Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die TSG-Frauen vor Bassenheim-Heimspiel nicht Fußball spielen

Katharina Scheid ist dafür verantwortlich, dass immer genügend aufgepumpte Bälle im Training zur Verfügung stehen.
Katharina Scheid ist dafür verantwortlich, dass immer genügend aufgepumpte Bälle im Training zur Verfügung stehen.

Nicht immer spielen die Oberliga-Handballerinnen der TSG Haßloch im Training Fußball. Dass sie im Kicken inzwischen besser geworden sind, liegt an ihren Erfolgen im Handball.

Im Benefizspiel Mitte Januar mit den Fußballern des VfB Haßloch und den Oberliga-Handballerinnen der TSG Haßloch stach Rückraumspielerin Katharina Scheid beim Kicken als einzige ihrer Frauenmannschaft heraus. Peter Wingerter, Sportlicher Leiter der TSG-Frauen, verriet seinerzeit, dass sie aus einer Fußballer-Familie stamme. Das will die jüngste Spielerin im TSG-Team so aber nicht stehen lassen: „Fußballer-Familie würde ich es nicht nennen“, sagt die 20-Jährige. „Mein Vater und mein Opa haben Fußball gespielt.“ Ihr Vater sei in Altrip und Waldsee aktiv gewesen. Als mit fünf, sechs Jahren alle ihre Freunde in Sportvereine gegangen seien, habe es für Mädchen in ihrem Heimatort Neuhofen nur Handball gegeben. Katharina Scheid ist so im Handball gelandet, hat nie im Verein Fußball gespielt. „Mein Papa und mein Opa haben mir aber einiges beigebracht“, sagt die sportliche junge Frau, die im ersten Semester in Mainz Sport und Geographie auf Lehramt studiert.

Wann Fußball erlaubt ist

Am Anfang, gibt sie zu, seien „die anderen wirklich schlecht im Fußball gewesen“. Damit meint sie ihre TSG-Kolleginnen. Doch gebe es die Regel, „wenn wir ein Oberliga-Spiel gewonnen haben, dürfen wir am darauffolgenden Dienstag im Training Fußball spielen“. Allerdings höchstens 20 Minuten lang. In dieser Woche haben die Oberliga-Handballerinnen ihre fußballerischen Fertigkeiten nicht vertiefen dürfen – am vergangenen Wochenende haben sie mit 31:40 (14:19) beim Spitzenreiter FSG Ketsch/Friesenheim II klar den Kürzeren gezogen. Kicken die Haßlocherinnen jedoch im Training, dann in der Aufteilung Alt gegen Jung. „Erstaunlicherweise gewinnt immer Jung“, stellt Scheid fest, die als jüngste TSG-Spielerin natürlich dem jungen Team angehört. „Normalerweise gewinnen immer die Älteren“, weiß sie von anderen Handballclubs. Aus dem Trainerteam habe „bis zu seinem Kreuzbandriss“ Benedikt Hettich immer viel mitgespielt. Dessen Trainerkollege Marc-Robin Eisel hingegen „hat noch nie so wirklich mitgemacht“.

Die Jüngste im Team

Dass Katharina Scheid die Jüngste im TSG-Team ist, hat ihr einen kleinen Nachteil eingebracht. Bei der Vergabe von besonderen Aufgaben „habe ich keine Auswahl gehabt“. Die 20-Jährige musste nehmen, was übrig geblieben ist. Denn die ältesten Spielerinnen durften sich zuerst heraussuchen, worum sie sich kümmern wollen. Nun ist Scheid gemeinsam mit Selina Renner verantwortlich für Harz und Bälle. Sie sorge dafür, dass die Bälle vor Training und Spiel aufgepumpt seien, nehme die Spielgeräte in einem großen Ballsack mit zu Auswärtspartien. Sie kümmert sich ebenso darum, dass immer reichlich Harz vorhanden ist. Im Handball verwenden die Spieler das Klebemittel an den Händen, um den Ball besser führen zu können. „Ein Harztopf hält höchstens einen Monat“, weiß Scheid inzwischen. In Heimspielen wie am kommenden Samstag steige der Verbrauch an, da der Gastgeber immer auch den Gästen Harz zur Verfügung stelle. So nutzen am Samstag ab 18.30 Uhr auch die Handballerinnen des Tabellensiebten TV Bassenheim im TSG-Sportzentrum in der Partie bei der TSG Haßloch das Haßlocher Harz.

Der Wechsel nach Haßloch

Zuvor hat Katharina Scheid für die FSG Ketsch/Friesenheim gespielt. Der Kontakt nach Haßloch sei über den früheren TSG-Cotrainer zustande gekommen. Er habe sie im Frühjahr 2023 angesprochen, als sie selbst verletzt und sehr unzufrieden gewesen sei. Den Wechsel ins Großdorf hat sie nie bereut. Katharina Scheid kann auf allen Rückraumpositionen spielen und hat auch schon am Kreis ausgeholfen. „Ich helfe aus, wo es nötig ist“, sagt sie.

Was ihr in Haßloch gefällt: Hier kämen vergleichsweise viele Zuschauer zu Spielen des Frauenteams. „Im Frauenhandball gibt es leider nicht so viele Zuschauer“, klagt sie. „Wenn man Frauenhandball nicht einmal im Free-TV zeigt, muss man sich nicht wundern“, schiebt sie einen Grund nach und spielt damit auf die Handball-WM der Frauen 2023 in Norwegen, Dänemark und Schweden an. Die Spiele der Deutschen waren nicht live im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen.

Sportlich ist Katharina Scheid auch im Studium unterwegs. „Was schwer ist, ist Hürdenlauf“, verrät die Sportstudentin. „Kugelstoßen fand ich auch immer schwer.“ Der Vorteil im Studium sei, dass sie eine Techniknote, kein Zeiten- oder Weitennote erhalte. Donnerstags geht Katharina Scheid mit einem Kumpel zum Hochschulsport-Turnen. „Turnen und Tanzen muss man üben“, gibt die Handballerin schmunzelnd zu.

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