Tennis
Die zurückhaltende Arbeiterin
„Am Samstag hatten wie uns mehr ausgerechnet“, räumte BASF-Trainer Denis Gremelmayr ein. Aber auch er musste anerkennen, dass die junge Aufstellung der Ludwigshafenerinnen gegen die bärenstarke und erfahrene internationale Auswahl aus dem schwäbischen Bernhausen meist chancenlos war. Hannah Amling rang in ihrem Einzel Kristina Samardzic nieder. Ansonsten gingen alle Spiele mal mehr mal etwas weniger deutlich an die Gäste. „Ein Lernprozess“, nannte dies Gremelmayr und meinte damit die gesamte Mannschaft, die zum Großteil erstmals in dieser Liga spielt.
Zum Beispiel Sarah Müller: Die Saarländerin ist gerade 17 geworden und wechselte vom Oberligisten Neunkirchen in die Trainingsgruppe, und auch in die Mannschaften an der Weiherstraße. „Ich wollte nach der Oberliga den nächsten Schritt. Mein Ziel ist die Bundesliga“, erklärte sie selbstbewusst. Mit ihrer Leistung zum Saisonauftakt war sie entsprechend nur zum Teil zufrieden. „Am Samstag war vor allem im ersten Satz mehr drin, aber die wichtigen Punkte hat meistens meine Gegnerin gemacht.“ Mit dem erfahrenen Laufwunder Steffi Bachofer immerhin keine kleine Nummer auf der deutschen Tennis-Landkarte.
Trainer Gremelmayr traut Müller einiges zu
Immerhin: Am Sonntag wurde es besser. Viel besser. „Ich glaube, nach einem 6:1, 6:1 gibt es wenig Grund für Kritik“, lächelte die Schülerin. Druckvoll, variantenreich und laufstark ließ sie ihrer Gegnerin Laura Hartel keine Chance. „Sie ist eine sehr gute Arbeiterin und sie hat schon tolle Waffen im Repertoire“, charakterisierte Gremelmayr den Neuzugang, der auf Anhieb gleich zwei Mal auf Position zwei antreten musste. Der Trainer kennt auch die Defizite der 17-Jährigen: „Ihr fehlt es noch am Selbstvertrauen, ihre Stärken auch einzusetzen.“ Auch daran werde das Trainerteam mit der Schülerin in den kommenden Monaten arbeiten. „Sie braucht mehr Mut für offensives Tennis, dann wird sie sicher den Übergang zum Damenbereich meistern.“
Das galt am Samstag für alle Einzel. Angefangen bei Selina Dal in der Spitze bis zu Anna-Benita Fuchs, die an Stelle von Mannschaftsführerin Michelle Roth in die Aufstellung gerutscht war, gab es keine nennenswerten Probleme, führten die BASF-Damen nach den Einzeln mit 6:0. Ein wichtiger Schritt in Richtung Klassenverbleib, dem aber noch weitere folgen müssen – nächste Woche gegen den TC Leonberg.