Hintergrund RHEINPFALZ Plus Artikel Pfalzhalle in Haßloch wird Bundesstützpunkt

In der Pfalzhalle trainieren die Gehörlosenhandballer vom 17. bis 21. Mai. Dann wird die offizielle Bundestützpunkt-Plakette ang
In der Pfalzhalle trainieren die Gehörlosenhandballer vom 17. bis 21. Mai. Dann wird die offizielle Bundestützpunkt-Plakette angebracht.

Die Pfalzhalle in Haßloch wird zum Bundesstützpunkt Handball des Deutschen Gehörlosensportverbandes aufgewertet. Die Nationalmannschaft wird sich dort im Mai auf die WM in Kopenhagen vorbereiten. Es gibt noch ein weiteres Projekt.

Das einstige Landesleistungszentrum des Pfälzischen Handballverbandes (PfHV), die Pfalzhalle in Haßloch, wird mit sofortiger Wirkung zum Bundesstützpunkt Handball des Deutschen Gehörlosensportverbandes (DGSV). In einer Feierstunde während des nächsten Lehrgangs mit dem Nationalteam vom 17. bis 21. Mai soll offiziell eine Plakette an der Pfalzhalle angebracht werden.

Die Anerkennung der Sportstätte als Stützpunkt erfolgt zunächst bis 2026. Dies bestätigte der neue Sportdirektor des DGSV, Norbert Hensen, am Rande des jüngsten Handball-Länderspiels Deutschland gegen Dänemark in Hamburg. Dort hatte der Deutsche Handballbund (DHB) die Deafboys, die bei den Deaflympics in Brasilien erstmals seit 29 Jahren im Finale gestanden und die Silbermedaille geholt hatten, ausgezeichnet. Den Stützpunktplänen ging eine Initiative von Jan Willner, Cotrainer der Deafboys, voraus. Er hatte in seinem Pflichtpraktikum während seines Studiums der Sportwissenschaften am Olympiastützpunkt (OSP) Rhein-Neckar in Heidelberg die Kontakte zwischen Bundestrainer Alexander Zimpelmann und der dortigen Projektleiterin Anja Siegert hergestellt, um ganz nach dem Vorbild des einzigen Bundesstützpunkts Golf auf der Anlage in Heidelberg-Lobenfeld, einen Bundesstützpunkt Handball zu initiieren.

2026 WM ausrichten?

Da die bisherigen Gespräche zwischen den Verantwortlichen des DGSV, dem Bundesinnenministerium, dem OSP in Heidelberg sowie dem Pfälzischen Handballverband (PfHV) erfolgreich verliefen, wird nun die Pfalzhalle in Haßloch zum Bundesstützpunkt aufgewertet. Ein klares Signal für die Region, da der Gehörlosensportclub (GSC) Frankenthal gemeinsam mit dem DGSV 2026 auch die WM ausrichten möchte. Ihre Bewerbung stellen sie bei den Titelkämpfen im Juli in Kopenhagen vor. Darüber hinaus bleibt der Olympiastützpunkt Rhein-Neckar, der als einzige Institution des Spitzensports bundesweit auch den Gehörlosensport in seine Förderung aufgenommen hat, Kooperationspartner.

Der DGSV bemüht sich nach Worten von Norbert Hensen ebenfalls um eine enge Zusammenarbeit mit dem Deutschen Handball-Bund (DHB). Erste Gespräche gab es bereits. „Für uns ist das ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, um den Handball unter den Gehörlosen und hörbehinderten Menschen voranzubringen“, sagt Zimpelmann. Der Plan des neuen Sportdirektors sei es, den Spitzensport bei den Gehörlosen und Hörgeschädigten mit der Einrichtung von Bundesstützpunkten aufzuwerten und zu fördern. Neben Heidelberg (Golf) und Haßloch (Handball) sei auch Kienbaum für die Sparte Leichtathletik im Gespräch.

Trainer ausbilden

„Als Mehrspartenverband brauchen wir eine Kooperation zu den Fachverbänden, die wir voranbringen wollen“, sagt Norbert Hensen. Der Berliner, der viele Jahre als Vizepräsident Leistungssport im Verband tätig war, will jetzt als Sportdirektor „Meilensteine“ setzen. Damit meint er weiterhin professionellere Strukturen, aber auch die Kaderstärken in den einzelnen Sparten auszubauen. Mit der Einrichtung eines Bundesstützpunktes besteht die Möglichkeit, an festen Standorten zusätzliche Trainingseinheiten, aber ebenso die Aus- und Weiterbildung von Trainern anzubieten.

Bereits in den vergangen beiden Jahren hat Alexander Zimpelmann, der auch Mitglied des Leistungssportausschusses im DGSV ist, einige Lehrgänge in der Pfalzhalle mit der Nationalmannschaft durchgeführt. Der Pfälzische Handballverband (PfHV) unterstützt laut Ulf Meyhöfer, Präsident des Verbandes, wohlwollend die Pläne des DGSV. Auch sind der in Freinsheim lebende Zimpelmann, der aus Deidesheim stammenden Cotrainer Jan Willner sowie Torwarttrainer Sven Labitzke (Mutterstadt) keine Unbekannten im PfHV, wo sie sich ebenfalls engagiert hatten. „Inklusion, aber auch Integration ist ein ganz wichtiges Thema, das wir im Handball ausbauen wollen. Deshalb haben wir gerne die Räume, aber auch die Schlafstätten in der Pfalzhalle renoviert“, betont Meyhöfer und hebt die Barrierefreiheit der Sportstätte hervor. Weitere Investitionen schließt er nicht aus. Der DGSV will auch eine Frauen-Handball-Nationalmannschaft aus der Taufe heben.

WM im Juli in Kopenhagen

Aber das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen. Dagegen werden die Silbermedaillen-Gewinner bei den Deaflympics 2022 im Hinblick auf die Weltmeisterschaften (1. - 15. Juli) in Kopenhagen wieder in Haßloch zu Gast sein. Während die ersten beiden Lehrgänge nach den Deaflympics zunächst in Frankenthal und in der vergangenen Woche in Henstedt-Ulzburg waren, trifft sich die Mannschaft vom 17. bis 21. Mai erneut im Großdorf. Bei den Titelkämpfen im dänischen Kopenhagen spielt die deutsche Auswahl in der Vorrunde gegen Gastgeber Dänemark, Serbien, Kenia und die USA. „Aus unserer Sicht ist das eine sehr interessante Gruppe, die uns alles abverlangen wird. Besonders gespannt bin ich auf das Team der USA, das wir bisher nicht kennen“, sagt Zimpelmann.

2022 war das Nationalteam mit den Trainern Jonas Suchalla (links), Jan Willner (Mitte)und Alexander Zimpelmann in der Pfalzhalle
2022 war das Nationalteam mit den Trainern Jonas Suchalla (links), Jan Willner (Mitte)und Alexander Zimpelmann in der Pfalzhalle.
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