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Mittwoch, 16. Januar 2019 Drucken

Neustadt

Bis zur „Felskante“ in 4,50 Metern

Petz-Boulderhalle in der Europastraße eröffnet – Eine Million Euro investiert

Von Susanne Kimmel

Stephan Mank am Ziel.

Stephan Mank am Ziel. ( Foto: Mehn)

Viele Klettersportler hatten auf diesen Tag hin gefiebert: In der Europastraße ist gestern Neustadts erste Boulderhalle eröffnet worden. Ab sofort können sich hier nicht nur Profis ausprobieren, auch an Anfänger und Kinder wurde gedacht.

Philipp Esser ist erleichtert. „Eine Boulderhalle in Neustadt, das hat einfach gefehlt“, sagt er gestern, als schon am frühen Nachmittag die ersten Neugierigen bei ihm aufschlagen. Weil sich in dem Bereich einfach nichts getan habe, habe er die Sache letztes Jahr mit seinem Geschäftspartner Thomas Ziegler selbst in die Hand genommen. Entstanden ist seit August 2018 die „Petz-Boulderhalle Neustadt“. „Petz, darin finden sich unsere Namen wieder, außerdem steht das im Pfälzischen ja für zupacken“, klärt Esser lachend auf.

Alleine die Halle hat rund 1000 Quadratmeter Grundfläche, den größten Raum nehmen natürlich die Boulder (deutsch: Felshügel) ein, außerdem gibt es ein Bistro, Umkleidekabinen und Toiletten. Entstehen soll im oberen Bereich, da wo die Kletterer ankommen, außerdem noch eine Kinderspielecke. Herzstück sind die Boulderwände, die in eine Höhe von bis zu 4,50 Metern reichen, mit Sand oder Glasperlen beschichtet sind („für den besseren Halt“, so Esser), und die um die hundert bunte Griffe aufweisen.

„Die Farben stehen für die verschiedenen Schwierigkeitsgrade, die gelbe Route ist die leichteste, die weiße die schwerste“, erläutert der Fachmann. Außerdem gibt es noch eine lilafarbene Route für Kinder. „Da sind die Griffabstände geringer“, so Esser.

Bouldern sei deswegen für jeden etwas. Das bestätigt auch Katharina Todtwalusch, die sich mit zwei Freunden an einer etwas schwereren Route ausprobiert: „Ich kann keine einzige Liegestütz oder nur einen Klimmzug“, gibt die 25-jährige Neustadterin freimütig zu. Viel wichtiger sei beim Bouldern die Technik, „wobei anfangs schon mal die Finger weh tun“.

Dass man beim Hangeln von Griff zu Griff zudem durchaus ins Schwitzen kommt, das merke ich selbst, als ich es mit der Anfängerroute „gelb“ versuche. „Ziel ist es, den letzten Griff ganz oben mit beiden Händen für fünf Sekunden festzuhalten“, erklärt mir Philipp Esser, während ich meine Straßenschuhe gegen spezielle Kletterschuhe wechsle, die es hier zu leihen gibt. Und was passiert, wenn ich abrutsche oder mich nicht halten kann? „Für den Fall sind unsere 30 Zentimeter dicken Schutzmatten da“, beruhigt Esser lächelnd. Außerdem würden die meisten auf die Füße fallen.

Tatsächlich geht es dann einfacher als gedacht, und ich erreiche die obere „Felskante“- was sich durchaus wie ein kleines Erfolgserlebnis anfühlt. „Das ist das Tolle am Bouldern“, bestätigt auch Hobby-Klettererin Katharina Todtwalusch. Während man sich ganz auf den nächsten Griff oder Tritt konzentriere, könne man auch wunderbar den Kopf freibekommen.

Auffällig ist: Hier klettert fast niemand alleine, an den Wänden stehen immer kleinere Grüppchen zusammen, die demjenigen, der gerade an der Reihe ist, Tipps zurufen, die mitdenken und mitgucken. „Das ungesicherte Klettern in der Halle ist im Gegensatz zum Seilklettern ein sehr kommunikativer Sport“, erläutert Hallenchef Esser. Gemeinsam werde fast immer nach Lösungen gesucht.

Das beweisen auch Sebastian Fleckenstein aus Wachenheim, Marc Willenbacher aus Speyer und Christian Sonnentag aus Landau. Die Freunde waren bislang immer in den Hallen in Mannheim, Kaiserslautern oder Landau bouldern. Die neue in Neustadt gefalle ihnen sehr gut, weil sie hell und freundlich sei und vielfältige Touren bereit halte. „Wir haben sehnsüchtig auf die Eröffnung hier gewartet“, erzählen die drei. Kommen würden sie jetzt auf jeden Fall öfter.

Info

Die „Petz-Boulderhalle“ wurde auf einem rund 2700 Meter großen Grundstück in der Europastraße 17 errichtet. Investiert haben die beiden Geschäftsführer Philipp Esser und Thomas Ziegler rund eine Million Euro. Geklettert werden darf ab sechs Jahren. Leihschuhe kosten je nach Alter zwischen 5,50 Euro und zehn Euro (Tageskarte). Außerdem gibt es Familienpreise und verschiedene Abonnements.

Neustadt-Ticker