Handball
Friesenheim-Hochdorf gegen Ferndorf letztlich ohne Chance
Den wichtigsten Umstand hatte die Spielgemeinschaft aus dem Leistungszentrum nicht selbst in der Hand: „Das war heute unsere beste Saisonleistung“, lobte TuS-Trainer Robert Anderson seine Mannschaft, war mit Torhütern, Abwehr, Umschaltspiel und Angriffsleistung gleichermaßen zufrieden. Gegen so viel Qualität haben es auch andere Drittligisten gegen den Zweitligaabsteiger schwer: „Für mich ist Ferndorf die stärkste Mannschaft der Liga“, erklärte HSG-Trainer Gabriel Schmiedt. Er hatte daher nicht gerade auf einen Gegner in Bestform gehofft.
„Wir wollen Ferndorf so lange wie möglich ärgern“, lautete die einfache Vorgabe, die allerdings von Anfang an vor gewissen Schwierigkeiten stand. So schonte Schmiedt den erneut angeschlagenen Marvin Gerdon ebenso, wie Yannick Muth, der unter der Woche erkrankt im Training gefehlt hatte. Aber nachdem Eulen-Leihgabe Max Neuhaus schon nach drei Minuten umgeknickt war, es im ersten Durchgang zwar nach langer Behandlung noch einmal probierte, aber den kompletten zweiten Durchgang auf der Bank verbrachte, gingen den Gastgebern so langsam die Alternativen auf der Spielmacherposition aus. Die HSG konnte die Ausfälle nur knapp 20 Minuten lang kompensieren. Dann trat Ferndorf aufs Gaspedal und enteilte im Schnelldurchgang.
Zwischenspurt der Gäste vor der Pause
Danach hatte es schon einmal nach sieben Minuten ausgesehen. Da trafen zwar Mihailo Ilic und Jan-Philipp Winkler, beide mit je vier Treffern gemeinsam mit Yannick Polifka (4) beste Werfer ihrer Mannschaft, innerhalb von 50 Sekunden zum 3:3, vergaben die Gastgeber mit einem technischen Fehler gar die (einzige) Führung. Fünf Minuten später schienen die Verhältnisse beim 3:7 (13.) praktisch schon geklärt
Fast, denn Ilic, Niko Sorda, Polifka und Simon Schwarz verkürzten noch einmal auf 7:8 (17.). Das war allerdings tatsächlich endgültig der letzte kleine Höhepunkt. Dem nächsten Zwischenspurt der Gäste hatte die HSG nichts mehr entgegenzusetzen. Das lag zwar auch daran, dass Patrick Friedmann (21./26.) gleich mit zwei Siebenmetern in Folge an Lucas Puhl im Gästetor scheiterte, das lag ein bisschen daran, dass HSG-Torhüter Roko Peribonio in Halbzeit eins zwar einige spektakuläre Paraden hatte, aber mit sechs gehaltenen Bällen nicht zu dem unüberwindbaren Bollwerk wurde, das Friesenheim-Hochdorf für eine Überraschung dringend gebraucht hätte.
HSG steckt nach der Pause auf
So verlief der zweite Durchgang entsprechend unspektakulär und einseitig, von gelegentlichen Ausreißern abgesehen. Körpersprache und auch Einsatzwillen auf dem Feld zeigten, dass die Gastgeber längst aufgesteckt hatten. „Wir waren heute mit dem Kopf nicht bei der Sache“, nannte Schmiedt einen der größten Unterschiede im Vergleich zum Derbysieg aus der Vorwoche. Zumindest ein wenig hatte er dafür sogar Verständnis: „Wir wollten so lange wie möglich mithalten, aber Ferndorf hat uns gezeigt, wo wir tatsächlich stehen.“ Schlimm sei diese Niederlage, immerhin erst die zweite vor eigenem Publikum, nicht. Zumindest nicht, wenn Trainer und Mannschaft daraus die richtigen Schlüsse ziehen. „Wir können aus unseren Fehlern von heute lernen. Und wenn wir das gut machen, dann zeigen wir nächste Woche in Pohlheim wieder eine andere Leistung“, war Schmiedt optimistisch.
Fraglich ist dabei zumindest sein spielendes Personal, denn Max Neuhaus hinkte während diesen Worten gerade aus der Halle, gab aber zumindest teilweise Entwarnung. „Das habe ich schon eine Weile. Mal abwarten, was die Untersuchungen ergeben.“