Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Weinlesefest 2024: Nicht ohne Riesenrad

Wie weit das Riesenrad nächstes Jahr beim Weinlesefest über die Stadt hinausragt, ist noch offen. Gefeiert wird vom 27. Septembe
Wie weit das Riesenrad nächstes Jahr beim Weinlesefest über die Stadt hinausragt, ist noch offen. Gefeiert wird vom 27. September bis 14. Oktober.

Nach dem Deutschen Weinlesefest ist vor dem Deutschen Weinlesefest. Das ist nichts Neues. Doch mit Blick auf 2024 stehen Touristiker und Beschicker vor einer besonderen Herausforderung.

Um 22 Uhr war am Montag Schluss, das Deutsche Weinlesefest 2023 Geschichte. Schon zuvor hatte bei den Haiselscher-Beschickern das große Tauschen begonnen. Drei Euro Pfand hatten Besucher pro Glas zahlen müssen, die Gläser konnten in jedem Haiselsche zurückgegeben werden. Weil der Besucherandrang während der Festtage kaum Zeit zum Luftholen bot, wurden die Gläser erst am Ende wieder dem richtigen Haiselsche zugeordnet.

Werner Maas (Feucht-Fröhliche Neustadter) ist als Sprecher der Beschicker rundum zufrieden: „Gäste, Wetter, Umsatz, alles hat gestimmt“, sagt er, während rundum die Fachwerkbuden abgebaut werden. Die großen Fahrgeschäfte des Jahrmarkts sind schon über Nacht verschwunden, die Restarbeiten laufen. Was Maas besonders froh stimmt: Die Besucher seien sehr geduldig gewesen, sprich, hätten ohne viel zu murren Wartezeiten in Kauf genommen, weil man beim Bedienen manchmal nicht mehr nachgekommen sei. „Ich hätte nie gedacht, dass wir da noch mal drankommen“, meint der FFN-Präsident mit Blick auf das bisherige Rekordjahr 2018. Damals indes war der Rummel ausnahmsweise ebenfalls über 18 Tage geöffnet, also solange wie die Haiselscher.

Mehr Sekt als Wein

2018 ist auch das Referenzjahr für Martin Franck, Geschäftsführer der Neustadter Tourist, Kongress und Saalbau (TKS) GmbH. Insofern kann auch er einen neuen Rekord an den beiden Weintheken vor und um Spiegelpalast beim Weinfestival vermelden. Am besten besucht sei der 2. Oktober gewesen, „da hatten unser Stammpersonal und die Aushilfskräfte kaum Zeit, einen Schluck Wasser zu trinken“. Stichwort trinken: Auffällig war laut Frank in diesem Jahr, dass im Vergleich mehr Sekt als Wein über die Tresen gegangen sei. Was ihn zusätzlich freut: „Die Leute hatten wirklich Spaß, auch viele junge, als der DJ-Bus an jenem 2. Oktober da war.“ Und natürlich, dass alles weitgehend friedlich abgelaufen sei, wie die Polizei bestätigt.

Um ein paar Zahlen zu nennen: Zusammengenommen, wurden beim elftägigen Weinfestival rund 63.500 Euro umgesetzt. 113 offene Weine gab es im Spiegelpalast, 41 an der Außenbar, zwischen zwölf und 120 Flaschen wurden im Schnitt verbraucht. Das negative Schlusslicht bildeten dabei die hochpreisigen Tropfen der Weinlegenden, von denen Franck zufolge keine einzige Flasche verkauft worden sei. An der Spitze bei den „Stillweinen“ lagen ein Sauvignon blanc vom Weingut von Winning (Deidesheim) und eine Scheurebe vom Weingut Disson (Hambach). Bei den Sekten standen ein Blanc de Noir aus dem Rheingau (Schloss Vaux), die Cuvee Elena von Andres & Mugler (Ruppertsberg), ein Pinot Blanc de Noir aus der Heim’schen Sektkellerei (Neustadt) sowie ein Weißburgunder brut vom Weingut Schäffer (Hambach) ganz weit oben. Obwohl auch die Winzer viel Stress gehabt hätten – mit der schnellen Nachlieferung habe es immer geklappt, lobt der TKS-Chef.

Wichtig: Nähe zum Hauptbahnhof

Und 2024, wenn der Umbau des Bahnhofvorplatzes laufen soll? Ein Hauptanliegen, das sowohl Schausteller als auch Haiselscher-Beschicker immer wieder geäußert haben: ein neues Konzept muss wieder nahe beim Hauptbahnhof liegen und beide Bereiche sollen möglichst beisammen bleiben. Ein erstes Konzept der Veranstaltungsabteilung, das laut Franck bereits im TKS-Aufsichtsrat präsentiert wurde, erfüllt ihm zufolge beide Kriterien.

Demnach bleibt das Weindorf dort, wo es ist, also unverändert. Der Jahrmarkt soll in die Exterstraße umziehen, etwa bis in Höhe Konrad-Adenauer-Straße, Alter Turnplatz inklusive. Die Zufahrt zum Parkhaus Hetzelgalerie sei dabei gewährleistet, sagt Franck. Gleiches gelte für den Lärmschutz, der schon derzeit durch frühere Schlusszeiten als früher verbessert worden sei. Mögliche Alternativen seien geprüft, aber verworfen worden. Beispiel Festwiese: Dort fehlten die notwendigen Ver- und Entsorgungsanschlüsse, Beispiel Verteilen über die Altstadt: Das sei den Anwohnern nicht zuzumuten, Beispiel Sperrung Landauer Straße: Da spiele der Landesbetrieb Mobilität nicht mit.

Drehen sich auf dem neuen Rummelplatz ebenso große Fahrgeschäfte wie bislang? Alle großen Fahrgeschäfte seien unter, so der TKS-Chef. Ob das künftige Riesenrad indes genauso groß sein werde wie das 2023er, müsse abgewartet werden. Klar sei aber jetzt, dass der Jahrmarkt nicht auf den Bahnhofsvorplatz zurückkehren werde, wenn dieser zum Busbahnhof umgebaut und nebenan das Hotel samt Parkhaus errichtet sei.

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