Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: TSG Haßloch im ersten Heimspiel gegen Kirchzell

Theo Surblys wird der TSG Haßloch noch eine Weile fehlen. Er hat sich am Knie verletzt.
Theo Surblys wird der TSG Haßloch noch eine Weile fehlen. Er hat sich am Knie verletzt.

Nach dem hart erkämpften Klassenverbleib in der vergangenen Runde haben Coach Andreas Reckenthäler und Cotrainer Philipp Rogawski das Vertragsangebot des Handball-Drittligisten TSG Haßloch zunächst nicht angenommen. Jetzt sind sie zurück.

Herr Reckenthäler, sind Sie froh, wieder bei der TSG Haßloch zu sein?
Definitiv, auch wenn Philipp und ich zunächst das Angebot des Vereins nicht angenommen hatten. Wir waren nach der gesicherten Relegation einfach leer und haben auch eine Weile gebraucht, um alles zu reflektieren und zu analysieren. Die letzte Saison war maximal emotional, das ging an uns nicht spurlos vorbei. Wir blieben aber mit Thomas Müller, dem Sportlichen Leiter, stets im Gespräch und haben gemeinsam Wege gesucht, wie wir die TSG wieder voranbringen. Wir waren nie ganz weg. Deshalb sind wir auch gerne wieder gekommen. Die Jungs haben uns vertraut, und wir spüren auch, dass sie uns weiterhin vertrauen. Es ist eine tolle Mannschaft. Es macht wahnsinnig viel Spaß, mit ihr zu arbeiten.

Die Energiekrise und die Folgen für den Trainings- und Wettkampfbetrieb sind in aller Munde. Wie stellen Sie sich auf diese neue Situation ein?
Damit beschäftige ich mich nicht, ob die Jungs beim Duschen warmes oder kaltes Wasser haben. Aktuell tut bei diesen Temperaturen eine kalte Dusche auch mal ganz gut. Mein Fokus lag zuletzt klar auf der Trainingsarbeit, so dass unsere Jungs im ersten Spiel frisch auf die Platte gehen und eine Philosophie verinnerlicht haben, wofür Philipp und ich stehen.

Was ist denn Ihre Philosophie?
Zunächst einmal war es uns nach den bisherigen Erfahrungen besonders wichtig, die Jungs in einen guten konditionellen und athletischen Zustand zu bringen. Das ist auch für den Handball, wofür Philipp und ich stehen, die elementare Voraussetzung. Die Grundlagen für einen erfolgreichen Handball sehen wir bei der Mannschaft zunächst in der Abwehr, weshalb wir uns für zwei Deckungssysteme entschieden haben. Unser Ziel ist es, hart, aber auch emotional verteidigen zu wollen. Dazu kommt noch das schnelle Umschaltspiel nach vorne. Wir haben hierfür die Spielertypen, deshalb wollen wir deren Stärken noch mehr nutzen. Um diese neue DNA zu verinnerlichen, müssen wir aber auch stets konditionell auf der Höhe sein.

Sind Sie mit der Saisonvorbereitung zufrieden?
Die Vorbereitung war nicht einfach, weil wir doch einige verletzungsbedingte Ausfälle zu verzeichnen hatten. Besonders der Verlust von Theo Surblys, der mit einem Meniskusschaden beim Turnier in Heddesheim ausfiel, schmerzt uns. Alle bisher angeschlagenen Akteure sind seit vier Wochen wieder zurück. Wir konnten uns Woche für Woche neue Meilensteine setzen, um die Mannschaft weiterzuentwickeln. Wichtig ist mir, dass wir es schaffen, in den Spielen mit Systemwechseln flexibel zu reagieren. In den letzten eineinhalb Wochen lag der Fokus auf dem Angriffsspiel.

Wie sehen Sie die Situation, dass die TSG nach dem Weggang von Elvijs Borodovskis keinen Ersatz für den Linkshänder geholt hat?
Wir als Trainerteam, aber auch die sportliche Führung hätten noch gerne den einen oder anderen Spieler verpflichtet. Die gemeinsamen Bemühungen brachten bisher nicht den erhofften Erfolg. Es ergibt aber auch keinen Sinn, einen Spieler zu holen, der menschlich nicht zu uns passt und uns sportlich nicht weiterbringt. Allerdings sind wir uns alle bewusst, dass bei dem aktuellen Kader nicht viel passieren darf. Sobald sich weitere Spieler verletzen, wird es schwierig. Theo Surblys wird uns noch eine Weile fehlen. Denni Djozic wird zum Saisonstart auch nicht dabei sein. Dafür hoffe ich, dass Lars Hannes und Lino Messerschmidt auflaufen können.

Wie wollen Sie konkret die Lücken auf der einen oder anderen Position schließen?
Ich hatte es schon mal angesprochen: Wir müssen auf allen Positionen flexibler werden. Das heißt konkret, dass in der kommenden Saison Spieler auf Positionen auftauchen, die sie bisher bei uns noch nicht gespielt haben. Da wird sicherlich die eine oder andere Überraschung auch für den Zuschauer kommen.

Als einziger Neuzugang kam Moritz Mangold zur TSG Haßloch und soll zusammen mit Marco Bitz das Tor hüten. Wie hat sich Mangold in die Mannschaft eingefunden?
Er passt menschlich zu unserer Mannschaft. Er ist ein Typ, der uns sicherlich weiterhelfen kann. Da er in Nußloch schon mit Marco das Torhüter-Gespann gebildet hat, sehe ich uns auf der Torhüter-Position weiterhin gut aufgestellt. Auch wird Loic Modzinski zu unserem Kader zählen.

Welche Eindrücke haben die Talente Bjarne Hartmann, Nils Knöringer und Yannik Müller hinterlassen?
Ich bin froh, dass die drei Jungs die komplette Vorbereitung mitgemacht haben. Sie haben das super gut gemacht, deshalb bin ich überzeugt, dass sie auch während der Saison die eine oder andere Spielzeit bekommen werden. Wir werden die Jungs, die zum Teil noch in der A-Jugend spielen, weiterhin im Blick behalten, um sie entsprechend zu fördern. Trotzdem müssen sie Geduld mitbringen, denn die Dritte Liga ist eben keine Ober- oder Pfalzliga.

Es geht mit einem Heimspiel gegen den TV Kirchzell an diesem Samstag um 19.30 Uhr im TSG-Sportzentrum los. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Partie?
Wir spielen zu Hause, da zählt für uns ein Sieg. Wir wissen, dass die Aufgabe gegen einen sehr guten Gegner, der sich mit zahlreichen jungen Spielern verstärkt hat, nicht einfach ist. Aber es gibt aktuell in der Staffel keinen leichten Gegner. Mir ist es wichtig, dass wir frühzeitig Punkte holen. Gerade vor heimischem Publikum.

Mit welcher Zielsetzung gehen Sie in die neue Spielzeit?
Unser Ziel ist wieder der Klassenverbleib, alles andere wäre vermessen. Da sollten und müssen wir realistisch bleiben. Für uns zählt Platz eins bis zehn. Die Plätze elf bis 14 möchten wir vermeiden, aber auch Rang elf, der uns wieder in die Relegation führen würde.

Interview: Jochen Willner

Information: Dritte Liga

Die Dritte Liga in der Spielzeit 2022/2023 ist vom Deutschen Handball-Bund (DHB) in fünf Staffeln neu eingeteilt worden. Die pfälzischen Vereine TSG Haßloch, HLZ Friesenheim-Hochdorf, VTV Mundenheim und TuS Dansenberg wurden der Staffel Südwest zugeordnet und treffen in Derbys aufeinander: mHSG Friesenheim - TSG Haßloch am 24. September (19 Uhr), TSG Haßloch - TuS Dansenberg am 28. September (19.30 Uhr), VTV Mundenheim - TSG Haßloch am 26. November (19.30 Uhr).

Jede Staffel der Dritten Liga ist mit 14 Mannschaften besetzt. Als Absteiger gelten die Mannschaften ab Platz zwölf, während die Elftplatzierten eine Relegation um den Ligaverbleib bestreiten müssen. Die jeweiligen Staffelsieger tragen die Aufstiegsspiele um die drei Plätze für die Zweite Bundesliga aus.

Andreas Reckenthäler
Andreas Reckenthäler
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