Limburgerhof
Das Ethno Studio Camp der Jeunesses Musicales verbindet junge Musiker aus der ganzen Welt
15 junge Leute sitzen im Kreis und spielen Akkordeon, Gitarre, Flöte und Kanun, eine orientalische Zither. Und es gibt noch viele weitere Instrumente. Die Musiker kommen aus Brasilien, Syrien, Algerien, Schweden, Frankreich, Irland, Chile, Palästina und Deutschland – und alle haben Lieder mitgebracht, die sie sich gegenseitig beibringen. Später sollen die gemeinsam entwickelten Arrangements professionell aufgenommen, geschnitten und gemischt werden.
Musik ist international und verbindet Menschen über Kulturen und Grenzen hinweg. Dies in die Praxis umzusetzen, ist erklärtes Ziel der Ethno Camps der Jeunesses Musicales. Bernhard Vanecek, der Vorsitzende des Landesverbands Rheinland-Pfalz, hat schon viele Jahre Erfahrung mit dem Ethno Germany Music Camp. Da treffen sich junge Musiker unter 30 Jahren aus der ganzen Welt. Im Gepäck haben sie ihre Instrumente und traditionelle Musik aus ihrer Heimat.
Breite Unterstützung für das Projekt
In Limburgerhof ist nun ein neues Projekt gestartet: Teilnehmer der Ethno Camps sollen lernen, wie man traditionelle Instrumente im Tonstudio aufnimmt und dann eine gut klingende Musikproduktion daraus macht. Wichtigster Kooperationspartner ist deshalb Fritz Hartmann, der sein Studio Music Temple in Limburgerhof dafür zur Verfügung stellt. „Wir sind unendlich dankbar dafür, denn ohne dieses Studio wäre das ganze Projekt nicht möglich“, sagt Bernhard Vanecek. Und es helfen noch viele weitere Partner mit: Der Skiclub stellt Räume zur Verfügung, in denen die Musiker abends Sessions machen und wo auch das Abschlusskonzert sein wird. Der MGV 1903 bietet ein Matratzenlager für die Teilnehmer, die Kreismusikschule stellt Räume fürs Büro, der Kulturverein EnPaLi half bei der Organisation, das Restaurant El Greco, das neben dem Studio liegt, verpflegt die Teilnehmer günstig, die Gemeinde hilft auch mit finanzieller Unterstützung für Teilnehmer, die sich das Camp sonst nicht leisten könnten. Die Delia Arts Foundation unterstützt Musiker aus Krisengebieten.
„Wir freuen uns riesig über die breite Unterstützung in Limburgerhof“, sagt Projektkoordinator Cédric Berner. Es gehöre zum Konzept, Menschen und Organisationen vor Ort einzubeziehen. Das sei Teil der Idee, Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammenzubringen und Begegnungen zu ermöglichen.
Matheus Romenetto stammt aus Brasilien. Er spielt Gitarre und Perkussion und singt und hat schon an Ethno Camps in Schweden und Frankreich teilgenommen. „Die Gruppe hier ist kleiner und das eröffnet mehr Möglichkeiten zum intensiven Arbeiten“, sagt er. Auch sei es besser möglich, sich kennenzulernen, als in den sonst viel größeren Gruppen. Der Lerneffekt im Studio sei enorm, der Technik-Mentor Max Christensen (ein Limburgerhofer), erkläre die Arbeit sehr gut, ebenso sein schwedische Kollege Allan Skroben.
Begegnungen für den Frieden
Maria Grillo kommt aus Freiburg. Sie spielt Cello und singt. Für sie ist es das erste Ethno Camp. „Das sind alles Leute mit sehr viele Talent und Fähigkeiten, und es ist sehr spannend, mit allen im Austausch zu sein“, sagt die 20-Jährige. Klassisch ausgebildet, will sie sich mehr mit traditioneller und improvisierter Musik befassen und hier die Arbeit im Studio kennenlernen. Aber noch eindrücklicher seien die Begegnungen mit Menschen aus anderen Kulturen. „Ich glaube, das hier ist auch ein Friedensprojekt. Denn Frieden entsteht, wenn sich Menschen kennenlernen und gegenseitig wertschätzen“ ist sie überzeugt. Das sieht auch Romenetto so, sein Resümee: „Die Ethno Camps haben mein Leben verändert.“
Beim Abschlusskonzert am Wochenende beim Skiclub Limburgerhof stellten die Teilnehmer ihre Stücke und Arrangements live vor Publikum vor.