Ludwigshafen
Außerordentlich lebendig: Matinee aus dem BASF-Gesellschaftshaus
Der gebürtige Münchner steht am Anfang einer vermutlich großen Karriere. Seine Ausbildung bestritt er in seiner Heimatstadt und in New York, an der Juilliard School of Music bei Alan Gilbert, dem Chefdirigenten der New Yorker Philharmoniker. Er war Assistenzdirigent beim Ensemble Intercontemporain in Paris und den Berliner Philharmonikern. Kompositionsaufträge erhielt er unter anderem von der Bayerischen Staatsoper und der Deutschen Oper in Berlin.
Eine Uraufführung
Die BASF hatte ursprünglich für die Konzertsaison 2019/20 ein Komponist-in Residenz-Projekt mit Mayrhofer geplant, das sich damals aus Covid-Gründen nicht verwirklichen ließ. Diesmal ging der Uraufführung von „Verve“ (Schwung), seiner Auftragskomposition, ein Konzert an der Spitze der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz mit Werken von Mozart und Mendelssohn voraus.
Zurück zur Matinee mit Jan Nigges & Friends, in deren Programm aus dem Gesellschaftshaus sich neue und alte Musik einander gegenüberstanden. Genauer: Die (gemäßigt) modernen Töne von Mayrhofers Concertino für Blockflöte, Cembalo und Streichquartett haben den Auftakt gegeben zu den genuin barocken Klängen von Georg Philipp Telemann, Händel und Johann Friedrich Fasch (1688-1758).
Nahtloser Übergang
Wobei der Übergang von der Gegenwart zur Barockzeit alles in allem nahtlos wirkte. Denn die außerordentlich lebendigen, quirligen Tongesten, die hüpfenden tänzerischen Motive, die „Verve“ von Mayrhofers Klangrede, führten letztlich geradlinig zu Telemanns Ouvertüre in a-Moll für Blockflöte, Cembalo und Streichquartett. Jenseits der Unterschiede zwischen der musikalischen Sprache der Gegenwart und jener des 18. Jahrhunderts.
Virtuosität stand in diesem Konzert durchgehend groß geschrieben. Mit Jan Nigges prägte ein brillanter Blockflötist das musikalische Geschehen, seine Mitstreiter profilierten sich ebenfalls als bravourös agierende, stilistisch sehr versierte Instrumentalisten. Es waren die Violinistinnen Nadi Perez-Mayorga und Daria Spiridonova, Bratschistin Shuyuan Cheng, Julia Nilsen Savage (Cello) und Kadra Dreizehnter (Cembalo).
Ein Kapitel für sich bildeten schließlich die erlesenen, ebenso sensiblen wie kultiviert stilvollen Vokalbeiträge der mit glockenklarer Stimme singenden jungen Sopranistin Sibylla Elsing.