Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Tanzshow im Palatinum entführt Zuschauer nach Irland

Meister – und Meisterinnen – ihres Fachs: die Mitglieder des „Dance Masters“-Ensembles.
Meister – und Meisterinnen – ihres Fachs: die Mitglieder des »Dance Masters«-Ensembles.

Wie Hagelkörner prasseln die Clicks auf die Tanzfläche. Flinke Füße tanzen auf schnelle Rhythmen im Palatinum. Die Show „Best of Irish Dance“ war mit irischem Stepptanz zu Gast in Mutterstadt. Im Wechsel mit drei Musikern führten sie das Publikum in die Lebensart der Grünen Insel ein. Liebhaber irischer Weisen und Tänze kamen voll auf ihre Kosten.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen die vier Stars einer Show, Patrick, Kate, Ashley und Kevin. Kate und Kevin sind sowohl privat als auch im Theater, beim Tanzen ein Paar. Patrick schmerzt es, zu beobachten, dass sein Freund mit Ashley flirtet, da er selbst heimlich in Kate verliebt ist. Im wahren Leben kann er sie nicht erobern, deshalb tritt er eine Traumreise durch verschiedene Jahrhunderte an.

Immer wenn die Tänzer ihre Kostüme wechseln, nehmen drei Musiker die Zuschauer mit auf ihre Reise. Typisch irische Instrumente wie Fiedel, Gitarre und Banjo führen sie zu „Dirty Old Town“. Oder aber einer temperamentvollen Version von „Whisky in the Jar“, im Original von den Dubliners gespielt.

Träumen und tanzen

Im nächsten Abschnitt führt sein Traum Patrick als Tanzlehrer ins 18. Jahrhundert. Im alten Irland lehrt er den Menschen vom Dorf die ersten Steppschritte. Seine Crew hat er in die Fantasievorstellung mitgenommen. Jetzt kann er sich seiner Angebeteten vorsichtig nähern. In der nächsten Epoche, den 60er-Jahren, lehrt er den Menschen die neuesten Schritte aus diesem Zeitalter. Er erwacht aus seinem Traum, doch noch immer wird sein Begehren nicht erfüllt. In der nächsten Szene kommt Kevin Ashley näher. Als Kate die beiden ertappt, bricht ihre Welt zusammen. Ein Riesenstreit entzweit die ganze Tanzgruppe. Aber dadurch erkennt Kate endlich, dass Patrick nur für sie da ist.

Die Inszenierung der Reise durch die verschiedenen Jahrhunderte wäre sicher glücklicher zu lösen gewesen. Das schmälerte jedoch keineswegs die tolle Leistung aller Darsteller. Anfangs tanzen die Crewmitglieder noch auf eine verspielte Weise, das steigert sich jedoch im Lauf der Tänze erheblich. Der Zuschauer erlebt die Darsteller in authentischer Kleidung vom Mittelalter über die 60er-Jahre bis hin zur aktuellen Zeit. Das rasant getrommelte Partystück, „The Bongo Song“ von Safri Duo, tut der Aufführung gut. Hier sieht man die Darstellerinnen im Fitness-Outfit beim Training, es spannt den Bogen zur heutigen Zeit.

Weltmeister im Ensemble

Die zweite Halbzeit der Aufführung ist von temporeichen Auftritten bestimmt. In atemberaubender Geschwindigkeit fliegen die Füße der Tänzer über die Steppfläche, begleitet von den typischen Click-Geräuschen. Einige von ihnen treten mit Solo-Einlagen auf, zahlreiche Darsteller sind mehrfach Weltmeister im irischen Stepptanz oder haben vordere Plätze bei den Meisterschaften belegt. Ihre Bewegungen sehen trotz des Tempos unglaublich leicht aus. Für die Zuschauer in den hinteren Rängen haben die Veranstalter eine Videoleinwand aufgebaut, auf der sie die exakt geführten Schrittfolgen beobachten können.

Während die Szenen wechseln, unterhält Barry Tierney mit Gitarre und rauchiger Stimme das Publikum. Er wird durch die Kanadierin Andrée Thériault, eine professionelle Geigerin im irischen Stil, begleitet. Das Trio vervollständigt Matthew Hurrell O’Connor. Bei abwechselnden Auftritten mit Gitarre, Banjo und Bodhran, einer typisch irischen Rahmentrommel, zeigt auch er vielseitiges Können. Alle drei sind Meister ihres Faches und jeder für sich ein Solokünstler. Den musikalischen Abschluss bestreiten die drei mit der englischen Variante von „An der Nordseeküste“. Mit dem Gefühl, in einem Irish Pub zu sitzen, lässt sich das Publikum nicht lange bitten, das norddeutsche Volkslied mitzusingen.

Im rasanten Finale der irischen Stepptänzer endet eine temporeiche und rhythmische Vorstellung.

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