Ludwigshafen
Förderkreis verteidigt Entscheidung gegen Veranstaltungen in Konzertmuschel
„Allen, die bei diesen Temperaturen heute hergekommen sind, gehört eine Tapferkeitsmedaille“, begrüßte Vereinsvorsitzender Wolfgang van Vliet am Dienstagabend die rund 30 Mitglieder im Turmrestaurant des Ebertparks zur turnusgemäßen Mitgliederversammlung.
Nachdem in der jüngeren Vergangenheit die Corona-Pandemie alle Veranstaltungen verhindert habe, gäbe es auch in diesem Jahr noch keine Nachfrage nach der Konzertmuschel, erläuterte van Vliet – und kam damit zugleich auf den abgesagten Auftritt des Polizeiorchesters im Ebertpark zu sprechen, der allerdings schon 2022 festgelegt worden sei. Angesichts des neuen Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes (POG), mit dem die Sicherheit bei öffentlichen Veranstaltungen im Freien verbessert werden soll, habe der Vorstand über die Situation diskutiert. „Wir haben uns dann von einem Rechtsanwalt beraten lassen. Seiner Meinung nach bleibt der Vermieter in der Haftung, auch wenn wir uns von den Auftretenden vorher etwas anderes unterschreiben lassen“, berichtet van Vliet. Es bleibe demzufolge ein Risiko, das im Verein niemandem zuzumuten sei.
Ideen fürs Tiergehege gesucht
Der Vorstand habe deshalb beschlossen, in Sachen Veranstaltungen in der Konzertmuschel eine Pause einzulegen. Die allgemeine Entwicklung bei der Haftung für Veranstaltungen werde weiter beobachtet. In ihren Wortmeldungen bedauerten mehrere Mitglieder das derzeitige Aus für die Veranstaltungen in der Konzertmuschel.
Auch die Zukunft des leerstehenden Tiergeheges bleibt für den Förderverein ein Diskussionsthema. Nach Vandalismus-Vorfällen hatten die Tiere 2022 in den Wildpark Rheingönheim umziehen müssen. „Wir sind dabei, Ideen für die Flächen der Ställe und Gehege zu sammeln und wollen demnächst mit dem Ortsbeirat Friesenheim einen Ortsbesuch machen, um die Meinungen zu hören“, kündigte Gabriele Bindert, Leiterin des Bereichs Grünflächen an. Ein Vorschlag von Bürgern sei gewesen, dort Flächen für Jugendliche einzurichten. Eine andere Idee sei ein Freilandklassenzimmer für Schulen. Vielleicht ließen sich beide Ideen sogar verbinden, sagte die Friesenheimer Ortsbeirätin Christine Bongartz (Grüne).
Wie Bindert weiter berichtete, nehme der Rosengarten derzeit Gestalt an. Eine Pergola sei gespendet worden, Sitzgelegenheiten würden aufgestellt. Nun fehle noch der Edelstahldraht, dann könnten die Rankgewächse kommen. Wie überall in städtischen Grünflächen müssten auch im Ebertpark aus Kostengründen die saisonalen Pflanzungen auf 20 Prozent reduziert werden, informierte sie. Auf eine Nachfrage zum Quellgarten meinte Bindert, dass die Sanierungskosten von 700.000 Euro auch mit einer Bundesförderung von 200.000 Euro aktuell nicht zu stemmen seien. „Wir wollen Landesmittel beantragen und vielleicht zunächst einmal bei den Wasserbecken anfangen“, kündigte sie ein Vorgehen in kleinen Schritten an.
Hundezonen besser ausweisen
Beim Thema Hunde im Park, über die sich manche Besucher ärgern, sollen künftig erlaubte Hundezonen besser ausgewiesen werden. „Die Hinweisschilder sind schon lange bestellt“, sagte Bindert. Sie wisse auch nicht, warum die Lieferung so lange dauere.
Finanziell sei der Förderkreis Ebertpark solide aufgestellt, berichtete Kassierer Bernd Bauer. Demzufolge lagen die Einnahmen im letzten Jahr bei 5857 Euro, die Rücklage sei damit auf fast 90.000 Euro gestiegen. Das schaffe Möglichkeiten für die Zukunft. Auch was die Anzahl der Mitglieder betrifft, gab es Positives zu vermelden: Sie sei trotz der schwierigen Jahre der Corona-Pandemie nur ganz leicht auf 401 abgesunken.