Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Sparkassengebäude verkauft

Soll nach dem Auszug der Bank als Bürogebäude genutzt werden: die Sparkasse am Berliner Platz.
Soll nach dem Auszug der Bank als Bürogebäude genutzt werden: die Sparkasse am Berliner Platz.

Eine prominente Immobilie am Berliner Platz hat den Eigentümer gewechselt. Die Sparkasse hat den Gebäudekomplex an die Mannheimer Pro Concept AG verkauft. Bis Ende März werden die 150 Bankmitarbeiter ihre Büros räumen. Das hat Gründe.

Schon seit einigen Jahren hat die Sparkasse Vorderpfalz einen Käufer für die Geschäftsstelle am Berliner Platz gesucht. Dort befand sich lange Zeit der Hauptsitz der Kreissparkasse Rhein-Pfalz, die mit den Stadtsparkassen in Ludwigshafen und Schifferstadt sowie der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer 2013 zur Sparkasse Vorderpfalz fusionierte.

Der Vorstand der neuen Bank residiert im Sparkassen-Hochhaus am Ludwigsplatz. Im einstigen Repräsentationsbau der Kreissparkasse am Berliner Platz arbeiten mittlerweile nur noch 150 Bankmitarbeiter. Für die Kunden gibt es nur noch einen Selbstbedienungsbereich. In den Büros residieren das Personalmanagement, die Rechtsabteilung oder die Innenrevision – Verwaltungsbereiche der Bank, die mittlerweile die größte Sparkasse in Rheinland-Pfalz ist.

Schwierige Verkaufsverhandlungen

Wirklich benötigt wurde der über 6000 Quadratmeter große Bürokomplex nicht mehr. Nach RHEINPFALZ-Informationen gab es Gespräche mit dem Investor Günther Tetzner, der gegenüber der Bank den Hochhauskomplex „Metropol“ errichten will. Außerdem möchte Tetzner unter dem Platanenhain dafür eine Tiefgarage bauen. Doch der Baulöwe wollte offensichtlich nicht das Bankgebäude kaufen.

Es hätte für ihn die Dinge vereinfachen können, denn unter dem Berliner Platz befindet sich ein gigantischer Tiefbunker mit weit verzweigten Untergeschossen, die auch bis zum Bankgebäude reichen. Das schafft eine komplexe Grundstückseigentumslage. Vereinfacht gesagt, teilten sich Tetzner und die Bank ein Flurstück. Das gestaltete den Verkauf der Bankimmobilie alles andere als einfach.

Mitarbeiter ziehen um

Nun ist eine andere Lösung gefunden worden. Thomas Traue, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Vorderpfalz, erklärte auf Anfrage: „Mit Pro Concept Mannheim haben wir einen Kaufvertrag über unser Gebäude am Berliner Platz geschlossen. Die zirka 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zur Zeit an diesem Standort arbeiten, werden bis spätestens März 2021 in andere Räume der Sparkasse umziehen.“ Der SB-Bereich soll im schräg gegenüberliegenden Faktor-Haus unterkommen, sodass Sparkassenkunden weiterhin am Berliner Platz Geld abheben oder Überweisungen tätigen können.

Die Mannheimer Pro Concept AG ist ein regionaler Investor, der in Ludwigshafen sehr aktiv ist. So kaufte das Unternehmen die Walzmühle und will im weitgehenden leerstehenden Shopping-Center nach einem Umbau ein Nahversorgungszentrum eröffnen. Auch den alten Kaufhof in der Bismarckstraße baute die Firma um und vermietet das Gebäude an die Technischen Werke Ludwigshafen (TWL). Und zwischen Berliner Platz und Wredestraße kaufte Pro Concept das frühere C&A-Gebäude, das abgerissen wurde, um dort den Firmensitz für die Pfalzwerke zu errichten.

Büros sollen vermietet werden

„Es war ein strategischer Kauf“, sagt Awes Khan, der den Immobilienbereich bei Pro Concept leitet. Sein Unternehmen besitze bereits mit der Walzmühle und dem geplanten Pfalzwerke-Gebäude zwei Immobilien in unmittelbarer Nachbarschaft. Probleme mit „Metropol“-Investor Tetzner wegen der unterirdischen Grundstückseigentumsverhältnisse unter dem Gebäude sieht Khan nicht. „Da würde es nur Berührungspunkte geben, wenn wir das Bankgebäude abreißen wollten – aber das machen wir nicht“, sagt der 44-Jährige. Das Gebäude habe ein großes Potenzial. Vorerst sei die Bank ja noch als Mieter darin. Danach sollen die Flächen als Büros vermietet werden. „Das Gebäude hat am Berliner Platz eine tolle Bürolage – und der Bedarf dafür ist da“, versichert Khan.

Gebaut wurde das Haus Anfang der 1970er-Jahre. Die Kreissparkasse eröffnete ihre Hauptstelle im Februar 1971 nach zweijähriger Bauzeit. Der Umzug war notwendig geworden, weil der historische Banksitz in der Kaiser-Wilhelm-Straße „der städtischen Verkehrsentwicklung zum Opfer fiel“, wie es in einer Festschrift heißt. Das starke Wachstum der Kreissparkasse führte in den 1980er-Jahren dazu, dass der neue Stammsitz erweitert werden musste. Von 1987 bis 1990 wurde die Immobilie umgebaut. Nach der Bankenfusion zur Sparkasse Vorderpfalz wurde keine zweite Hauptstelle in Ludwigshafen mehr benötigt. Über den Kaufpreis für die Immobilie machen beide Seiten keine Angaben.

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