zum Sommerbetrieb für drei Wochen auf das Balltraining verzichten mussten, sieht es in Frankfurt düster aus. Spielertrainer Sebastian Held: „Über Winter spielten wir in einem Ausweichbecken, einem Stahlbecken, in das wir nicht unsere herkömmlichen Wasserball-Tore aufstellen durften. Wir schossen also auf aufblasbare Gummitore im Training. Jetzt hatten wir einen Monat überhaupt kein Becken. Der Umbau unseres Heimschwimmbades hat sich noch weiter verzögert.“

Dennoch hofft Held, mit Frankfurt in der Liga zu bleiben. Aktuell steht das Team zwar auf dem letzten Platz. Doch die Hessen erwarten noch ein paar Punkte aus den folgenden Spielen. Zudem rechnet Held damit, dass wahrscheinlich gar keine Aufsteiger nach oben drängen, weil es eventuell in der Oberliga kein ernsthaftes Interesse an der Zweiten Liga gibt.

Preuß wird laut

Der schlechte Start in die Begegnung gegen Frankfurt brachte SCN-Coach Preuß zu lauten Zwischenrufen am Beckenrand. Außerdem wechselte er eifrig durch. Wegen der Kälte außerhalb des Beckens blieben die Auswechselspieler im Wasser am Beckenrand hängen, weil die Wassertemperatur mit rund 24 Grad deutlich wärmer war als die Lufttemperatur.

U18-Keeper Kristof Meszaros machte zunächst bei einigen Gästetoren eine unglückliche Figur: Zweimal wurde er mit einem leichten Heber überlistet. Daher gab es für ihn Szenenapplaus, als er einen Fünfmeter der Hessen entschärfte.

Faire Partie

Kapitän Matthias Held war an diesem Samstag ebenfalls nicht glücklich: Er verursachte selbst zwei Strafwürfe und haderte mit dem Spielfluss in seinem Team. Dennoch war die Partie sehr fair und freundschaftlich. SCN-Manager Michael Heinz fand sogar Zeit, im zweiten Viertel mit dem Frankfurter Coach Held zu witzeln. Held meinte beim Rückstand von zwei Toren zu Heinz: „Wir gewinnen.“ Und als der SCN einen Strafwurf vergab, stimmte ihm Heinz lachend zu. Doch nach der Pause drehte der SCN auf. Timo van der Bosch glänzte mit acht Treffern, Matthias Held und Tim Hornuf trafen viermal.

Frankfurts Coach Held: „Dieser Spielausgang war zu erwarten. Van der Bosch ist überhaupt nicht zu stoppen.“ Und SCN-Trainer Thorsten Preuß: „Wir werden jetzt wieder regelmäßig trainieren können, wollen bis zur Auswärtspartie in Nürnberg in zwei Wochen wieder stärker sein.“

Zunächst spielt der SCN am nächsten Sonntag um 13.15 Uhr in Darmstadt. Gegen Darmstadt gab es im Hinspiel einen Neustadter 23:0-Sieg.

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