Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Frauen der TSG Haßloch tun sich bei Heimerfolg schwer

Marlena Schilling steuerte fünf Treffer zum Haßlocher Sieg bei.
Marlena Schilling steuerte fünf Treffer zum Haßlocher Sieg bei.

„Ich habe gesagt, was ich sagen musste“, sagte Peter Motz, Coach des Frauen-Handball-Oberligisten TSG Haßloch, über seine Pausenansprache im Heimspiel gegen einen robusten HSV Sobernheim. „Vor allem aber habe ich gewechselt.“ Er leitete so eine erfolgreiche TSG-Aufholjagd ein.

Die Pfälzerinnen hatten 30 Minuten lang Probleme gegen einen Gast, der nur mit drei Auswechselspielerinnen angereist war. „Ein unbequemer Gegner“, sagte Motz über die HSV-Frauen. „Wir wussten, dass die kampfstark sind – vor allem wegen ihrer Körperlichkeit.“ Trotzdem rannten die Haßlocherinnen bald einem Rückstand hinterher. In der ersten Hälfte leisteten sie sich zwölf Fehlwürfe, darunter bei einem Konter: Nach einem Pass aus der eigenen Abwehr von Katharina Schmitt scheiterte Lydia Bachtler an Sobernheims Torfrau Schmall (5.).

Richtig Probleme hatte aber vor allem die TSG-Abwehr mit der gewichtigen HSV-Kreisläuferin Carolin Schneider. Sie war von einer Haßlocherin alleine nicht zu halten. Nur Annouk Hagedorn, die Mitte der ersten Hälfte eingewechselt wurde, spielte energisch. Zielstrebig lief sie aus dem rechten Rückraum zum HSV-Tor und verkürzte auf 5:7 (16.). Oder setzte mit einem Pass Kreisläuferin Julia Spieß in Szene: 10:11 (25.). Hagedorn verwandelte alle Strafwürfe. „Ganz stark“, meinte Motz zur ihrer Leistung. „Dabei hat sie nicht mal auf ihrer Position im linken Rückraum gespielt, sondern im rechten.“

Ausgewechselt nach der Pause

Nach der Pause schien ein anderes TSG-Team aufzulaufen: Innerhalb von drei Minuten lagen die Gastgeberinnen erstmals seit dem 1:0 in Front und bauten die Führung kontinuierlich aus. In der zweiten Hälfte brachte Peter Motz die am Knie angeschlagene Spielmacherin Lucie Krein. Sie sorgte für Schwung nach vorne. In der Abwehrmitte stellte Motz Marlena Schilling und Laura Kayser. „Der Innenblock war bärenstark“, lobte der Coach sie. Er hatte Gründe, seine bewährten Akteure nicht von Beginn an aufs Feld zu lassen. „Ich hatte mir erhofft, dass ich mit der Aufstellung am Anfang die Verletzten kompensieren kann“, sagte er zur schwachen Leistung in den ersten 30 Minuten.

Torfrau Lisa Herzig machte nur einmal für einen Siebenmeter Platz zwischen den Pfosten. Es gab auch keinen Grund, sie rauszunehmen. Einen Strafwurf von Franziska Teuscher wehrte sie mit der rechten Hand ab (22.), den Wurf von Rechtsaußen Annika Nyquist mit dem Arm (28.). Nach einem Fangfehler von Marlena Schilling parierte Herzig den Konter von Maschtowski mit dem Fuß (53.). „Alle wissen, dass die erste Hälfte nicht unserem Niveau entspricht“, sagte Herzig, die aus dem Saarland stammt, in Dudenhofen lebt und in ihrem zweiten Dienstjahr an einer Grundschule „alles außer Religion“ unterrichtet.

Zu hastig in Schlussphase

In den letzten Minuten wurde es noch einmal eng für Haßloch, „weil wir versuchten, zu schnell ein Tor zu machen“, wusste die TSG-Keeperin „Wir waren zu hastig.“ Fangfehler, Stürmerfoul, Fehlpässe: Als Hagedorn in der Defensive den Ball abfing und alleine zum HSV-Tor konterte, wehrte die Gästeschlussfrau den Ball mit dem linken Fuß ab (48.). „Ein paar sind noch nicht in der Oberliga angekommen“, stellte Peter Motz trotz des 29:26-Siegs fest. Linksaußen Katharina Schmitt scherzte: „Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss.“

So spielten sie

TSG Haßloch: Herzig, Henrich (bei einem 7m); Kayser (1), Marlena Schilling (5); Bachtler (1), Schmitt (3), Lisa Motz ( 1), Michel (2); Hagedorn (9/5), Spieß (1), Glaser (3), Krein (3), Paul, Lena Motz (n. e.).

Spielfilm: 3:3 (7.), 5:9 (18.), 8:10 (21.), 12:13 (30.), 13:13 (31.), 14:13 (32.), 15:13 (34.), 21:15 (43.), 22:16 (45.), 25:20 (51.), 27:24 (58.), 28:25 (59.), 29:26 (60.); beste Spielerinnen: Herzig, Hagedorn – Schneider, Maschtowski; Zeitstrafen: 5/1; Siebenmeter: 5/5 – 6/3; Zuschauer: 70; Schiedsrichterin: Senk (TV Edigheim).

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