Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel „Wusste, was für ein geiles Spiel das wird“

Dennis Leising (links) im Kreise der FCK-Profis nach dem Spiel am Samstag in Schifferstadt.
Dennis Leising (links) im Kreise der FCK-Profis nach dem Spiel am Samstag in Schifferstadt.

Dennis Leising (31) ist eine der Schaltzentralen im Spiel des Fußball-Bezirksligisten BSC Oppau. Am Wochenende, beim Spiel der Auswahl der Fanregion Ludwigshafen/Neustadt/Bergstraße gegen den 1. FC Kaiserslautern, erzielte der Berufssoldat bei der Bundeswehr beim 12:0-Erfolg des Zweitligisten kein Tor, aber vergessen wird er das Spiel nicht. Im Interview spricht er über das Spiel gegen den FCK und seine Zukunft in Litauen.

Herr Leising, am Samstag verloren Sie mit ihrer Auswahl 0:12 gegen den 1. FC Kaiserslautern. Das Ergebnis dürfte für Sie nur Nebensache gewesen sein. Wie war es denn, gegen die Profis des FCK anzutreten?
Es ging schon vor dem Spiel nicht darum, wie das Ergebnis aussehen wird. Ich habe im Vorfeld schon zwei Mal gegen den FCK mit dem BSC Oppau gespielt für eine Aktion gegen Krebs und wusste daher ungefähr, was für ein geiles Spiel das wird. Aber, es ist natürlich immer wieder was Besonderes. Jetzt vor allem mit dem Aufstieg als FCK-Fan. Das hat richtig Spaß gemacht. In der 60. Minute bin ich ausgewechselt worden und bin in die Kabine vom FCK gelaufen – da waren schon Terrence Boyd und Jean Zimmer, die nur die erste Halbzeit gespielt hatten – und habe nach einem Foto gefragt. Dann habe ich mich dazugesetzt und über das eine oder andere gequatscht, aber das steht dann besser nicht in der Zeitung (lacht).

Das verlieren sind Sie – wenn auch nicht in der Höhe – zuletzt gewohnt gewesen. Mit dem BSC Oppau lief in der Aufstiegsrunde der Bezirksliga wenig zusammen. Wie können Sie sich das erklären?
Wir hatten zwei Wechsel im Winter. Hinzu kam, dass wir einige Spieler hatten, die beruflich stark eingespannt waren, unter anderem auch ich, sodass wir kein Training mehr zusammengebracht haben. Das Training wurde nicht geschwänzt. Wir haben dann oftmals auf Spieler aus der zweiten Mannschaft zurückgegriffen. Es wurde von Spiel zu Spiel immer schlimmer. Es war demotivierend, wenn du sonntags aufstehst und wieder auf die Ohren bekommst. Aber das hatte Charakterstärke, dass wir kein Spiel abgesagt haben.

Kommende Saison werden Sie dem BSC Oppau nicht zu Verfügung stehen, da sie mit der Bundeswehr in Litauen sind. Wie gehen Sie mit der aktuellen politischen Lage im Osten um?
Das ist offiziell ein Auslandseinsatz der Bundeswehr, der sechseinhalb Monate geht. Stand jetzt ist es etwas ungewiss, wie die Situation dort ist. Ich habe seit letztem Jahr eine neue Freundin, die ein Kind hat. Da ist das alles ein bisschen komisch. Zudem ist meine Großmutter verstorben. Aber im Allgemeinen bringt der Beruf das mit sich. Also mir ist bewusst, dass es irgendwann soweit ist. Ich hätte den Beruf nicht wählen dürfen, wenn ich jetzt sage, dass ich das nicht will. Es wird eine schwere Zeit von der Entfernung, ohne Familie und Freunde. Umso schöner wird es, wenn ich im Februar, März nächsten Jahres wieder hier bin. Vielleicht lerne ich dann Dinge zu schätzen, die mir so nicht bewusst waren. Sachen wie Familie, Privatsphäre, Freunde.

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