Handball RHEINPFALZ Plus Artikel VTV Mundenheim steigen aus der Dritten Liga ab

Timo Naas erzielt hier das Tor zum 4:4 für die VTV Mundenheim gegen den TV Gelnhausen.
Timo Naas erzielt hier das Tor zum 4:4 für die VTV Mundenheim gegen den TV Gelnhausen.

Auch die rechnerische Chance auf den Klassenverbleib ist dahin. Mit einem 26:27 (11:14) gegen den TV Gelnhausen verabschiedeten sich die VTV Mundenheim schon vor dem abschließenden Spieltag aus der Dritten Handballliga. Die Heimniederlage war in vielerlei Hinsicht ärgerlich.

Sechs Sekunden fehlten den Mundenheimern für den Minimalerfolg. Jonathan Malolepszy traf mit seinem neunten Treffer zur Entscheidung für die Gäste. Zu diesem Zeitpunkt hatten die VTV einen 26:23 (56.)-Vorsprung verspielt, erzielten in den letzten viereinhalb Minuten kein Tor mehr. Zwei Versuche von Simon Schleidweiler landeten bei Gästetorwart Julian Lahme, ein weiterer technischer Fehler und ein nicht geahndetes Foul an Yannick Treiber in der Schlussminute führten zur 16. Saisonniederlage für die VTV. Bemerkenswert, denn Ligaübergreifend galten die Mundenheimer an einem letzten Spieltag vor eigenem Publikum in den vergangenen 20 Jahren eigentlich als unschlagbar.

„Wir wollten dieses Spiel gewinnen, damit wir uns nichts vorwerfen müssen“, hatte VTV-Trainer Steffen Schneider als Parole ausgegeben. „Die Mannschaften vor uns sollen selbst ihre Hausaufgaben machen.“ Das erledigten sie allesamt. Sowohl Kirchzell als auch die HSG Dutenhofen-Münchholzhausen und die mHSG Friesenheim-Hochdorf besiegelten mit ihren Siegen den Abstieg der Mundenheimer ohnehin.

Zu hohe Fehlerquote

Die VTV setzten sich gegen den Tabellendritten zur Wehr, schafften es im ersten Durchgang aber nicht, die eigene Fehlerquote so weit zu reduzieren, dass sie die Gäste damit in ernsthafte Bedrängnis brachten. Aber Kampfgeist und Wille waren vorhanden. „Wir hatten im ersten Durchgang elf technische Fehler. Das ist definitiv zu viel. Aber wir haben auch bei 13 Gegenangriffen Tore verhindert. Das ist eine gute Abwehrleistung“, so Schneider mit Blick auf die Statistik von Halbzeit eins, in der Yannick Treiber kurz vor der Pause den zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Rückstand auf 11:14 verkürzte.

Und nach dem Seitenwechsel zündeten die VTV für ihre Verhältnisse ein Feuerwerk aus Tempo, Spielwitz und Entschlossenheit, kamen in doppelter Unterzahl durch Tim Schmieder zum Ausgleich (18:18, 41), brachten den Favoriten ins Wanken. Mehr aber eben auch nicht.

Drei-Tore-Vorsprung reicht nicht

Selbst Treibers 26:23 am Ende einer Dreier-Serie (56.) nützte nichts. Zu groß war die individuelle Klasse der Gäste, die innerhalb von zwei Minuten wieder zum Ausgleich kamen und eben auch noch das letzte Wort hatten, mit dem sie das Schulzentrum in eine bittersüße Stimmung tauchten. „Das war gegenüber den letzten Wochen ein deutlicher Schritt nach vorne. Das war ein anderer Spirit“, lobte Schneider, der zumindest eine Vorgabe erfüllt sah: „Wir wollten den Zuschauern heute noch einmal etwas bieten.“

Insgesamt wollte er seiner Mannschaft aber keinen Vorwurf machen. „Man hat heute wieder gesehen, dass wir für Siege in der Dritten Liga am absoluten Limit spielen müssen. Das ist Woche für Woche sowieso schwer, aber es ist uns in der Rückrunde zu selten gelungen.“ Die entscheidenden Punkte gingen in den Spielen gegen die direkte Konkurrenz verloren und nicht bei der Niederlage im letzten Heimspiel gegen Gelnhausen.

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