Welchweiler / Birkenfeld RHEINPFALZ Plus Artikel Jeanette Geßner bewirbt sich bei Landratswahlen im Kreis Birkenfeld

Wahlplakat von Jeanette Geßner aus Welchweiler für die Landratswahl im Kreis Birkenfeld. Die 45-Jährige kandidiert für „Die Part
Wahlplakat von Jeanette Geßner aus Welchweiler für die Landratswahl im Kreis Birkenfeld. Die 45-Jährige kandidiert für »Die Partei«.

Allzu ernst darf man es nicht nehmen, dass die Satirepartei „Die Partei“ eine Kandidatin für die Wahl eines Landrates im Kreis Birkenfeld aufgestellt hat. Tritt doch „Landrätin-Kandidatin“ Jeanette Geßner aus Welchweiler an mit dem ironischen Slogan „Das kleinste Übel“.

Wie ihre politische Blitz-Karriere ihren Anfang nahm, weiß Geßner noch ganz genau: Anfang Juli auf der Burg Lichtenberg beim Festival „Kein Bock auf Nazis“, wo sie am Bierstand im Einsatz war, sei sie von Mitgliedern des „Die Partei“-Kreisverbandes Birkenfeld angefragt worden, ob sie bei der Landratswahl ins Rennen gehen wolle. „Die Partei“ wurde 2004 von Redakteuren des Satire-Magazins „Titantic“ gegründet.

Frech und lustig

Und in diesem Rennen ist sie noch immer: mit frechen und lustigen Plakaten, mit Aktionen wie Flaschenwerfen und Stammtisch-Treffs – alle Kanäle der Sozialen Medien werden bespielt. Einen Bogen machten Geßner und ihre Parteihelfer allerdings um Kerwen, Schwenker- und Altstadt-Feste sowie Bauernmärkte, wo die Riege der Bewerber in diesem Sommer auffällig viel Präsenz zeigte.

Hobbys: Hunde und Häkeln

„Für Biergefällt reicht’s“ lautet ein weiterer Slogan der etwas schrillen Kandidatin, die allerdings über sich selbst sagt, dass sie mit Job und Haus eher spießig sei. Unbekanntes Terrain ist der „Nationalpark-Landkreis“ keineswegs für Geßner. War die 45-Jährige doch einige Jahre als Streetworkerin für die Verbandsgemeinde Birkenfeld unterwegs.

Aktuell arbeitet die Geßner in Kaiserslautern. Als Streetworkerin in dem Connect-Projekt der Arbeiterwohlfahrt trägt sie mit ihren Kollegen dazu bei, dass junge Menschen unter 25 wieder in Kontakt zur Jugendberufsagentur kommen.

In Wiesbaden geboren

Geßner, die in Wiesbaden geboren ist, besuchte im Odenwald eine katholische Mädchenschule. Nach dem Abschluss begann sie eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin, die sie jedoch wegen eines Unfalls nicht abschließen konnte.

In Trier studierte sie dann Erziehungswissenschaften und ist seither als Sozialpädagogin tätig. Was sie 2010 nach Welchweiler verschlagen hat, waren die günstigen Immobilienpreise, verrät sie. Mitbewohner dort sind vier Hunde – eine deutsche Dogge, ein tschechischer Wolfshund und zwei Bassets. Daneben sind Garten, Häkeln, Punk-Rock und Tattoos ihre Hobbys. Sie sei ein Landkind, bekennt Geßner. Kusel wäre ihr schon zu groß. Ihre Wahlparty finde übrigens einen Tag früher als gewöhnlich statt, nämlich am Samstag in Mainz, wie die Kandidatin informiert.

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