Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Enttäuschung bei der TSG Haßloch

Der Haßlocher Lino Messerschmidt (am Ball) traf fünfmal für die TSG.
Der Haßlocher Lino Messerschmidt (am Ball) traf fünfmal für die TSG.

Eine Woche nach dem Debakel beim VfL Gummersbach II verpasst Drittligist TSG Haßloch den Weg zurück in die Erfolgsspur. Gegen den Tabellennachbarn TV Gelnhausen stehen sich die Bären selbst im Wege.

Die Enttäuschung ist groß. Noch lange nach dem Abpfiff haben einige Handballer des Drittligisten TSG Haßloch im Kabinengang des Sportzentrums mit der Niederlage zu kämpfen. In einer Partie zweier Mannschaften auf Augenhöhe setzen sich die Gäste aus dem Main-Kinzig-Kreis aufgrund ihrer Cleverness vor dem gegnerischen Tor durch und feiern nach zuletzt zwei Niederlagen einen 25:22 (13:11)-Sieg.

„Das war ein verdienter Sieg der Gäste. Wir haben es nicht geschafft, das Überzahlspiel zu unseren Gunsten zu nutzen“, sagte Trainer Philipp Rogawski. Dabei zeigten sich die Bären vor heimischer Kulisse gegenüber der Partie beim VfL Gummersbach II verbessert. Es war das Kampfspiel zweier aggressiver Abwehrreihen, die von der ersten Minute mit viel Leidenschaft und Biss um den Ball kämpften. Beide Teams setzten auf ein Höllentempo im Angriffsspiel.

Überraschende Aufstellung

Dabei überraschte Cheftrainer Andreas Reckenthäler die Gäste mit seiner Anfangsformation auf der linken Seite, als er mit Florian Kern im Rückraum, mit Konstantin Herbert auf der Außenposition und mit Lars Hannes als Spielmacher begann. Es war ein Hin und Her. Auch wenn sich die Gäste zunächst mit zwei Toren absetzten, kam Haßloch immer wieder zurück. Es zeigte sich früh, dass Kleinigkeiten am Ende den Unterschied ausmachen werden. Die Sieben von Gästetrainer Matthias Geiger suchte immer wieder das Spiel eins gegen eins und drängte die TSG-Defensive weit zurück. Die Folge: Die beiden Unparteiischen Hochstein/Wiedenmann zeigten oft Foulspiel und Siebenmeter zum Nachteil der TSG an. Die Gäste nutzten die Chance zum Ende der ersten Hälfte, sich abzusetzen.

Zuvor traf Lars Hannes per Siebenmeter nur die Latte des TV-Tores (20.). Rechtsaußen Dennis Gregori (22.) scheiterte am glänzend aufgelegten Gästekeeper Julian Lahme. Dann traf Kevin Seelos (25.) nur den Innenpfosten. Die Hessen zogen auf 12:9 davon.

Überzahl nicht genutzt

Nach dem Pausentee gaben sich die Gastgeber nicht geschlagen, aber sie konnten selbst bei Hinausstellungen der Gäste ihre Überzahl zu keiner Phase nutzen. „Es ist verdammt ärgerlich, dass wir sogar das Überzahlspiel verloren haben. So etwas darf uns nicht passieren“, klagte Florian Kern. „Wir waren in den letzten zehn Minuten auch nicht bissig genug, um den Gegner ernsthaft in Gefahr zu bringen.“ Dazu häuften sich die technischen Fehler. Haßloch verwarf erneut eine Reihe von freien Bällen. Auch Julian Lahme (34), einst beim TV Lemgo und dem TV Großwallstadt in der höchsten deutschen Spielklasse im Tor, bewahrte mit vielen Paraden seine Vorderleute vor einem Ausgleich oder gar Rückstand. Die Haßlocher waren schließlich nicht mehr bis in die Haarspitzen fokussiert.

Schwache Schiedsrichter

Das hatte Gründe: Sie haderten mit den höchst umstrittenen Entscheidungen der beiden Unparteiischen, die den Zorn der einheimischen Zuschauer zu spüren bekamen. Besonders in der Schlussphase bewiesen die beiden schwachen Schiedsrichter wenig Fingerspitzengefühl bei der Regelauslegung. „Sicherlich war ich mit dem einen oder anderen Pfiff nicht einverstanden, aber meine Mannschaft darf sich deswegen nicht aus der Bahn verwerfen lassen“, sagte Cheftrainer Reckenthäler.

Kleinigkeiten entscheiden

Sprachlos wirkte auch am Ende Lars Hannes, der sich immer mehr in seiner neuen Rolle als Spielmacher wohlfühlt. „Wir sind aus meiner Sicht wieder einmal an uns selbst gescheitert. Am Ende haben wir auch die mentale Müdigkeit gespürt“, stellte Hannes fest. Es waren eben die Kleinigkeiten, die den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachten. Trotzdem war Kapitän Kevin Seelos nach 60 Minuten sauer: „Solch ein Spiel hätten wir nie verlieren dürfen.“ In der Tat. Es waren zwei Zähler, die Haßloch verschenkt hat.

So spielten sie

TSG Haßloch: Mangold (19. – 52.), Bitz (1.- 18., 53.-60), Modzinski (n. E.) – Kern (3), Hannes (2), Triebskorn (2) – Konstantin Herbert (1), Gregori (2) – Julius Herbert – Messerschmidt (5), Götz (3/2), Seelos (4), Hartmann, Zech, Müller (n. E.)

TV Gelnhausen: Lahme (1. – 60.), Bechert (n. E.) – Geisler (2), Altwein (2), Wörner – Mocken (7/4), Hüttmann (2) – Fehl (2) – Bergau (1), Hilb (2), Schenk (3), Georgi, Malolepszy (4/4), Altscher, Reinhardt.

Spielfilm: 2:2 (5.), 5:5 (12.), 7:6 (14.), 9:9 (18.), 9:12 (25.), 11:13 (30. Halbzeit), 14:14 (33.), 14:16 (36.), 18:19 (47.), 19:23 (54.), 20:25 (58.), 22:25 (60., Ende); Siebenmeter: 4/2 – 8/8; Zeitstrafen: 7/6; Rote Karte: Triebskorn (3. Zeitstrafe, 58.); beste Spieler: Messerschmidt, Hannes – Lahme, Mocken; Zuschauer: 350; Schiedsrichter: Hochstein/Wiedenmann (Köln/Wetzlar).

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