Neustadt
Warum die Stadt-Schülervertretung angefressen ist
Gerade für die Jugendlichen waren die vergangenen Monate unter den Corona-Auflagen extrem belastend – sowohl in der Schule als auch sonst in ihrem Leben. Um herauszufinden, wie es den Mitschülern so geht, haben die Schülervertreter eine Umfrage gestartet. Deren Ergebnisse seien alarmierend, findet die Schülervertretung. Daher haben sie das Gespräch mit der RHEINPFALZ gesucht, um ihre Punkte deutlich anzusprechen. Mit der Hoffnung, „dass uns endlich jemand zuhört und ernst nimmt“.
Durch die Bank ein Thema bei den Schülern: die bauliche Verfassung der Schulen. Speziell in den Toiletten seien die Zustände oft beklagenswert. „Das führt dazu, dass einige Schüler gar nicht aufs Klo gehen, sondern das erst zu Hause machen. Das kann es ja aber auch nicht sein“, so die Schülervertreter. Zudem gebe es Probleme mit etlichen Fenstern; die Halterungen funktionierten nicht gut, so dass das Öffnen und Schließen ein kniffliges Unterfangen sei. Gerade wegen Corona sei das ein echtes Ärgernis, betonen die Schüler. „Zu oft sind die Gebäude marode“, bringen sie ihre Kritik auf den Punkt. Ihnen sei bewusst, dass das Beheben der Mängel viel Zeit und Geld koste. Trotzdem seien sie verwundert, „dass gar nichts passiert“. Manche Anschaffungen wiederum seien nicht nachvollziehbar. „Wir haben CO 2 -Ampeln, aber ob die wirklich funktionieren, wissen wir nicht. Das hätte man sich sparen können und lieber gleich Luftfilteranlagen gekauft.“ Als Schülersprecher fühlten sie sich oft machtlos: „Wir wissen nicht, wer zuständig ist und werden rumgeschickt zur Schulleitung, zur Stadt, zur ADD.“
Psychische Belastung
Auch die Pandemie und das Homeschooling haben Spuren hinterlassen und zu vielen Kritikpunkten geführt. „Die meisten Schüler sind frustriert und möchten kein Homeschooling mehr“, fassen sie das Ergebnis der Umfrage zusammen. Den Schülern zufolge habe es im Lockdown auch an Unterstützung gefehlt. Mit dem Ergebnis, dass einige Lehrer mit dem digitalen Unterricht überfordert gewesen seien.
Daher fordern die Schülervertreter Nachbesserungen bei der Lehrerausbildung: Deren digitale Kompetenzen müssten gestärkt werden, damit auch die Hilfsmittel wie Smartboards vernünftig eingesetzt werden können. Mit Bedauern schauen die Sprecher auf die Schulleiter. „Es ist unglaublich, mit wie vielen Vorgaben die zu tun haben. Sie kommen kaum hinterher, weil sie vieles vor Ort entscheiden müssen. Viel besser wären doch einheitliche Regeln für die Schulen. Dann wüssten auch die Schüler besser, was Sache ist, wenn sie sich untereinander austauschen. Viel besser wären doch einheitliche Regeln für die Schulen. Dann wüssten auch die Schüler besser, was Sache ist, wenn sie sich untereinander austauschen.“
Immerhin gibt es jetzt WLAN
Für viele sei zudem wegen der Pandemie und der Einschränkungen beim Homeschooling ein großer Druck entstanden. Vor allem Schüler der höheren Jahrgänge hätten in der Umfrage angegeben, sich psychisch schlecht zu fühlen, weil nun vieles nachgeholt und jetzt besonders auf Noten/Tests geachtet werde. Darunter leide das Pädagogische, also der Umgang miteinander.
Die Schülervertreter haben einen Wunsch: „Einen Ansprechpartner etwa bei der Stadt. An den wir uns wenden können, und der unsere Anliegen aufnimmt. So wissen wir nicht, wohin. Es tut sich nichts, das frustriert.“ Immerhin habe Corona zur Folge, dass es an vielen Schulen nun funktionierende WLAN-Netze gebe. „Das ist gut, aber auch das hat eineinhalb Jahre gedauert.“ Den Schülern ist bewusst, dass sie provozieren, aber sie wollen „ihren Frust mal loswerden“. Jetzt heißt es abwarten, ob die Aussagen gehört oder zumindest Gesprächsangebote gemacht werden.