Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Schiedsrichterkabinen ohne Heizung

Die Bezirksliga sei die unterste Spielklasse, in der Schiedsrichterassistenten eingesetzt würden, sagt der Kreisvorsitzende Klau
Die Bezirksliga sei die unterste Spielklasse, in der Schiedsrichterassistenten eingesetzt würden, sagt der Kreisvorsitzende Klaus Karl. In dieser Liga könnten junge Assistenten lernen.

Fast zwei Stunden saßen die Vereinsvertreter bei der Besprechung der Auf- und Abstiegsrunde der Bezirksliga Vorderpfalz im Clubheim des SV Rot-Weiß Seebach zusammen. Die meiste Zeit ging es um den Umgang mit Schiedsrichtern.

In den Spielen der Staffel Nord habe es 308 Gelbe, 13 Gelb-Rote und 14 Rote, in der Staffel Süd 272 Gelbe und jeweils acht Gelb-Rote und Rote Karten für Spieler gegeben, sagte Rüdiger Werling aus Büchelberg, seit Saisonbeginn Staffelleiter, auf der Vereinsvertretersitzung der Bezirksliga zur Auf- und Abstiegsrunde. Sein Vorgänger Klaus Karl, Vorsitzender des Fußballkreises Rhein-Mittelhaardt, war ebenfalls vor Ort. Für Teamoffizielle sei insgesamt zehnmal die Gelbe und jeweils einmal eine Gelb-Rote und eine Rote Karte gezückt worden.

Diskussion über Referees

Die Statistik über die für Trainer und Betreuer ausgesprochenen Strafen löste eine rege Diskussion über die Unparteiischen aus. „Ich bin als Spieler immer dafür bekannt gewesen, dass mein Verhältnis zu den Schiedsrichtern nicht einfach gewesen ist. Ich denke auch als Trainer noch wie ein Spieler und trainiere selbst noch mit“, sagte Frank Wieschalla, früher für den 1. FC 08 Haßloch in der Verbandsliga aktiv und nun Trainer des ASV Maxdorf. „Wenn aber in einem Spiel mehrere Tore wegen angeblicher Abseitsstellungen nicht anerkannt werden, wäre ich dankbar, wenn die Schiedsrichter für Reaktionen eines Trainers mehr Verständnis hätten und den Dialog suchten, als gleich Strafen auszusprechen“, kritisierte er. „Denn trete halt die Hütchen, welche die Coachingzone begrenzen, ein Stückchen weiter weg“, antwortete Klaus Karl schlagfertig.

Letzterer machte dafür Werbung, dass sich die Vereine um mehr Schiedsrichter bemühen sollten. „Manche sagen immer, Schiedsrichter kosteten nur Geld. Manche Vereine müssen aber damit rechnen, wegen fehlender Unparteiischer am Saisonende eine Rechnung über 1500 Euro zu bekommen. Dann denken sie sicher anders“, sagte Karl.

Jürgen Wanger vom SC Bobenheim-Roxheim schilderte daraufhin seine Erfahrungen, wenn er junge Leute dazu bewegen wolle, Schiedsrichter zu werden: „Wenn die von Freunden, die pfeifen, hören, was sich diese anhören müssen, winken die gleich ab.“ Klaus Karl rief die Vereine auf, künftig mehr auf das Verhalten der Zuschauer zu achten: „Wenn ein Spieler einen Fehlpass spielt, regt sich kaum einer auf. Aber wenn ein junger Assistent eine falsche Abseitsentscheidung trifft, wird er von den Alten, die hinter der Bande stehen, rundgemacht.“

Liga zum Lernen

Die Bezirksliga sei die unterste Spielklasse, in der Schiedsrichterassistenten eingesetzt würden, und diene Anfängern zum Lernen. „Irgendwo müssen sie ja anfangen. Ich sehe es deshalb sehr kritisch, dass darüber nachgedacht wird, in der Bezirksliga die Assistenten abzuschaffen. Dann müssten die neuen Unparteiischen in der Landesliga erstmals winken“, gab Karl zu bedenken. „Wir haben schon Spieler und Zuschauer rausgeworfen“, bemerkte ein Vertreter des ESV Ludwigshafen.

Stefan Kopf, aus Knittelsheim stammender Schiedsrichterlehrwart des Fußballkreises Südpfalz, bemängelte den Umgang der Gastgebervereine mit den Unparteiischen. „Man sollte sich hier mehr mit Willkommenskultur beschäftigen: Dazu gehört auch, dass manche Schiedsrichterkabinen nicht einmal eine Heizung hat.“

Rüdiger Werling betonte zu Beginn, „wir sind stolz darauf, dass wir unsere Hauptrunde im vergangenen November planmäßig beenden konnten“. Er berichtete über den Verlauf der Hauptrunde, in der die Heimspiele des TuS Knittelsheim mit durchschnittlich 208 Zuschauern am besten besucht worden seien, gefolgt vom FV Freinsheim (187), der TSG Jockgrim (148), dem FC Lustadt (144) und dem VfB Haßloch (140). Die wenigste Arbeit hatten die Kassierer der VTG Queichhambach (82) und des SC Bobenheim-Roxheim (81).

Die erfolgreichsten Torschützen waren in der Staffel Nord Halil Ibrahim Anli vom Ludwigshafener SC (26 Treffer) vor Bastian Hommrich (VfR Frankenthal, 17) und Gianluca Ferraro (BSC Oppau, 16), in der Staffel Süd Nico Pfrengle (TSG Jockgrim) und Maximilian Wilhelm (VTG Queichhambach) mit jeweils 19 Toren vor den beiden Knittelsheimern Tim Heene und Florian Richter (beide 16).

Vor der endgültigen Terminierung von Spielen der Auf- und Abstiegsrunde informierte Karl über die Ergebnisse zweier Abstimmungen. „Jeweils 70 Prozent aller Vereine haben dafür gestimmt, dass in der nächsten Saison sowohl auf die späten Sommerferien als auch die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar keine Rücksicht genommen werden soll“, teilte er mit.

Außerdem müsse man davon ausgehen, dass der Bezirksliga Vorderpfalz dann 19 oder 20 Vereine angehörten. „Aus den A-Klassen steigen vier Mannschaften auf, und aus der Landesliga Ost droht ein erhöhter Abstieg“, erklärte er. Ob in der kommenden Saison wieder zunächst in einer Staffel Nord und Süd und anschließend mit Auf- und Abstiegsrunde gespielt werde, stehe noch nicht fest.

Mehr Zeit für Vorbereitung

Martin Wohlschlegel, Trainer des VfR Frankenthal, forderte bei der Spielplangestaltung, dass es künftig mehr Zeit für eine längere Vorbereitung gebe. „Wenn man sieht, wie lange nach monatelanger Pause kein normales Training möglich war, ist das jetzt zu wenig“, berichtete er.

Bei der Terminierung der einzelnen Spieltage scheiterte Staffelleiter Rüdiger Werling mit seinem Vorschlag, sowohl in der Aufstiegs- als auch in der Abstiegsrunde die letzten Spieltage komplett am Samstag, 4. Juni, auszutragen.

Von den Vereinsvertretern fehlten die der TSG Jockgrim und des BSC Oppau entschuldigt, vom Ludwigshafener SC unentschuldigt.

Termine

Aufstiegsrunde: 27. März, 14 Uhr: FC Lustadt - FG 08 Mutterstadt, 3. April, 14.30 Uhr: BSC Oppau – VfB Haßloch, FG 08 Mutterstadt - TSG Jockgrim; 9. April, 17.30 Uhr: TuS Knittelsheim - FG 08 Mutterstadt; 10. April, 15.15 Uhr: FC Lustadt - BSC Oppau; 24. April, 15 Uhr: BSC Oppau - TSG Jockgrim; 1. Mai, 15 Uhr: VfB Haßloch – FG 08 Mutterstadt, TuS Knittelsheim - BSC Oppau; 8. Mai, 14.30 Uhr: FG 08 Mutterstadt - FC Lustadt; TSG Jockgrim - FG 08 Mutterstadt; 15. Mai, 15 Uhr: VfB Haßloch – BSC Oppau, 22. Mai, 14.30 Uhr: FG 08 Mutterstadt - TuS Knittelsheim, 15.30 Uhr: BSC Oppau - FC Lustadt; 29. Mai, 16 Uhr: TSG Jockgrim - BSC Oppau; 5. Juni, 16 Uhr: FG 08 Mutterstadt – VfB Haßloch, BSC Oppau - TuS Knittelsheim.

Abstiegsrunde: 27. März, 15 Uhr: Ludwigshafener SC - VTG Queichhambach, 15 Uhr: ASV Maxdorf - VfB Hochstadt, 15.30 Uhr: ESV Ludwigshafen - TuS Frankweiler/Gleisw./Siebeld.; 3. April, 15 Uhr: SV Minfeld - ESV Ludwigshafen, 15.30 Uhr: 1. FC 08 Haßloch – ASV Maxdorf; 15.30 Uhr: TuS Frankweiler/Gleisw./Siebeld. - Ludwigshafener SC; 10. April, 15 Uhr: Ludwigshafener SC - SV Minfeld, 15 Uhr: ESV Ludwigshafen - VfB Hochstadt, 15 Uhr: ASV Maxdorf - VTG Queichhambach; 24. April, 15 Uhr: VfB Hochstadt - Ludwigshafener SC, 15.30 Uhr: ESV Ludwigshafen – 1. FC 08 Haßloch, 15.30 Uhr: TuS Frankweiler/Gleisw./Siebeld. - ASV Maxdorf; 1. Mai, 15 Uhr: Ludwigshafener SC – 1. FC 08 Haßloch, 15 Uhr: ASV Maxdorf - SV Minfeld, 15 Uhr: ESV Ludwigshafen - VTG Queichhambach; 8. Mai, 15 Uhr: VfB Hochstadt - ASV Maxdorf, 15.30 Uhr: VTG Queichhambach - Ludwigshafener SC, 15.30 Uhr: TuS Frankweiler/Gleisw./Siebeld. - ESV Ludwigshafen; 15. Mai, 15 Uhr: ASV Maxdorf – 1. FC 08 Haßloch, 15 Uhr: Ludwigshafener SC - TuS Frankweiler/Gleisw./Siebeld., 15 Uhr: ESV Ludwigshafen - SV Minfeld; 22. Mai, 15 Uhr: SV Minfeld - Ludwigshafener SC, 15 Uhr: VfB Hochstadt - ESV Ludwigshafen, 15.30 Uhr: VTG Queichhambach - ASV Maxdorf; 29. Mai, 15 Uhr: Ludwigshafener SC - VfB Hochstadt, ASV Maxdorf - TuS Frankweiler/Gleisw./Siebeld., 15.30 Uhr: 1. FC 08 Haßloch – ESV Ludwigshafen; 5. Juni, 16 Uhr. 1. FC 08 Haßloch – Ludwigshafener SC, SV Minfeld - ASV Maxdorf, 16 Uhr: VTG Queichhambach - ESV Ludwigshafen.

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