Fussball
Warum beim FSV Schifferstadt im Tor rotiert wird
„Es war ein kampfbetontes und defensiv geprägtes Spiel, in dem bei beiden Mannschaften nach vorne nicht viel zusammenlief“, räumt FSV-Coach Gerhard Minikus ein. Der Sieg sei deshalb so wichtig gewesen, weil der FSV diese Punkte mit in die Abstiegsrunde nehme. Dort werden die Schifferstadter aller Voraussicht nach ab Mitte März weiterspielen. „Wir sind Vierter. Die ersten drei Mannschaften sind stark und ambitioniert. Es wird nicht reichen, sie noch einzuholen“, sagt der 56 Jahre alte Minikus. Dies ist eine realistische Einschätzung, wenngleich der FSV bei Dudenhofen II unglücklich 1:2 verlor und die Partie in Berghausen (2:3) auf des Messers Schneide stand. Das sind aktuell die beiden Topteams der Liga.
Andererseits habe Schifferstadt mehr Qualität als die drei Mannschaften, die hinter dem FSV platziert sind. Eine Staffel mit nur sieben Teams hält der frühere Verbandsligaspieler für unglücklich: „Wir sind schon am 14. November mit der Hauptrunde fertig, weiter geht es erst Mitte März. Diese Pause ist zu lang.“ Insgesamt bestreitet man 20 Punktspiele, für die Mannschaften in der Aufstiegsrunde sind es bis Rundenende gar nur 18. Da vor der Saison Phönix Schifferstadt II und SG Mußbach freiwillig aus der A-Klasse ausgeschieden sind, wird sich die Zahl der Absteiger in Grenzen halten, zumal es nicht danach aussieht, als ob aus der Bezirksliga Teams in die A-Klasse Rhein-Mittelhaardt kommen.
Training unter erschwerten Bedingungen
Der FSV II trainiert derzeit unter erschwerten Bedingungen auf dem städtischen Hartplatz. Auf der heimischen Portheide ist der mit Flutlicht versehene Rasen noch nicht freigegeben und die zeitgleich übende erste Garnitur belegt den beleuchteten Streifen hinter dem Tor. Das Minikus-Team kann eine seltene Besonderheit vorweisen. In den acht Begegnungen kamen schon sechs verschiedene Torhüter zum Einsatz: Stammtorwart Tim Springer ist verletzt und spielte nur zweimal. Zum Einsatz kamen ferner Jannis Volk, der jetzt studiert, die Keeper aus der Landesliga-Kader, Tobias Grätz, Jan Müller und Joachim Bohrer, sowie Feldspieler Luca Grädler, der seine Sache prima machte. „Joe Bohrer, der am Sonntag spielte, kannte einige Mitspieler kaum. Gut, dass die Routiniers Daniel Eckrich und Christoph Raule vor ihm verteidigt haben“, sagt Minikus und lacht.
Der gebürtige Hauensteiner stieg mit der Ersten Mannschaft des SCH bis in die Verbandsliga auf. „1989 haben mich berufliche Gründe in die Vorderpfalz verschlagen“, erzählt der Abwehrspieler. Nach seinem Umzug spielte er fünf Jahre für den FSV Oggersheim, mit dem er 1994 den Oberliga-Aufstieg um Haaresbreite verpasste. Als einer seiner Söhne beim FSV mit dem Fußball begann, begleitete Minikus ihn als Trainer von den Bambini bis zu den A-Junioren. Der Kriminal-Hauptkommissar ist Leiter der Fachkommission 2, die sich um Sexualdelikte sowie Gewalt gegen Frauen und Kinder kümmert. Ein harter Job. „Beim Sport kann ich prima abschalten“, erklärt Minikus.