Ludwigshafen Der Puppe wegen

Ludwigshafen

. Das mit den deutschen Meisterschaften, das musste in diesem Jahr klappen. Schon vergangenes Jahr hatte sich Hallitschke für die nationalen Titelkämpfe qualifiziert. Sie wollte auch starten. Dann aber entschied der Familienrat, dass der dreitägige Ausflug zu der „Deutschen“ einen sehr großen Aufwand bedeuten würde – bei einem vermutlich eher geringen Ertrag. Alina Hallitschke musste also zu Hause bleiben. Dieses Jahr, da wollte sie nun unbedingt teilnehmen, da setzte sie sich durch. Familienrat hin, Familienrat her. Und es lief ja dann auch ganz gut in Duisburg, sie erreichte die Zwischenrunde, belegte im Endklassement den 39. Rang. Dabei mag sie es eigentlich gar nicht so sehr, wenn es am Ende nicht sie ist, die auf dem obersten Treppchen des Siegerpodestes steht. „Alina ist sehr leistungsorientiert, sie will immer gewinnen“, erzählt ihre Mutter Anja. Und die Tochter fügt an: „Wenn ich verliere, dann bin ich schon sauer auf mich selbst.“ Doch aus Niederlagen, so erzählt die Mutterstadterin, ziehe sie wiederum den Ehrgeiz fürs Training. Ähnlich ist es übrigens auch mit den Siegen, da zieht sie sehr viel Positives raus. Vor allem Selbstbewusstsein – jede Menge sogar. Zu Beginn ihrer Wettkampfkarriere, im Jahr 2009, wirkte sie noch eher unsicher. Und auch neben der Planche hat sie der Sport weitergebracht, selbstbewusster gemacht, wie ihre Mutter erzählt. Beispielsweise habe sich auch ihre Konzentrationsfähigkeit deutlich verbessert. Alinas Mutter arbeitet bei einem großen Unternehmen in Ludwigshafen – und das ist auch der Grund, warum ihre Tochter beim Fechten gelandet ist. Jeden Sommer hat sie nämlich das Problem, dass sie nicht die ganzen Sommerferien ihrer Tochter über Urlaub nehmen kann. Es muss also eine Betreuungsalternative her. Also nutzt sie für Alina einige Sommerwochen die Ferienangebote ihres Arbeitgebers, vor allem die sportlichen. Dort probiert Alina, schon immer sehr bewegungsfreudig, dann beispielsweise Klettern und Kanu fahren aus, Hockey und Handball. Richtig beeindruckt hat sie bislang allerdings nur das Fechten. Sie durfte mit einem Florett auf Stoffpuppen einstechen, fand das „ganz witzig“, kam begeistert wieder nach Hause. „Fechten hat mich von Beginn an fasziniert“, sagt Alina Hallitschke. Bis sie den Weg in einen Verein, zur TSG Friesenheim, fand, dauerte es allerdings noch ein bisschen – erst einmal ging sie weiterhin in Mutterstadt zur Leichtathletik. Und es spielte dann auch erneut der Zufall eine Rolle. Die Mutter eines Mitschülers war bereits in der Fechtabteilung der TSG aktiv und nahm ihren Sohn und Alina Hallitschke mal mit zum Training. Beide blieben hängen, machten die Eingangsprüfung zusammen. Seitdem startet Hallitschke bei Wettkämpfen, gewann gleich im ersten Jahr bei einem Turnier in Bockenheim („Darüber habe ich mich tierisch gefreut“) und träumt nun davon, zumindest mal bei deutschen Meisterschaften eine gute Platzierung zu erreichen. Sollte es nicht klappen, geht die Welt auf jeden Fall nicht unter. Sagt zumindest Alina Hallitschke. Dass sie sich damals fürs Fechten und gegen die Leichtathletik entschieden hat, bereut sie übrigens nicht. „Ich bin immer noch glücklich mit der Entscheidung“, sagt sie.

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