Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Süd: Was sich die Bewohner fürs Dichterquartier wünschen

Die Wohnungsbauunternehmen sollen für die Planungen mit an den Tisch.
Die Wohnungsbauunternehmen sollen für die Planungen mit an den Tisch.

Das Dichterquartier ist seit 2019 Teil des Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“. Gearbeitet wird an einem Konzept, um die Lebensverhältnisse im Quartier zu verbessern. Auch die Bewohner sind eingeladen, sich einzubringen – so wie bei einer Online-Konferenz, die am Dienstag stattfand.

Zu den Themen Wohnen, Städtebau, Freiflächen, Mobilität und soziales Zusammenleben waren bereits im Frühjahr Ideen und Vorschläge der Bürger gesammelt worden. In 137 Beiträgen und 281 Kommentaren haben sie online oder per Postkarte deutlich gemacht, wo für sie im Quartier der Schuh drückt. „Es gibt die Chance, etwas Tolles für das Quartier zu machen“, sagte Sozialdezernentin Beate Steeg (SPD) zur Begrüßung der rund 35 Teilnehmer der Videokonferenz, zu denen auch Vertreter von Schule, Kita und Kirche im Stadtteil gehörten. Mit dabei waren auch Vertreter der Wohnungsbaugesellschaft GAG, der BASF Wohnen und Bauen, von Deutsche Wohnen und Vonovia, die den Wohnungsbestand in dem Gebiet praktisch unter sich aufteilen.

Rund 4000 Menschen im Quartier

In dem von Hochhäusern und Wohnblocks geprägten Quartier zwischen Saarlandstraße, Bahnlinie und Stifterstraße leben rund 4000 Menschen in 2200 Haushalten, darunter viele Alleinerziehende mit Kindern und viele Migranten, berichtete Henrik Freudenau vom Büro Stadtraumkonzept. Es unterstützt die Stadt dabei, das für die Fördermittel notwendige Entwicklungskonzept zu erstellen. Seit dem Frühjahr gibt es bereits ein Quartiersmanagement vor Ort.

Eine Reihe von Vorschlägen, die vorgestellt und ausgiebig diskutiert wurden, kamen aus dem Bereich Städtebau. Gewünscht wird ein zentraler Quartiersplatz, etwa an der Kreuzung Heinrich-Heine-, Georg-Herwegh- und Georg Büchner-Straße. „Das wäre ein Riesengewinn fürs Quartier“, meinte Christoph Heller (CDU), Ortsvorsteher in Süd. Das sahen auch die anderen Teilnehmer so. Das umzusetzen werde jedoch nicht kurzfristig möglich sein, machte Freudenau klar. Das leerstehende ehemalige Schlecker-Gebäude sollte verschwinden, sagte Heller. Andere konnten sich dagegen eine neue Nutzung als Quartiersgebäude vorstellen. Etwa ein Café mit einem Waschsalon, lautete dazu eine Idee. Auch für die Eingänge ins Quartier wurde Verbesserungsbedarf festgestellt. Insbesondere für die Zufahrt rund um den Edeka-Markt. „Der Bereich sollte völlig zurückgebaut und neu geordnet werden“, stimmte der städtische Verkehrsplaner Rüdiger Schmidt zu.

Vermüllung als Problem

Wie in den Kommentaren der Bewohner deutlich wurde, ist die mangelnde Sauberkeit und Vermüllung ein zentrales Anliegen. Hierzu soll es künftig ein Quartalsgespräch „Sauberes Dichterquartier“ mit allen städtischen und privaten Akteuren geben. Als wichtig angesehen wird auch ein „Runder Tisch Wohnungswirtschaft“ mit den vier großen Wohnungsgesellschaften. „Ein Runder Tisch wäre gut, um das Müllproblem zu besprechen“, stimmte Michael Plum von Vonovia zu.

Die Bewohner fordern außerdem, dass auch der Gebäudebestand gestalterisch und energetisch weiterentwickelt werden soll. Andere Wünsche beziehen sich auf eine Verbesserung des Fußwegenetzes im Quartier insbesondere zum Ostausgang des Hauptbahnhofs sowie der Grün-, Freizeit- und Sportflächen. Ins Quartiergebiet eingeschlossen ist auch der angrenzende Sportpark Südwest. Die wichtigsten Maßnahmen sollen nun mit der Verwaltung, Politik und Fördergebern abgestimmt werden. „Ende des Jahres soll das Handlungskonzept stehen“, kündigte Freudenau an.

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