Hassloch
Handball: Frauen der TSG Haßloch besiegen Lambsheim/Frankenthal
„Wir waren nicht richtig auf Betriebstemperatur.“ Peter Motz, Trainer der Pfalzliga-Handballerinnen der TSG Haßloch, besiegte zwar mit seinem Team die SG Lambsheim/Frankenthal überlegen mit 36:19 (19:8). Doch im Vergleich zu den bisherigen Spielen bot der ungeschlagene Spitzenreiter diesmal eine eher dürftige Leistung. Motz: „Wir waren nicht auf der Höhe.“ Seine Spielerinnen hätten nicht „die letzten paar Prozent“ abgerufen. Doch das reichte den athletischeren TSG-Spielerinnen gegen ein körperlich klar unterlegenes Team zum Sieg.
Allen voran sorgte erneut TSG-Spielmacherin Lucie Krein für Tempo im Haßlocher Spiel. Die mit zwölf Treffern beste Haßlocher Schützin war reaktionsschnell mit langen Pässen zur Stelle, wenn die Haßlocherinnen den Ball eroberten, leitete so Konter ein oder konterte selbst.
Spielpraxis für Ersatzspielerinnen
Der Gegner kam zwar immer mal wieder mit schnellen Anspielen an den Kreis zu Toren. Erst einmal aber zog die TSG auf 6:0 davon (6.), nahm in der offensiven Abwehr dem Gegner den Ball ab und konterte zum 2:0, 3:0 und 6:0. Bald aber häuften sich auf TSG-Seite die Fehlpässe und Fangfehler. Auch kam es vor, dass niemand anzuspielen war. Vor allem, als Motz seine bewährten Kräfte auf der Bank ließ und dem Ersatz Spielpraxis ermöglichte. Der Spielfluss geriet ins Stocken, der Sieg aber nie in Gefahr.
Von den Ersatzkräften überzeugte die couragiert spielende Anouk Hagedorn. Aus dem rechten Rückraum erzielte sie das 18:7 (26.) und das 26:14 (39.), von links traf sie zum 21:10 (33.). „Anouk ist noch A-Jugend-Spielerin und kommt von den VTV Mundenheim“, erzählte Motz. Der Wechsel habe sich kurzfristig ergeben. Hagedorn wohne in Haßloch, sei in der Jugend-Rheinland-Pfalz-Auswahl gewesen, spiele weiterhin in Mundenheim in der A-Jugend und mit Zweitspielrecht für die TSG-Frauen.
Henrich hält Siebenmeter
Torhüterin Selina Henrich überzeugte ebenfalls. Sie löste nach der Pause Antje Wilde ab und parierte Siebenmeter von Lisa Konrad mit dem rechten (46.), den Strafwurf von Marie Lang mit dem linken Fuß (39.). Ein Strafwurf von Lang landete am Pfosten (47.). Den von Isabell Unterweger hielt Henrich. Auch bei Angriffen aus dem Spiel heraus war die Schlussfrau zur Stelle, parierte Würfe von Rechtsaußen Sarah Albrech (35.) und von Linksaußen Anne Sosin (35.).
„Ich bin eigentlich jemand, der lieber anfängt – es ist einfacher, wenn man sich warm gemacht hat“, sagte Selina Henrich zu ihrer Einwechslung. Die Trainer entschieden, wer ins Tor gehe. Peter Motz macht dies von der Trainingsbeteiligung und der Leistung abhängig. Letztendlich entscheide Torwarttrainer Bruno Spieß.
Videos anschauen
Dass sie diesmal viele Siebenmeter gehalten hat, führt Henrich auf ihre jüngsten Trainingseinheiten zurück. Außerdem schaue sie sich Videos vom nächsten Gegner an. Henrich: „Wenn man dann einen Strafwurf hält, wird man selbstsicherer.“ Auch von Lambsheim/Frankenthal habe sie Videos studiert. Doch hat ihr das bei den Siebenmetern nichts genutzt. „Da haben andere geworfen.“
Apropos Video: Peter Motz hat während der Partie beobachtet, dass „jemand zum Filmen“ in der Halle war. Vermutlich jemand aus Landau, meint er. Die HSG Landau/Land ist nächster TSG-Gegner und hat bisher mit Haßloch ebenfalls verlustpunktfrei die Tabelle angeführt. Doch vor dem Spitzenspiel am Sonntag, 16 Uhr, in der Löwensteinhalle in Albersweiler hat die HSG gegen Hauenstein/Rodalben mit 23:26 verloren. „Auch von Landau haben wir Material“, sagt Henrich grinsend. Und Peter Motz sieht doch etwas Gutes darin, dass sein Team gegen Lambsheim/Frankenthal nicht so gut war. „Das war das richtige Spiel zum Filmen“, meint er lachend in Richtung unbekanntem Kameramann.