Wasserball
Moritz Oelers Tipps für den SC Neustadt zum Pokalspiel gegen Spandau
Der inzwischen 38-jährige Moritz Oeler ist in Königsbach aufgewachsen und begann im SC Neustadt mit Wasserball. Er war dabei in einem Team mit Matthias Held und Tobias Rheude. Rheudes Papa Helmut ist dem SCN auch nach dem studiumbedingten Weggang seines Sohnes immer noch eng verbunden und sitzt bei allen Heimspielen als Stadionsprecher am Mikrofon.
Denkwürdiges Finalturnier 1998
Doch zurück zu Oeler. Er wechselte zunächst von Neustadt nach Cannstatt in die Bundesliga, wurde mit den Schwaben deutscher Meister. Dann folgte sein Umzug nach Berlin, folgten zehn weitere deutsche Titel, dazu einige Pokalsiege. Auch wenn Oeler 1998 im denkwürdigen Finalturnier in Neustadt noch zu jung war, um selbst teilzunehmen, erinnert er sich an die Spiele im Stadionbad. Von den SCN-Spielern des damaligen Zweitligisten steht außer Thorsten Preuß als heutigen SCN-Trainer, Lars Ananias als Betreuer der Jugend und Pressesprecher auch noch Stefan Giese als Jugendtrainer am Beckenrand. Und Stefan Ehrenklau, damals 23 Jahre alt, steigt heute noch bei Bedarf ins Becken, vielleicht auch am Samstag, 18.30 Uhr, im Pokalspiel gegen Spandau. Der damalige SCN-Coach Peter Jacqué trainiert heute mit Begeisterung den U16- und U18 Nachwuchs.
Oeler erinnert sich an 1998: „Aber nicht Favorit Spandau hat damals gewonnen. Ich erinnere mich noch, wie der Trainer von Waspo Hannover am Beckenrand ausgeflippt ist und von der Bank verwiesen wurde, als es eng wurde. Aber am Schluss ist er vor Freude gehüpft, denn Hannover holte überraschend zum ersten Mal den Pokal.“ Mit dem Trainer von Hannover, Bernd Seidensticker, hat er heute noch Kontakt. Oeler: „Lustig, dass ich den Bernd damals als kleiner Junge erlebt habe.“ Auch zu Stefan Giese besteht nach wie vor eine Verbindung. Oeler: „Er hat mich früher zum Training mitgenommen.“
Im Nationalteam
Oeler ging, obwohl er sich in Neustadt wohlgefühlt hat, schließlich in die weite Wasserballwelt hinaus, spielte für Spandau 04 Berlin und war in der Nationalmannschaft erfolgreich, war dort sogar Kapitän. Diese Entwicklung hat er einfach auf sich zukommen lassen. Er erinnert sich: „Es gab eine Karriereplanung, wir wurden gut beraten. Ich konnte parallel studieren, das Studium war flexibler als bei normalen Studenten. Von der Vergütung konnten wir leben und mussten nicht noch zusätzlich arbeiten. Das galt natürlich nur für die Spieler des Nationalkaders. Ich hätte meinen Werdegang nicht so vorhergesagt, aber ich hatte gute Möglichkeiten und bin gut gefördert worden.“
Aktuell ist er nicht im Becken aktiv, er spielte noch bis 2019 in der Schweiz. Nun ist er froh, keine Termine mehr zu haben. „Und für das Seniorenteam fühle ich mich noch zu jung“, sagt er und lacht. Heute lebt Moritz Oeler mit seiner Frau und Tochter in Zürich und arbeitet als Ingenieur für ein Unternehmen im medizinischen Bereich. Momentan widmet er seiner 18 Monate alten Tochter seine ganze Aufmerksamkeit.
Oelers Rat für den SCN
Dass Spandau am Samstag wahrscheinlich ein unverdaulicher Brocken für den SCN sein wird, leitet er an dem enormen Trainingsaufwand der Berliner ab. Schließlich habe er schon zu seiner Zeit acht- bis zehnmal in der Woche trainiert. Dem SCN gibt er für das Spiel am Samstag einen Tipp: „Nicht so ängstlich in die Partie gehen. Keine Angst vor Fehlern haben. An solchen Aufgaben kann man wachsen. Es ist eine gute Gelegenheit, sich zu zeigen, etwas zu lernen.“
Die Ergebnisse von 1998: Hannover – SG Neukölln 6:5; SCN – Spandau 4:14; SCN – Neukölln 5:9; Spandau – Hannover 5:6.