Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen gegen Bitburg in der Pflicht

Wieder zurück bei der Arminia: Verteidiger Felix Jung.
Wieder zurück bei der Arminia: Verteidiger Felix Jung.

Oberligist FC Arminia Ludwigshafen hat in dieser Saison immer wieder mit Ausfällen zu kämpfen – Verletzungen oder aber Sperren. Da passt es gut, dass ein alter Bekannter nach mehr als einem Jahr wieder zur Verfügung steht.

Sein letztes Oberligaspiel für den FC Arminia bestritt Felix Jung am 12. September 2022 bei der 0:4-Niederlage in Mechtersheim. Dann ging es über den großen Teich in die USA, wo der 25 Jahre alte Innenverteidiger studierte. An der Dualen Hochschule in Mannheim hatte er zuvor das Studium mit dem Bachelor-Abschluss beendet. Sein Englisch war vorher schon gut, jetzt spricht er die Sprache nahezu perfekt. „Ich habe ein Stipendium bekommen und war vom 1. Oktober 2022 bis Ende 2023 an einer Universität in Fort Wayne im US-Bundesstaat Indiana“, berichtet Jung, der gegen Gonsenheim am vorigen Sonntag sein Comeback feierte.

„Es war eine spannende und interessante Phase in meinem Leben, die ich nicht missen möchte“, spricht der Abwehrspieler die Zeit in Indiana im Mittleren Westen der USA an. Alles sei größer und weiter, der Druck in vielen Bereichen aber nicht so hoch wie in Deutschland. Fußball spielte er auch, und zwar bei den Indiana Tech Warriors, eine Mannschaft, die in der College League NAIA spielt. „Wir haben fast täglich trainiert. Das war schon anspruchsvoll und vom Niveau mit unserer Oberliga vergleichbar“, erklärt Jung. Sein Team war bunt zusammengewürfelt, agierte mit viel Tempo und guter Technik. „Italiener, Engländer, Brasilianer und Zyprioten waren meine Mitspieler“, erzählt der Verteidiger.

Praktikum in Mannheim

Jetzt ist Jung, der seinen Auslandsaufenthalt mit der klangvollen Bezeichnung „Master of Business Administration“ abgeschlossen hat, wieder in der Heimat. Infolge der unbezahlbaren Erfahrungen und Eindrücke, die er in einem fremden Land gesammelt hat, ist er sichtlich gereift. Beim Baumarkt-Riesen Bauhaus absolviert er derzeit in der Abteilung Digital Commerce in Mannheim ein sechsmonatiges Praktikum.

Die Rückkehr aufs Spielfeld endete wie seine letzte Partie zuvor mit einer Niederlage: 2:5 gegen Gonsenheim. „Felix kennt Mannschaft und Umfeld, weiß, wie wir spielen wollen. Er war körperlich sehr schnell wieder auf der Höhe und benötigte kaum Eingewöhnungszeit“, hat Trainer Andreas Brill festgestellt. Jung definiere sich über Zweikampf- und Kopfballstärke, könne aber in der Spieleröffnung noch zulegen. Da wird er sich bestimmt rasch steigern, denn Brills Vorgänger Marco Laping hatte die spielerischen Fortschritte des Innenverteidigers vor dessen temporärem Weggang explizit gelobt.

Ein Sieg ist Pflicht

Unabhängig von all dem muss der FCA am Samstag, 15.30 Uhr, sein Heimspiel gegen den Tabellenletzten FC Bitburg gewinnen. Und zwar ohne Wenn und Aber. So sieht es auch Brill: „Drei Zähler sind Pflicht. Wir müssen endlich anfangen zu punkten.“ Der Aufsteiger aus der Eifel und ganz im Westen des Bundeslandes gelegen, ist nach passablem Start in eine Negativspirale geraten und seit elf Begegnungen sieglos. In diesem Zeitraum holte der FC nur drei Punkte, musste aber 40 Gegentore einstecken. Einen seiner drei Saisonsiege feierte Bitburg in der Hinserie beim 5:3 gegen die Rheingönheimer.

Die Hebel gilt es beim FCA im Defensivverhalten anzusetzen. Dies ist die Basis für den Ligaverbleib. Das Thema fehlende Stabilität schien im Herbst schon erledigt, als die Schwarz-Weißen in acht Spielen nur sechs Gegentore bekamen. Deren elf in den ersten beiden Spielen des neuen Jahres sind ein Rückfall in überwunden geglaubte Zeiten. Insgesamt 60 Gegentreffer sprechen für sich. „Mal ist Schlafmützigkeit der Grund für ein Gegentor, mal laufen wir in einen Konter und mal ist es ein Standard. Hinzu kommen haarsträubende individuelle Patzer“, hat der Übungsleiter festgestellt. Die Arminia müsse viel gieriger das eigene Tor verteidigen, um die vorhandene Oberliga-Qualität in diesem Bereich wieder sichtbar zu machen.

Weisenborn fehlt lange

„Wir brauchen ein Erfolgserlebnis, um unser Selbstvertrauen wiederzuerlangen. Die Reaktion im Training auf das 2:5 war positiv“, berichtet Brill. Doch die Ausfallliste verlängerte sich, denn der neu verpflichtete Linksverteidiger Björn Weisenborn hat sich einen Muskelbündelriss im Adduktorenbereich sowie eine Bänderdehnung zugezogen. Damit wird er auf unbestimmte Zeit ausfallen, in dieser Runde vielleicht gar nicht mehr zum Einsatz kommen.

Doch es gibt auch positive Nachrichten. Torwart Kevin Urban hat seinen Urlaub beendet und steht wieder zur Verfügung. „Dazu haben Ricardo Antonaci und Lukas Kebernik das Lauftraining aufgenommen. Aber egal wer spielt, wir müssen gewinnen und wir werden auch gewinnen. Ich glaube an das Team“, verströmt Brill Optimismus.

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