HASSLOCH
Handball: Saison-Heimpremiere für Drittligist TSG Haßloch gegen Bad Neustadt
Marco Bitz musste nicht lange darüber nachdenken. Als sich die Insolvenz beim damaligen Süd-Drittligisten SG Nußloch abzeichnete, kam der 24 Jahre alte Torhüter schnell auf den Gedanken, seine Laufbahn bei der TSG Haßloch fortzusetzen. „Thomas und ich kennen uns schon sehr lange, ich war auch schon oft bei den Spielen in Haßloch vor Ort“, verriet Bitz. Als der Sportliche Leiter Thomas Müller ihn angefragt habe, habe er direkt seine Zusage gegeben. Das hatte zwei Gründe: Zum einen trug Marcos Bruder Kevin einst das blau-weiße Trikot der Bären, andererseits hatte sein Onkel Ralf Schmitt als Trainer nicht nur lange das Sagen, sondern führte die TSG zurück in die Dritte Liga. „Es war schon immer irgendwie eine Verbindung da“, erzählt der Student. „Die Stimmung ist immer gut, und das Publikum steht hinter der Mannschaft“.
„Mit dem Wechsel zur TSG ist auch klar, dass sich meine Prioritäten ganz klar in Richtung Beruf verlagern“, sagt Bitz. Der 24 Jahre alte Torhüter, der im badischen St. Leon lebt und an der Hochschule in Ludwigshafen seine Masterarbeit im Fach Wirtschaftsinformatik in Angriff nimmt, wurde in der Nachwuchsschmiede des Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen ausgebildet und feierte dort sogar seine Premiere in der Champions League.
Spaß an der Konsole
„Wenn wir mit der SG Nußloch aufgestiegen wären, dann hätte ich die Zweite Liga noch mitgemacht. Aber jetzt steht der künftige Beruf im Vordergrund, und das passt auch mit Handball bei der TSG“, so Bitz. Dennoch sei er sehr ehrgeizig, verliere aber den Spaß keinesfalls aus den Augen. „Wir haben hier wirklich eine gute Truppe zusammen, die sich auch privat sehr gut versteht“, sagt der 23-Jährige.
Mit ihm kam auch Theo Surblys von der SG Nußloch ins Großdorf. Julius Herbert spielte vor drei Jahren ebenso bei den Rothemden. Bitz: „Wichtig ist, dass es wieder losgeht“. Die Wochen und Monate, in denen es keinen Sport in der Halle gegeben hat, sind ihm noch in Erinnerung. „Es war nicht immer einfach. Es hat der Ball zwischen den Händen gefehlt. Und nur joggen zu gehen, das ist eh nicht mein Ding“. Stattdessen nutze er diese Zeit, um häufiger an der Spielkonsole zu sitzen. „Das macht ja auch mal Spaß“. Aber noch lieber sei er mit dem Ball aktiv.
Stefan Job fehlt länger
Der Torhüter freut sich auf das erste Pflichtspiel am Samstag vor heimischer Kulisse, wenn der HSC Bad Neustadt – angeführt vom früheren Nationalspieler Benjamin Herth – in die Pfalzhalle kommt. Nach starkem Auftritt vor Wochenfrist in Krefeld wollen die Bären gegen die Saalestädter die ersten Punkte einfahren. Viel Selbstvertrauen haben sie trotz der Niederlage am Niederrhein getankt. Auch sind die Vorzeichen durchaus günstiger. Florian Kern und Denni Djozic haben das Training wieder aufgenommen. Ob sie im Kader stehen werden, ließ Trainer Thomas Müller vor dem heutigen Abschlusstraining noch offen. Stefan Job fällt dagegen aus, er wird dieses Jahr keine Partie mehr bestreiten können. Dafür soll jetzt der bisherige Rückraumspieler Julius Herbert zum Kreisläufer umgeschult werden.
„Unser Ziel ist es, so früh wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Da ist es wichtig, dass wir gerade vor unserem eigenen Publikum die ersten Punkte einfahren“, stellt Bitz fest.
Kein einfaches Spiel für den Studenten. Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Zuschauer in der Halle sein werden. Entsprechend dem Hygiene- und Sicherheitskonzept sind zum Auftakt nur 250 Zuschauer dabei. Noch 25 Karten gibt es an der Abendkasse in der Pfalzhalle.